Rote Zahlen

25. Juli 2014 01:01; Akt: 25.07.2014 01:01 Print

Amazon fährt im zweiten Quartal Verlust ein

Obwohl der US-Onlinehändler Amazon den Umsatz steigern konnte, beläuft sich der Nettoverlust im zweiten Quartal auf 126 Millionen Dollar. Investitionen führten zum Verlust.

storybild

Amazon hat im zweiten Quartal 2014 einen Verlust von 126 Millionen Dollar eingefahren. (Bild: Keystone/AP/Ross D. Franklin)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der US-Onlinehändler Amazon hat wegen kräftiger Investitionen in neue Geschäftsbereiche im zweiten Quartal seinen Nettoverlust überraschend stark ausgeweitet. Dieser belaufe sich auf 126 Millionen Dollar, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.

Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus sieben Millionen Dollar betragen. Für das laufende Quartal rechnet das Management sogar mit einem operativen Verlust von bis zu 810 Millionen Dollar.

Zugleich erzielte der Konzern einen Umsatz von 19,34 Milliarden Dollar, das ist ein Plus von 23 Prozent. Damit traf Amazon die Erwartungen von Experten. Die Aktie rutschte nach Bekanntwerden der Zahlen nachbörslich um 8 Prozent ab.

Kritische Stimmen mehren sich

«Wir arbeiten hart daran, das Einkaufserlebnis bei Amazon stetig zu verbessern», erklärte Firmengründer und -chef Jeff Bezos am Donnerstag am Sitz in Seattle. Sein teurer Expansionskurs lässt Amazon aber immer wieder in die Verlustzone rutschen.

In der Vergangenheit waren die Anleger grundsätzlich einverstanden mit dem Treiben des Firmengründers. Doch die kritischen Stimmen mehren sich. Seit Jahresbeginn hat die Aktie alleine im regulären Handel bereits ein Zehntel ihres Werts verloren. Die Aussicht auf einen noch grösseren Verlust im kommenden Quartal liess die Investoren nun reihenweise flüchten.

Lebensmittel, Fernsehshows und Smartphones

Bezos' Ziel ist es, rasch Marktanteile zu gewinnen, neuerdings etwa durch eine Lieferung am Sonntag in den USA. In ausgesuchten US-Städten liefert Amazon mittlerweile sogar Lebensmittel aus.

Amazon entwickelt inzwischen eigene Fernsehshows und Videospiele. Ausserdem ist der Konzern ins Smartphone-Geschäft eingestiegen und hatte Mitte Juni ein Handy namens «Fire» vorgestellt, mit dem er vor allem Apple und Samsung Konkurrenz machen will.

Kritik muss sich Amazon auch aus anderen Ecken gefallen lassen: Gewerkschafter kritisieren die Arbeitsbedingungen, und einzelne Buchverlage beklagen eine Gängelung durch den Versandriesen, der Preissenkungen bei elektronischen Büchern durchsetzen will. Jüngst hatte Amazon in den USA sogar eine E-Book-Flatrate eingeführt, bei der Kunden für knapp zehn Dollar im Monat Zugang zu 600'000 Titeln bekommen.

(sda)