Grossbanken

21. Mai 2012 22:26; Akt: 21.05.2012 22:38 Print

Aktien rasseln tief in den Börsenkeller

von Hans Peter Arnold - Die Investoren flüchten aus den Bankaktien. Credit Suisse notiert auf dem tiefsten Stand seit zwanzig Jahren.

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Die Aktien der Credit Suisse verloren seit Mitte 2007 79% an Wert. (Key)

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Die Euro-Krise reisst die Bankaktien wie Blei in die Tiefe: Im heutigen Handel fiel die Aktie von Credit Suisse zwischen­zeitlich auf 18.33 Franken. Auf einem solch tiefen Niveau notierte die CS-Aktie letztmals im Dezember 1992. Seit Mitte 2007 hat das Papier 79 Prozent an Wert verloren. Sogar 85 Prozent verlor in derselben Zeitspanne die UBS-Aktie; der gesamte Schweizer Bankensektor gab 75 Prozent nach. «Die Hauptschuld trägt die Euro-Krise», erklärt Andreas Venditti, Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Die Anleger seien ver­unsichert und würden das Bargeld den Aktien und Obligationen vorziehen. Venditti zu den Folgen: «Das wirkt sich negativ auf die Erträge der Banken aus.» Zudem würden die Kosten durch die neuen Regulierungen belastet. Die Grossbanken seien trotz Discountpreisen keine echten Schnäppchen.

Vontobel-Chefanalyst Panagiotis Spiliopoulos differenziert: «Wir empfehlen die UBS-Aktie, da die Bank den Turnaround stetig vorantreibt.» Für Spiliopoulos ist jedoch klar: Ein chaotischer Austritt Griechenlands könnte erneut zu einem «Lehman-Effekt» führen, also zu einer veritablen Bankenkrise. Die Schweizer Banken seien von der unge­lösten Problematik in Sachen Doppelbesteuerungsabkommen und US-Steuerbehörde ­betroffen.

Markus Lackner vom VZ Vermögenszentrum warnt vor Panik: «Die Schweizer Grossbanken stehen vor keinem Kollaps.» Sie hätten gemäss Lackner im europäischen Vergleich eine gute Eigen­mitteldeckung. Ausserdem hielten sie vergleichsweise wenig Anleihen aus den kriselnden Euroländern in ihren Büchern.

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