Luftfahrtindustrie

12. November 2010 15:48; Akt: 12.11.2010 16:17 Print

Airbus trotz Problemen leicht im Aufwind

Die Triebswerksprobleme beim A380 führten bei Airbus zwar zu keinen Abbestellungen, dennoch belasten Probleme bei A380 und A400M das Ergebnis des Herstellers stark.

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Der Airbus-Konzern EADS ist vorsichtig optimistisch: Er profitiert vom Aufschwung der Fluggesellschaften und hat seine Gewinnprognose leicht erhöht. Dennoch werde die Rentabilität von Airbus erst «mittelfristig erheblich steigen», sagte Vorstandschef Louis Gallois am Freitag. Schuld sind die Probleme beim grossen A380 und dem Militärtransporter A400M sowie die Entwicklungskosten für das neue Langstreckenflugzeug A350, die das Ergebnis weiter stark belasten.

Die nach dem Triebwerksbrand bei der australischen Fluggesellschaft Qantas notwendigen Reparaturen an den Rolls-Royce-Triebwerken der A380 werden die Auslieferungen des Grossraumflugzeugs wohl erneut verzögern. Airbus-Chef Thomas Enders sagte: «Das könnte Auswirkungen auf die Auslieferungen 2011 haben.» Möglicherweise würden im ersten Halbjahr weniger und im zweiten Halbjahr 2011 mehr Maschinen übergeben. In diesem Jahr dagegen bleibe es bei den geplanten 20 Auslieferungen. Stornierungen oder Abbestellungen seien kein Thema - im Gegenteil. Airbus meldete am Freitag den ersten A380-Auftrag aus Japan: Skymark Airlines bestellte vier Maschinen.

Für das Gesamtjahr erwartet EADS einen Umsatzanstieg von 42,9 Milliarden auf 44 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis (Ebit) von 1,2 Milliarden Euro - 100 Millionen mehr als bisher angekündigt. Im vergangenen Jahr hatte EADS unter dem Strich 0,8 Milliarden Euro Verlust gemacht.

Schwarze Zahlen knapp erreicht

Im laufenden Jahr steht nach neun Monaten ein Gewinn von 198 Millionen Euro in der Zwischenbilanz. Im dritten Quartal schaffte EADS einen Mini-Gewinn von 13 Millionen Euro, nach einem Verlust von 87 Millionen im Vorjahresquartal. Das Betriebsergebnis verdoppelte sich auf 378 Millionen Euro, der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro.

Der Auftragseingang schnellte dank der Erholung der zivilen Luftfahrt seit Jahresanfang von 25 Milliarden auf 58 Milliarden Euro hoch. Grund seien Aufträge «der Schwellenländer und die Rückkehr der Flugzeug-Leasinggesellschaften auf den Markt», erklärte EADS. Airbus lieferte bis Ende September 380 Passagierflugzeuge aus und rechnet bis Jahresende mit mehr als 500 Auslieferungen und knapp 500 Neubestellungen.

Sorgenkind A380

Die guten Ergebnisse der Airbus-Serienprogramme würden jedoch «durch das A380-Programm weiterhin erheblich beeinträchtigt», sagte Gallois. Der Riesenflieger dürfte erst 2015 die Gewinnzone erreichen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen zudem wegen des Militärtransporters A400M, des Langstreckenflugzeugs A350 und des unbemannten Aufklärungs- und Kampfflugzeugs (UAS) weiter kräftig an. Die Entwicklung der A350 - der Konkurrenz zur neuen Boeing 787 Dreamliner - sei herausfordernd, sie werde frühestens im Sommer 2013 in Betrieb gehen.

Gallois zeigte sich trotzdem optimistisch: «Über das Jahr 2011 hinausblickend, sollte der Aufschwung im zivilen Flugzeuggeschäft die Rentabilität des Konzerns weiter verbessern. Dank höherer Volumina, besserer Preise und weiterer wirtschaftlicher Optimierungen im A380-Programm sollte zu den gegenwärtigen Wechselkursen die Rentabilität von Airbus mittelfristig erheblich steigen.»

Die Rüstungssparte lieferte mehr Eurofighter und Lenkflugkörper aus und steigerte den Umsatz. Aber wegen steigender Forschungs- und Entwicklungskosten macht die Sparte weniger Gewinn Angesichts der Sparprogramme in den europäischen Verteidigungsministerien sah Gallois «mögliche Herausforderungen».