Ruag Green

09. September 2019 10:30; Akt: 09.09.2019 16:27 Print

Aktivisten fälschen Ruag-Pressekonferenz

Der Rüstungsbetrieb Ruag werde die Munitionsproduktion einstellen. Das verkünden Aktivisten – mit Fake-Werbespot an einer inszenierten Pressekonferenz.

Mit diesem gefälschten Ruag-Clip kritisieren Aktivisten den Rüstungskonzern. (Video: Ruag.green)
Zum Thema
Fehler gesehen?

«Together ahead», das Motto des bundeseigenen Rüstungskonzerns Ruag. So steht er ganz zuoberst auf einer am Montagmorgen versendeten Medienmitteilung. Ergänzt ist die Botschaft mit dem Zusatz «Green.» Die Meldung trägt den Titel «Ruag Green setzt auf humanitäre Produkte». Der Verwaltungsrat von Ruag International habe entschieden, künftig auf die Herstellung von Munition zu verzichten und die Fabriken auf grüne Technologien umzurüsten. Und weiter: Die Waffenproduktion sei zu einem Reputationsrisiko für die Ruag geworden. Stammen soll dieser Satz von Ruag-CEO Urs Breitmeier.

Umfrage
Wie finden Sie die Aktion?


So sieht das gefälschte Ruag-Logo aus. (Bild: Ruag.green)

Was nach Ruag tönt, hat aber gar nichts mit dem Konzern zu tun. Hinter der gefälschten Medienmitteilung stecken das Zürcher Theater Neumarkt und US-Künstler Mike Bonanno von der Aktivisten-Gruppe The Yes Men.

Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, haben die Organisatoren am Tag des Knabenschiessens im Zürcher Hauptbahnhof eine Ruag-Pressekonferenz inszeniert; an einem Ort, wo jeweils bedeutende Konzerne über ihre Neuausrichtungen und Initiativen berichten. In der Einladung zur Fake-Medienkonferenz ist die Rede von 2000 betroffenen Arbeitsplätzen.

Ruag dementiert Schliessungspläne

Auf Anfrage von 20 Minuten heisst es bei Ruag, es sei ein Gerücht, dass das Unternehmen seine Munitionssparte schliessen wolle. Mit dem Medienanlass habe der Konzern nichts zu tun, sagt Sprecherin Kirsten Hammerich zu 20 Minuten: «Es handelt sich bei der Einladung um eine Fake-Meldung.»

Die Einladung an die Medienkonferenz schlug Wellen. So kündigte etwa die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone SDA an, man werde einen Live-Stream vom Anlass organisieren. Kurz vor Beginn hiess es dann jedoch, es handle sich dabei um eine «Kunstaktion» und man werde darum nicht streamen.

Falsche Präsidentin

Statt der echten Ruag-Führung mit Präsidentin Monica Duca Widmer und CEO Urs Breitmeier traten an der inszenierten Medienkonferenz eine falsche Präsidentin, ein Anti-Waffen-Aktivist aus Brasilien und der Schauspieler Patrick Frey auf.

Die Aktivisten lancierten zudem die Website Ruag.green, wo die Informationen zur angeblichen Umstrukturierung ebenfalls zu finden sind. Dazu kommt ein gefälschter Werbespot (siehe Video oben). Im Clip heisst es, Ruag wolle «die Schwerter einschmelzen und daraus Windkraftwerke bauen».

Gefälschte Stellungnahme

Auf die Fake-Medienkonferenz folgte auch gleich noch eine gefälschte Ruag-Stellungnahme. Darin hiess es unter anderem, man wolle rechtliche Schritte gegen die Organisatoren einleiten. Doch auch diese Mitteilung kam von einer gefälschten E-Mail-Adresse.

Laut Hayat Erdoğan, Co-Direktorin Theater Neumarkt, wolle man mit der Aktion «Fake News» thematisieren. Es gehe nicht darum, Schreckenszenarien zu verbreiten, sondern utopische Szenarien zu zeigen. Etwa eine Welt, in der ein Rüstungskonzern Technologie für Menschen, nicht für den Krieg herstelle.

(rkn/sas)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MrX8600 am 09.09.2019 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peinliche Aktion

    Ganz peinlich diese tollen Aktivisten - Hoffe es gibt eine Anzeige.

    einklappen einklappen
  • Carl Ludwig am 09.09.2019 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schluss mit Fakenews!

    Die Organisatoren und Teilnehmer der gefälschten Pressekonferenz sind zu bestrafen und zu Schadenersatzleistungen zu verurteilen!

    einklappen einklappen
  • MrX8600 am 09.09.2019 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mega Glaubwürdig

    Die sind ja unglaublich Glaubwürdig und seriös - Peinliche Aktivisten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Karl Moser am 10.09.2019 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Applaus für dieses Meisterwerk

    Grossartig diese Aktivisten. Das nenne ich mal Lösungsansätze, die sogar dem letzten Hinterweltler ein Licht aufgehen lassen müssten. ...doch leider sieht's so aus, als würden die die Realität bevorzugen. Igitt!!

  • Tax the Rich am 10.09.2019 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemacht

    Gratulation zu dieser Aktion! Äusserst effektiv, wie man an den vielen Reaktionen hier in der Kommentarspalte sieht. Der Tonalität nach zu urteilen kommen die Daumen runter Kommentare aus der Ecke Gretahasser, Klimaleugner, Ausländerfeinde, Pro-Steuerbetrug, Militärfreunde - kurz: Volchspartei-Fanclub

    • Ich am 10.09.2019 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tax the Rich

      Bin kein Greta Hasser sie tut mir echt Leid,ihr gestörtes Aussehen,ihre gestörten Blicke sprechen Bände! Das arme Zur Schau gestellte Kind,muss Papas Geldgier befriedigen?

    einklappen einklappen
  • Ueli am 10.09.2019 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Wer das nicht als Satire erkennt, dem ist nicht mehr zu helfen. Ausserdem scheinen hier ziemlich viele betroffen zu reagieren, müsst Euch doch nicht angegriffen fühlen. Sind doch Eurer Meinung nach nur linksgrün versiffte Jugendliche, "die noch nie gearbeitet haben und nichts können". Oder doch ein schlechtes Gewissen einen Kriegsmaterialhersteller zu verteidigen?

  • Wale Fricker am 10.09.2019 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Hat was.

    Nebstem dass die aktivisten gar die Webseite und deren Codierung praktisch 1:1 übernommen haben, muss ich denen zustimmen. RUAG hat die Leute, das Wissen und die Technologie um eine höhere Lebensqualität zu gewährleisten. Besser als Waffen, Panzer, ausländische Partner oder Militärflugzeuge. Dies entspricht leider nicht der Realität.

  • Frtz am 09.09.2019 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung...

    ... wie man als RUAG-Mitarbeiter am Abend noch schlafen kann, wenn man weiss, dass mit dem Material, dass man den ganzen Tag fabriziert/plant, Kinder, Frauen und Männer brutal und blutig erschossen werden. Ich begreif es echt nicht. Kann mir das ein RUAG-Mitarbeiter mal erklären? Merci. PS: Die Job-Ausrede interessiert mich nicht. Ihr findet anderswo eine Stelle. Was mich interessiert, ist, ob ihr innerlich tatsächlich so abgestumpft seid oder ob ihr das einfach ausblenden könnt, dass mit euren Produkten Menschen umgebracht werden? Was sagen eure Freunde und Familie dazu?

    • Ein gewisser Anstand am 09.09.2019 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frtz

      Lieber Fritz dann hoffe ich für dich das du nie im Militär warst, noch nie an einem obligatorischen oder feldschiessen dabei warst und diesen mit deiner Anwesenheit unterstützt hast...sind übrigens auch Produkte dieser Firma die dort verschossen werden, mit einem rein sportlichen Hintergrund. Ich hoffe für sie das sie als Konsument von Gütern immer darauf achten das sie auch nachweislich nachhaltig sind...ohne das irgendwie Ausbeutung oder allenfalls Kinderarbeit dahinter steckt... Ehrlich gesagt ihr finger pointing und erablassende Art in diesem Kommentar finde ich äusserst beschämend.

    • Agent-Orange am 09.09.2019 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frtz

      Du weisst aber schon, dass die RUAG mehr als die Hälfte ihres Umsatzes mit zivilen Projekten macht? Zweitens stellt die RUAG gar keine Hand- oder Faustfeuerwaffen her, höchstens Munition! Die RUAG Ammotec soll früher oder später sowieso abgestossen werden. Ah und noch was, ich arbeite in der IT der RUAG und ich kann ohne Probleme Abends einschlafen. Seitens Familie und Freunden hatte ich noch nie eine negative Rückmeldung bzgl. der Tätigkeiten meines Arbeitgebers....

    • sebozh am 10.09.2019 00:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frtz

      Lieber Frtz Bin leider kein Ruag-MA... Aber denke dass waffen per se nicht nur zum töten unschuldiger hergestellt werden, sondern auch zum Schutz von bedürftigen. Daher denke ich kann ein Ruag-MA ruhigen Gewissens schlafen. Wo arbeiten denn sie, sicher dass sie mit ruhigem gewissen schlafen können?

    • @Fritz, richtig geschrieben am 10.09.2019 00:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frtz

      Wer schützt so viel Naivität und unreifes Geplapper? Wo stünde heute Europa im 2ten Weltkrieg, wenn die Alliirten mit Rosen und Kerzen angetreten wären? Klar doch, ohne Essen gäbe es keinen Hunger mehr und ohne Feuerwehr keine Brände!

    • asdf am 10.09.2019 00:44 Report Diesen Beitrag melden

      moralinsaures inhaltsloses Gewäsch

      auf andere zeigen und sich selbst als moralisch überlegen darstellen ist immer das Einfachste. Gehen Sie immer den Weg des geringsten Widerstandes?

    • Null Tolerant am 10.09.2019 02:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Agent-Orange

      Die Ruag produziert in der ganzen Welt. Was wird wohl in diesen Ländern, produziert, zB in Amerika oder so? Legen sie ihre Hände für Ruag ins Feuer? Ich würde das für niemanden tun, nicht einmal für meinen Arbeitgeber. Ich arbeite übrigens schon seit 36 Jahren in der gleichen Firma.

    • Didi Fiz am 10.09.2019 02:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @@Fritz, richtig geschrieben

      Schön das sie damit anfangen. Aber man hat die Deutschen doch auch mit Munition beliefert, wenn ich mich nicht irre.

    • Boris am 10.09.2019 06:21 Report Diesen Beitrag melden

      Faule Ausreden

      Ohne Schusswaffen sterben definitiv weniger Leute, und ein neutrales Land sollte doch eigentlich keine Waffen verkaufen, auch der zweite Weltkrieg wäre mit weniger Waffen und Munition ganz bestimmt nicht so blutig verlaufen. Keine Armee greift an ohne Knarren.

    • Stefanie Sanders am 10.09.2019 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ein gewisser Anstand

      Das hättest du dir sparen können, der Kommentar von Frtz zeigt das diese Person für vernünftige Argumente gar nicht erst zugänglich ist und nur darauf aus ist zu provozieren.

    einklappen einklappen