UBS-GV

07. Mai 2014 15:43; Akt: 07.05.2014 15:43 Print

Aktionäre winken UBS-Löhne durch

Die Aktionäre der UBS haben die Löhne und Boni der Chefetage trotz viel Kritik im Vorfeld abgenickt. Der Vergütungsbericht wurde mit 85,93 Prozent der Aktionärsstimmen angenommen.

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UBS-CEO Sergio Ermotti an der Generalversammlung in Basel. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

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Keine Überraschungen an der Generalversammlung der UBS vom Mittwoch. Trotz Kritik an den erneut gestiegenen Gehältern der Chefetage, nahmen die Aktionäre dem Vergütungsbericht der UBS an. Über 85 Prozent stimmten dafür.

Mehrere Aktionärsvertreter empfahlen den Vergütungsbericht abzulehnen. So etwa die Anlagestiftung Ethos, der Vermögensverwalter zCapital oder die Aktionärsvereinigung Actares. «Die Managerlöhne bei der UBS sind immer noch sehr hoch und im letzten Jahr weiter gestiegen», sagte Ethos-Chef Dominique Biedermann gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

«Vor allem die Gehälter des CEO und des Verwaltungsratspräsidenten sind zu hoch und bewegen sich schon wieder nahe am Vorkrisenniveau», so Gregor Greber von zCapital. Der durchschnittliche Lohn pro Konzernleitungsmitglied der UBS - Firmenchef Ermotti ausgenommen - stieg im letzten Jahr von rund 6,0 auf 7,2 Millionen Franken.

UBS-Chef Sergio Ermotti erhielt für das vergangene Jahr Lohn und Boni im Wert von 10,7 Millionen Franken und damit rund zwei Millionen mehr als im Vorjahr. Verwaltungsratspräsident Axel Weber erhielt 2013 6,1 Millionen Franken.

Rudolf Meyer, Präsident der Aktionärsvereinigung Actares, wandte sich in einem Votum an der UBS-Generalversammlung an Firmenchef Ermotti und Verwaltungsratspräsident Weber, die zuvor ihre Referate gehalten hatten: «Sie sprechen davon, dass es wieder aufwärts geht. Deutlich nach oben gehen aber vor allem die Vergütungen und zwar massiv», sagte Meyer.

In einer Medienmitteilung vom Dienstag hatte Actares auf ungelöste Probleme wie die laufende Untersuchung zu möglichen Manipulationen von Devisenkursen hingewiesen. Vor diesem Hintergrund sei eine Erhöhung der Vergütungen völlig verfehlt, schreibt Actares.

«Marktgerecht bezahlen»

«Wer die Besten für dieses Geschäft will, muss sie auch marktgerecht bezahlen», sagte dagegen Verwaltungsratspräsident Weber in seiner Rede vor den Aktionären. Gleichzeitig hielt Weber fest: «Wir wollen in keiner Weise zu den Vergütungssystemen vor der Finanzkrise zurückkehren.» Deshalb seien Obergrenzen eingeführt worden, die es bislang nicht gegeben habe, sagte Weber.

UBS-Chef Ermotti betonte in seinem Referat an der Generalversammlung die Vorteile der Vergütungen in Form von Aktien: «Heute sind 50 Prozent aller Mitarbeiter ebenfalls Aktionäre», sagte er. Per Ende 2013 hätten UBS-Mitarbeiter rund 7 Prozent der Aktien der Bank gehalten. Damit seien die Mitarbeiter gemeinsam die grösste Aktionärsgruppe. Die Interessen von Aktionären und Mitarbeitern würden sich also immer mehr decken.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Pfister am 07.05.2014 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Status Quo

    "Wer die Besten für dieses Geschäft will, muss sie auch marktgerecht bezahlen". Nun was die Besten bisher geleistet haben ist ja bekannt. Den Mist den die bisher gebaut haben, kann auch einer für 200'000 Franken Jahreslohn. Es hat sich nichts geändert und es wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

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  • Mike am 07.05.2014 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sind sie wirklich die Besten?

    «Wer die Besten für dieses Geschäft will, muss sie auch marktgerecht bezahlen»! Die besten Abzocker Ja, die besten Arbeitnehmer? Die Löhne haben mit dem Markt und mit Leistung schon lange nichts mehr gemeinsam! Hohe Bonis bezahlen ja, Steuern nein! Wir haben gesehen, was die Besten in den letzten Jahren geleistet haben! Liebe Herren kommt wieder in die reale Welt zurück, sonst kommt die nächste Abstimmung und das will niemand! Der Markt regelt es, hiess es immer, aber dies ist und war eine Lüge!

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  • Samuel Koch am 07.05.2014 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Trauriges Kapitel

    Ein trauriger Tag für jeden aufrichtigen, ehrlichen und hart arbeitenden Bürger. Alle Bankangestellten ausgenommen. Einfach nur hochnotpeinlich das diesen Bank Halunken der Lohn durchegwinkt wird. Wie wenn diese Bankster nicht schon genug Schaden angerichtet hätten. Nein Sie kriegen noch fette Boni für gaunereien.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lana am 08.05.2014 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchler

    Tja, wenn wie jedes Jahr 80, 90, 95% der Aktionäre die Gehälter annehmen, wird sich logisch nie was ändern. Das ganze System ist doch krank, Aktionäre rennen ein paar Rappen Dividende nach, Aktienkurse steigen wenn tausende Stellen abgebaut werden und trotzdem wundern sich alle, dass sich nie was ändert. Na warum wohl?

  • renate am 08.05.2014 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    da sieht mans ja

    Was und wie es abgeht bei uns, der darf soviel verdienen und das Schweizervolk sagt NEIN zum Mindestlohn! Armseeliges Volk, Banken zahlen keine Steuern und das Volk hat wiedermal gekuscht vor den Lobbys! Ihr seit ein Volk von Motzern, mehr bringt das Schweizer Volk nicht mehr auf die Reihe! Kampfjets wollt ihr SVPler haben, aber das ein normaler Bürger ein wenig mehr in seiner Lohntüte hat, ohhh nein, da hat man Angst um seinen Arbeitsplatz, ihr seit sooooo Armseelig.

  • flo am 08.05.2014 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zyniker

    die haben aber auch eine riesen verantwortung und eine absolute top ausbildung. ausserdem agieren sie ethisch und moralisch auf höchstem niveau. solche löhne sind bei einem 28h tag eher noch zu tief.

  • Simon am 08.05.2014 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Zum allerletzten Mal

    Ich kann es nicht mehr hören. Für alle, die es noch immer nicht begriffen haben: Die UBS wurde NICHT mit unseren Steuergeldern bezahlt. Die Nationalbank hat die UBS gerettet und nein, die Nationalbank wird nicht durch den Steuerzahler finanziert.

    • D.R. am 08.05.2014 12:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Simon

      Begriffen haben Sie allerdings das Geldsystem nicht.

    • Sladi am 08.05.2014 14:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Simon

      Ich kenne mich zu wenig in das Finanzwelt, dass ich was mit 100% behaupten kann. Was ich aber weis das es Asozial ist Milliarden gewinne zu machen und gleichzeitig Leute zu entlassen. Gesetzlich müssen Sie kein Steuer zahlen, finde ich nicht O.K. ist aber jetzt so. Sie können aber mit ihren gewinne eine wenig Unterstützung leisten für die Leute die alles verloren haben wegen Banken und keine Leute entlassen.

    • Supermario am 08.05.2014 18:05 Report Diesen Beitrag melden

      @Sladi

      Ist also für ein Unternehmen "asozial" Gewinne zu machen??? Dann kannst Du gleich alle zumachen oder verstaatlichen; ist das wirklich wünschenswert ?

    • Simon am 09.05.2014 08:51 Report Diesen Beitrag melden

      @D.R.

      Dann klär mich doch mal auf bitte. Und wenn du dich so gut auskennst, kannst du mir sicher auch sagen, was für Folgen der Konkurs der UBS gehabt hätte.

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  • 0815 am 08.05.2014 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Kaum zu glauben

    Kaum zu glauben: die Banken spielen mit unserem Geld, sie spekulieren damit, sie verdienen sich "dumm und dämlich", wir bekommen keine Zinsen mehr und trotzdem sind sie für viele Leute wie der Prediger am Berg. Und wenn der Gewinn runtergeht, stellt man einfach ein paar Tausend Leute auf die Strasse, dann soll der Staat, sprich Steuerzahler für sie sorgen. Völliger Unsinn! Wo bleibt da die Minder Initiative??

    • D.R. am 08.05.2014 12:26 Report Diesen Beitrag melden

      @0815

      Die Minder-Initiative bringt da nichts, die 1:12 Initiative wurde den Menschen mit den immer gleichen Argumenten ausgeredet, nun wird es schwierig. Zinsen werden nicht gegeben jedoch genommen, was eine schleichende Enteignung darstellt, nur möchten dies offensichtlich viele Ignorieren.

    • Supermario am 08.05.2014 18:03 Report Diesen Beitrag melden

      Allerhöchstens

      Unsinn ist allerhöchstens zu behaupten, dass die Banken generell mit Spargeld spekulieren würden!

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