Flugzeuge am Boden

06. März 2020 13:34; Akt: 06.03.2020 14:21 Print

Airline führt Kurzarbeit wegen Coronavirus ein

von Dominic Benz - Die Reisebranche leidet unter dem Virus. Nun stimmt die Swiss-Schwester Austrian Airlines ihre Mitarbeiter auf kürzere Arbeitstage ein.

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Die Austrian Airlines reagiert auf das Coronavirus. Weil die Geschäfte einbrechen, will die Austrian Airlines jetzt Kurzarbeit einzuführen. In einer internen Mitteilung, die 20 Minuten vorliegt, schreibt der Vorstand den Mitarbeitenden: «Mit Kurzarbeit können wir auf eine geringere Nachfrage reagieren, finanzielle Hilfsmittel von der Regierung beantragen und dadurch kurzfristig unsere Unternehmen entlasten.» Man sei sich bewusst, dass dies keine leicht verdaulichen Nachrichten seien, so der Konzern. Die Austrian Airlines gehört wie die Swiss zur deutschen Lufthansa-Gruppe. Bei der Swiss heisst es auf Anfrage: «Kurzarbeit ist bei uns momentan kein Thema.» Laut Sprecherin Karin Müller werden aber derzeit alle möglichen Massnahmen diskutiert, um vorbereitet zu sein, sollte sich die Situation weiter verschärfen. Die angeschlagene britische Regionalfluggesellschaft Flybe hat mit sofortiger Wirkung ihren Betrieb eingestellt. Noch am Mittwoch hatte es Krisengespräche über eine Rettung gegeben, allerdings ohne die erhoffte Lösung für die Finanzprobleme der Gesellschaft zu finden. Doch der Ausbruch des Coronavirus liess bei Flybe die Buchungszahlen einbrechen. Das hat eine schlimme Situation verschlimmert. Darum ist Flybe nun endgültig am Ende. Die Fluglinie mit Sitz im südwestenglischen Exeter hätte wegen anhaltender Verluste beinahe schon im Januar aufgegeben. Grossbritannien verliere mit der Gesellschaft «einen ihrer grössten regionalen Vermögenswerte», sagte Flybe-Geschäftsführer Mark Anderson in einer Mitteilung. Flybe hatte in der Vergangenheit mit der britischen Regierung über einen staatlichen Rettungskredit in Höhe von etwa 123 Millionen Franken verhandelt. Doch das hatte andere Fluggesellschaften auf den Plan gerufen. Willie Walsh, Chef der British-Airways-Mutter International Airlines Group (IAG), kritisierte im Januar in einem Brief an die Wettbewerbshüter der EU-Kommission, der Deal sei ein «eklatanter Missbrauch von öffentlichen Geldern». Virgin Atlantic wollte erreichen, «dass der Steuerzahler die Rechnung für ihr Missmanagement begleicht», sagte Walsh.

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Das Coronavirus trifft die Reisebranche mit voller Wucht. Buchungen bleiben aus, Flüge werden aufgeschoben. Die Airline Flybe ging bereits pleite. Weil die Geschäfte einbrechen, reagieren jetzt die Fluggesellschaften. So will die Austrian Airlines jetzt Kurzarbeit einzuführen.

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In einer internen Mitteilung, die 20 Minuten vorliegt, schreibt der Vorstand den Mitarbeitenden: «Mit Kurzarbeit können wir auf eine geringere Nachfrage reagieren, finanzielle Hilfsmittel von der Regierung beantragen und dadurch kurzfristig unsere Unternehmen entlasten.» Man sei sich bewusst, dass dies keine leicht verdaulichen Nachrichten seien, so der Konzern.

Swiss: «Kein Thema»

Eine Sprecherin der Austrian Airlines bestätigt gegenüber 20 Minuten, «dass wir derzeit personalseitig verschiedene Massnahmen prüfen, um auf die Coronakrise zu reagieren.» Dazu gehöre auch die Kurzarbeit. Aktuell sei man mit den Betriebsräten des Unternehmens und den dafür zuständigen Behörden in Gesprächen.

Die Austrian Airlines gehört wie die Swiss zur deutschen Lufthansa-Gruppe. Bei der Swiss heisst es auf Anfrage: «Kurzarbeit ist bei uns momentan kein Thema.» Laut Sprecherin Karin Müller werden aber derzeit alle möglichen Massnahmen diskutiert, um vorbereitet zu sein, sollte sich die Situation weiter verschärfen.

Laut dem Schreiben der Austrian Airlines sei es das Ziel, Stabilität in einer schwierigen Zeit herzustellen. Sowohl Umfang als auch Zeitrahmen der Kurzarbeit seien noch in Ausarbeitung. Vorerst reiche man jetzt beim Staat den Antrag ein. Sobald die Details ausgearbeitet seien, werde das Personal informiert. Das dürfte in den nächsten zwei bis drei Wochen passieren, wie es heisst.

Kein Dauerzustand

Die Airline versteht die Kurzarbeit nicht als Dauerzustand, sondern als «eine kurzfristige Massnahme, um auf die Marktlage zu reagieren». Sobald sich die Geschäftswelt wieder beruhigt habe und die Reiselust wieder gestiegen sei, fahre man den Betrieb wieder hoch.

Gemäss dem Schreiben stehen derzeit 14 Austrian-Airlines-Maschinen am Boden. Letzten Montag habe man das Italien-Programm drastisch reduziert, zudem Flüge in ganz Europa um ein Fünftel reduziert. Hinzugekommen sei ein Flugstopp als Reaktion auf die neuen israelischen Einreisebestimmungen. Die Airline rechnet eher mit einer Verschärfung der Situation als mit einer Entspannung. «Daher sind weitere Reduktionen wahrscheinlich.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • StreetB0b am 06.03.2020 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abhängigkeit Chinas

    wird endlich Zeit dass wir uns vom Klumpenrisiko China lösen und Produktionen zurück nach Europa holen. die EZB pumpt Milliarden in die EU anstelle die Europäischen Konzerne in die Pflicht nehmen wieder in Europa zu investieren und Fabriken zu bauen. Steuererleichterungen geben und so die Wirtschaft in Europa ankurbeln, Arbeitsplätze schaffen etc.

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  • Samuel K. am 06.03.2020 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    macht eigentlich kein Staat China verantwortlich für diese Situation?

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  • Redface am 06.03.2020 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    So schön von außen zuzuschauen wie sich die Welt auflöst! Wie einfach es ist, Menschen in Panik zu versetzten und zu manipulieren! Das habt ihr gut gemacht! Weiter so! Nicht einmal Greta hat das so schnell und effizient hingekriegt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 07.03.2020 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Coronavirus

    Schon komisch wie ein Virus wie das Coronavirus die Luftfahrt in die Knie zwingt das wäre nicht gut für die Wirtschaft und wer dieses Virus ins Leben gerufen hat sollte man die Eier stutzen

    • Lasher am 07.03.2020 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leser

      Viel Spass wenn du versuchst Mutter Natur die Eier zu stutzen.

    • Mr. Blue Pills am 07.03.2020 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lasher

      Welche Natur, ist ein von Menschen erzeugtes Virus. Welcome to the real world.

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  • Sugar Dandy am 07.03.2020 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hype der Blödmedien!

    Hilfreich wäre es, wenn die Blödmedien endlich ihre dummen Berichte aufs Wesentliche beschränken würden und aufhören, ihren Lesern ihre laienhaften Ansichten aufzutischen!

  • Klühr am 07.03.2020 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fertig lustig

    Macht endlich den FLUGHAFEN kloten zu

    • Alexander Hirzel am 07.03.2020 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klühr

      Wann wird der Flughafen Hamburg eröffnet?

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  • Freerider am 07.03.2020 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BR was ist das?

    Der ganze BR ist zur Farse verkommen. Nicht reisen kein Konzert kein Comedy Club nix nada. Das nächste schliessung der Bars und Restaurants. Aber brav zur Arbeit pendeln in den Stosszeiten. Der BR hat die Kontrolle schon lange verloren. Die Brüder müssen aufpassen dass es nicht im Volk eskaliert.

  • K. Nummamie am 07.03.2020 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    jetzt muss nicht gestreikt werden.

    Alles hat sein Gutes

    • Alexander Hirzel am 07.03.2020 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @K. Nummamie

      Die Airline Mitarbeiter haben wenigstens mal gearbeitet. Im Gegensatz zu linken und Grünen.

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