Knappe Finanzen

23. Dezember 2018 19:31; Akt: 23.12.2018 19:31 Print

Millennials buchen Uber und Co. wegen Geldnot

von Dominic Benz - Bei jungen Menschen ist Teilen angesagt. Laut einer Studie dürfte der Boom der sogenannten Shared Economy auf die Finanzkrise zurückgehen.

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Die sogenannte Shared Economy boomt bei den Millennials, also der Generation mit den Jahrgängen 1981 bis 1997. So nutzen die Jungen lieber den Fahrdienst Uber, der günstiger als die normalen Taxis ist. In den Ferien gehts nicht ins Hotel, sondern in die private Unterkunft, die über die Plattform Airbnb gebucht wird. Statt ein Auto zu besitzen, setzen die Millennials lieber auf Carsharing-Plattformen wie etwa Mobility. Speziell an den Millennials ist, dass sie eine besondere Affinität zum Internet und allgemein zur digitalen Welt haben: Sie sind mit Computern und Smartphones aufgewachsen. Laut einer Studie der US-Notenbank (im Bild) setzen die jungen Menschen aber vor allem auf die Shared Economy, weil sie sich ein eigenes Auto oder ein vernünftiges Hotelzimmer in den Ferien nicht leisten können. «Wir haben herausgefunden, dass die Millennials niedrigere Realeinkommen haben als die Mitglieder früherer Generationen im gleichen Alter», so die Forscher der US-Notenbank. Zudem fanden die Studienautoren kaum Hinweise, «dass der Konsumgeschmack und die Konsumpräferenzen der Millennial-Haushalte geringer ausgeprägt sind als bei früheren Generationen». Anders gesagt: Viele Millennials nutzen etwa Airbnb, weil sie sich ein vergleichbares Hotelzimmer in den Ferien nicht leisten können – und nicht weil das Schlafen in einer fremden privaten Unterkunft so unglaublich aufregend ist. Die Studienautoren gehen davon aus, dass die Millennials die Leidtragenden der Finanzkrise sind. Diese hat es den jungen Menschen schwierig gemacht, viel Geld zu verdienen und zu sparen.

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Für die Ferien ein Bett über Airbnb buchen, mit dem Mobility-Auto einen Ausflug machen oder mit dem Uber vom Ausgang nach Hause fahren – die sogenannte Shared Economy boomt bei den Millennials. Teilen statt besitzen, so das Motto der jungen Menschen zwischen 21 und 37 Jahren. Das ist hip und erst noch günstig.

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Die weit verbreitete Meinung: Uber oder Airbnb sind so angesagt, weil solche Plattformen eben den Bedürfnissen und dem Lebensgefühl der Millennials entsprechen. Eine Studie der Analyse- und Statistik-Abteilung der US-Notenbank sagt laut «Welt» jetzt was anderes: Junge Menschen nutzen die günstigeren Alternativen nicht einfach zum Plausch, sondern weil sie sich ein Hotelzimmer oder ein eigenes Auto oft nicht leisten können.

Hohe digitale Affinität

Für die Studie haben die Autoren das Konsum- und Sparverhalten der jüngeren Generation mit den Jahrgängen zwischen 1981 und 1997 analysiert. Dabei verglichen sie diese sogenannten Millennials mit den Mitgliedern der vorangegangenen zwei Generationen, also mit der Generation X (1965 bis 1980) und den Babyboomern (1946 bis 1964).

Speziell an den Millennials ist, dass sie eine besondere Affinität zum Internet und allgemein zur digitalen Welt haben: Sie sind mit Computern und Smartphones aufgewachsen. Daher ist es zwar naheliegend, dass diese Generation besonders oft digitale Dienste nutzt. Doch laut Studie ist das längst nicht der einzige Grund, warum die Jungen so sehr auf Airbnb und Co. setzen, wie die «Welt» weiter schreibt.

Gleicher Konsumgeschmack

Entscheidend ist gemäss Studie die wirtschaftliche Situation der Millennials. «Wir haben herausgefunden, dass die Millennials niedrigere Realeinkommen haben als die Mitglieder früherer Generationen im gleichen Alter», so die Forscher der US-Notenbank. Zudem hätten die Jungen ein geringeres Vermögen angespart. In Bezug auf den Verschuldungsgrad habe es hingegen keine grossen Unterschiede gegeben.

Zudem untersuchten die Forscher, wie das Konsumverhalten der Millennials aussehen würde, wenn sie gleich viel Geld zur Verfügung hätten wie die Menschen der beiden älteren Generationen im gleichen Alter. Vielleicht ticken ja die heutigen jungen Menschen grundsätzlich anders. Überraschenderweise scheint dem nicht so zu sein. «Wir fanden kaum Hinweise, dass der Konsumgeschmack und die Konsumpräferenzen der Millennial-Haushalte geringer ausgeprägt sind als bei früheren Generationen», so die Forscher.

Opfer der Finanzkrise

Anders gesagt: Viele Millennials nutzen Airbnb, weil sie sich ein vergleichbares Hotelzimmer in den Ferien nicht leisten können – und nicht weil das Schlafen in einer fremden privaten Unterkunft so unglaublich aufregend ist. Auch Uber nutzen die Jungen nicht wegen des tollen Fahrerlebnisses, sondern weil der Fahrdienst günstiger ist als die normalen Taxis.

Für die Mehrheit der Nutzer dürfte ein zu kleines Budget mitentscheidend für den Gebrauch solcher digitalen Dienste sein, schreibt die «Welt». Die Studienautoren gehen davon aus, dass die Millennials die Leidtragenden der Finanzkrise sind. Diese hat es den jungen Menschen schwierig gemacht, viel Geld zu verdienen und zu sparen. Daher seien die jungen Menschen auf günstige Alternativen wie Uber und Airbnb angewiesen.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.k am 23.12.2018 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Wir sind früher mit 20 nicht um die Welt gereist und haben Neuwagen gefahren. Heute scheint dies alles selbstverständlich , daher muss man halt irgendwo Kompromisse machen.

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  • Phil1971 am 23.12.2018 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig Geld? ... ich zweifle

    Jetzt ist die Frage, wieso die Millenials zu wenig Geld haben.... - Jedes Weekend ausgiebig in den Ausgang - Teure Handies und Abos - Gucci und sonstige teure Marken muss es sein. .... naja, vielleicht tuhe ich 50% der Jungen unrecht, aber die Ansprüche sibd einfach auch super hoch.

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  • Sebastian das Sandwich am 23.12.2018 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll der Bericht?

    Die leben einfach über ihre Verhältnisse. Die heutigen U30 haben so viel Kohle zur Verfügung wie keine andere Generation zuvor. Aber wer nachtürlich den Weltrekord in Sachen CO2-Erzeugung anvisiert, der braucht das Geld für all die Meilensammlerei.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Petasan am 25.12.2018 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aldigeneration

    Ich bin mir da nicht ganz sicher, ob sich der Autor dieses Berichts auch wirklich mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt hat? Meine Erfahrung zeigt, dass das Geld viel lieber für Klamotten, Städtereisen an Weekends, Elektronik ausgegeben wird. Aldi- & Lidl-Kultur halt eben.

  • 90er am 24.12.2018 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das

    Was heiss hier Geldnot? Gang im Gegenteil. Geld ich mehr als genügend vorhanden. Ich möchte halt einfach so viel wie möglich sparen und deshalb schaue ich auf die Ausgaben.

  • Moritz Alban am 24.12.2018 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh je!

    Mir kommen die Tränen.

  • 1964er am 24.12.2018 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Taxifirmen aufwachen

    Uber? Wissen die ü50 überhaupt was Uber ist? Uber ist einfach nur toll (für den Nutzer, über die Fahrer (Lohn/Sozialleistungen) rede ich jetzt nicht), und da geht es mir pers. nicht um den Preis, sondern um die App an sich. Ich frage mich ernsthaft, warum die Taxifirmen nicht auch so was ähnliches aufziehen können???

  • die Ritterin am 24.12.2018 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egoismus

    Die einzigen Gründe , Uber zu benutzen sind Geiz und die unglaubliche Ignoranz und Gleichgültigkeit, dass andere für ihren Luxus zu Hungerlöhnen arbeiten müssen.

    • El Varis am 24.12.2018 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @die Ritterin

      Nein, ich unterstütze gerne die Studis, Familienväter usw. welche nebenbei mit Uber was dazuverdienen wollen!

    • die Ritterin am 24.12.2018 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @El Varis

      Ja, wenn Sie sich Ihr Wohltätigkeitsbewusstsein lange genug einreden, glauben Sie vielleicht selbst dran. Übrigens: Taxifahrer sind meistens Familienväter

    • 1964er am 24.12.2018 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @die Ritterin

      Falsch! Siehe obigen Text...

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