Nestpick

13. Februar 2015 19:31; Akt: 13.02.2015 19:31 Print

Airbnb-Klon lockt mit falschen Fotos

von C. Landolt - Die neue Wohnvermittlung Nestpick sieht aus wie Airbnb und funktioniert ähnlich. Doch das Portal hat seine Tücken.

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Vielbeachtet war der Start der Wohnungsvermittlungsplattform Nestpick in Deutschland. Das Portal solle «ein Service für eine neue Generation werden, der den notwendigen Wandel in den kaputten Markt für Mietwohnungen bringt», kündigt die Firma Rocket Internet der Gebrüder Samwer ihr neues Angebot für den deutschen Markt vollmundig an. Revolutionieren will Nestpick den Wohnungsmarkt allerdings nicht. Die Plattform konzentriert sich vielmehr darauf, Wohnungssuchenden wie Geschäftsleuten oder Studenten, die ins Ausland ziehen müssen, eine möblierte Unterkunft für mehrere Monate zu vermitteln.

Nach Deutschland, England, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und Italien sollen im weiteren Jahresverlauf Marktstarts in Österreich und der Schweiz auf der Agenda stehen, berichtet das «Manager-Magazin».

Die Abwicklung erfolgt wie beim Vorbild Airbnb ausschliesslich übers Internet. Auch optisch sieht Nestpick ähnlich aus und der Expansionsdrang gemahnt an das Original: Erst im Mai 2014 in den Niederlanden gegründet, ist es nun bereits in sechs Ländern aktiv. So kennt man das Geschäftskonzept der Gebrüder Samwer, die Ende 2014 bei Nestpick einstiegen: Viel Kapital einschiessen, eine grosse Marktabdeckung erreichen und dann teuer verkaufen.

Keine eigenen Fotos

Doch noch hat das Start-up mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen. Offenbar operiert es mit Fotos, die nicht echt, sondern retuschiert und qualitativ ungenügend sind. Das Portal soll laut Zeit online Fotos verwendet haben, die einem anderen kommerziellen Anbieter von WG-Zimmern gehören. Laut Nutzungsbedingungen von Nestpick wäre dies eigentlich verboten. Auch soll Nestpick nicht alle Wohnungen überhaupt gesehen oder geprüft und bei manchen unmarkierte Symbolbilder verwendet haben.

Auf Anfrage gibt sich das Start-up reuig: «Der Prüfprozess dauert einige Zeit und wir arbeiten ständig daran, ihn zu verbessern», teilt Unternehmenssprecherin Emma MacKenzie mit. Nestpick-Fotografen sollen den Rückstand nun aufarbeiten. Die eigenen Geschäftsbedingungen werde man nun aufmerksam prüfen. Ein Relaunch der Seite im März soll mehr Klarheit bringen. Zudem werde man eine Million Euro in die Verifizierung von Apartments stecken.

Warum Nestpick mit einem unfertigen Angebot an den Start ging, erklärt MacKenzie so: «Wir sind nun gestartet, da der deutsche Markt hohes Potenzial für beide Seiten hat.» Zu Beginn des Sommersemesters will das Unternehmen in acht deutschen Städten aktiv sein. Im Fokus sind dabei nicht Touristen, sondern Studierende – und zwar solche mit dem nötigen Kleingeld.

Teure Provision

Denn die Unterkünfte, die schon jetzt etwa in Berlin angeboten werden, liegen deutlich über dem ortsüblichen Preisniveau. So offeriert Nestpick ein uneinladendes WG-Zimmer im hippen Kreuzberg für 500 Euro im Monat und eine 72-Quadratmeter-Wohnung in Berlin-Mitte für 2000 Euro. Ein Viertel der ersten Miete schnappt sich Nestpick als Vermittlungsprovision.

Nestpick ist bereits der zweite Wohnungsvermittler-Klon von Rocket Internet. Wimdu heisst das erste Portal. Es vermittelt Ferienwohnungen und ist mittlerweile in mehr als 150 Ländern aktiv. Rocket Internet und die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik haben bereits mehr als 90 Millionen Dollar investiert. Das Ziel ist klar: Nach Klamotten, Möbeln und Essenslieferdiensten macht sich das Trio Samwer nun auf, die nächste Branche zu erobern: das Immobiliengeschäft.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schreiberling am 13.02.2015 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal sehen

    wie sich das ganze weiterentwickelt. Ich meine ob das ganze seriös ist. Der start ist ja ein wenig verunglückt wenn alles im bericht stimmt. Wenn ich aber rocket internet wäre würde ich aufpassen, dass keine klage kommt: deren logo sieht dem star trek logo doch recht ähnlich.

  • Herbert am 13.02.2015 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt mir bekannt vor

    Toll bei Zeit Online abgeschrieben...

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  • giussi am 14.02.2015 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da kann man nur den Kopf schütteln

    Alles abgekupfert .. mit Millione aufgepimmpt und dann mit Gewinn verkauft .. kein Zukunftsmodel. .. lles auf den raschen gewinn ausgelegt ..

Die neusten Leser-Kommentare

  • giussi am 14.02.2015 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da kann man nur den Kopf schütteln

    Alles abgekupfert .. mit Millione aufgepimmpt und dann mit Gewinn verkauft .. kein Zukunftsmodel. .. lles auf den raschen gewinn ausgelegt ..

  • Schreiberling am 13.02.2015 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal sehen

    wie sich das ganze weiterentwickelt. Ich meine ob das ganze seriös ist. Der start ist ja ein wenig verunglückt wenn alles im bericht stimmt. Wenn ich aber rocket internet wäre würde ich aufpassen, dass keine klage kommt: deren logo sieht dem star trek logo doch recht ähnlich.

  • Herbert am 13.02.2015 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt mir bekannt vor

    Toll bei Zeit Online abgeschrieben...

    • Alex Steiner am 13.02.2015 21:32 Report Diesen Beitrag melden

      Ehm ja?

      "Das Portal soll laut ZEIT ONLINE Fotos verwendet haben, die einem anderen kommerziellen Anbieter von WG-Zimmern gehören. "

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