Stilfragen

14. Juli 2014 22:02; Akt: 15.07.2014 12:56 Print

Alle wollen Jogis Hemd

von C. Landolt - Der deutsche Chefcoach punktet auch an der Seitenlinie: mit seinem Stil. Joachim Löw ist stets tadellos gekleidet. Die Hemden, die er trägt, verkaufen sich blendend.

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Jogi Löw ist ja seit längerer Zeit schon ein gefeierter Stilheld in seinem Land. Die englische Zeitung «Guardian» hievte ihn in die Liste der bestgekleideten Menschen des Jahres 2010. Geformt hat ihn in seiner Rolle massgeblich die süddeutsche Firma Strenesse, die ihn in den sieben ersten Jahren als Bundestrainer ausstattete. Man erinnert sich: An der EM 2008 sorgte Löw zusammen mit Assistenztrainer Hansi Flick in blütenweissen, hautengen und akkurat hochgekrempelten Slim-Fit-Hemden auf der Trainerbank für modische Furore.

Zwei Jahre später war es der mittlerweile legendäre taubenblaue V-Pullover. Beim ersten Spiel der Deutschen an der WM 2010 trug ihn Jogi Löw als Glücksbringer. Die deutsche Elf gewann. Die Mannschaft war, so erzählt Luca Strehle, der heutige Chef von Strenesse, abergläubisch und wollte, dass er das Outfit künftig bei jedem Spiel trägt, bis sie verlieren. Deshalb wurde der blaue Pulli so berühmt. Das Modehaus hätte, so weiss man es aus Berichten, zeitweise Zehntausende Löw-Pullis pro Saison verkaufen können – wenn man denn die nötigen Mengen am Lager gehabt hätte. Der Kult-Pulli hängt nun sogar im DFB-Museum.

Dunkle Farben in Gangster-Manier

Doch jetzt tragen Jogi und Co. Hugo Boss. Auch dieser Herrenausstatter kleidet die deutschen Mannen tadellos. Zu offiziellen Terminen tragen Löw und die Weltmeisterjungs Anzüge in dunklen Farben. Dazu kommt ein Casual-Outfit und eine Reisegarderobe inklusive Schuhen. Auf Werbefotos etwas düster inszeniert, tat das Bild doch seine Wirkung, lehrte die DFB-Truppe den Gegnern ja tatsächlich das Fürchten.

Der Anzugschneider profitiert vom Erfolg der deutschen Nationalelf. Den Effekt spürt Hugo Boss direkt: «Der Effekt ist spürbar beim Abverkauf. Die Anzüge aus der DFB-Kollektion werden sehr gut nachgefragt und auch die Hemden und Hosen, die Bundestrainer Joachim Löw während der Spiele getragen hat, verkaufen sich deutlich besser als vergleichbare Modelle», teilt Hugo Boss Deutschland auf Anfrage mit.

Hugo Boss erwirtschaftete im Jahr 2013 mit knapp 12'500 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. Wie sich die Zahl der bereits verkauften Hemden der diesjährigen SFB-Kollektion konkret konstituiert, wollte Hugo Boss nicht kommunizieren.