St. Galler Kantonalbank

09. Februar 2011 11:08; Akt: 09.02.2011 11:08 Print

Angst vor Zinsanstieg nagt am Gewinn

Die St. Galler Kantonalbank (SGKB) hat im vergangenen Jahr wegen Absicherungskosten für steigende Zinsen deutlich weniger verdient.

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Der Erfolg aus dem Zinsgeschäft schrumpfte um 9,7 Prozent auf 287 Mio. Franken, teilte die St. Galler Kantonalbank am Mittwoch mit. Angesichts des historisch tiefen Zinsniveaus habe sich die Bank gegen steigende Zinsen abgesichert, was 27,9 Millionen Franken kostete. Der Konzerngewinn sank gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf 146,3 Millionen Franken.

Allerdings hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Zinswende bis heute noch nicht eingeleitet. Ohne die Absicherungskosten läge das Zinsengeschäft auf dem Niveau des Vorjahrs, sagte Roland Ledergerber, Präsident der SGKB- Geschäftsleitung, vor den Medien.

Im Vergleich mit anderen Kantonalbanken habe die SGKB mit dieser Versicherung gegen steigenden Zinsen nicht zu vorsichtig gehandelt, sagte Franz Peter Oesch, Präsident des SGKB-Verwaltungsrats. Andere Institute hätten die Prämien schon 2009 bezahlt, darum sei das Ergebnis der SGKB im Zinsengeschäft 2010 vergleichsweise tiefer.

Neue Kundengelder

Auch im Handelsgeschäft ging der Erfolg zurück, und zwar um 6,9 Prozent auf rund 36,8 Millionen Franken. Zulegen konnte die SGKB im vergangenen Jahr im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, wo der Erfolg um 3,3 Prozent auf 158,4 Millionen Franken stieg.

Sowohl die Kundenausleihungen (+7,4 Prozent auf 19,879 Milliarden Franken) als auch die Kundenvermögen (+3,0 Prozent auf 42,227 Milliarden Franken) erreichten neue Höchststände. Dies sei angesichts des negativen Währungseinflusses bemerkenswert, sagte Ledergerber.

Dividende reduzieren

Die Hypothekarforderungen wuchsen 2010 um 5,8 Prozent. Sie liegen im Moment bei rund 16,6 Milliarden Franken. Der grösste Teil davon, nämlich 81 Prozent, werden für Wohn-Liegenschaften gewährt.

Die Dividende für 2010 soll von 20 Franken im Vorjahr auf 18 Franken pro Aktie reduziert werden. Davon werden allerdings sieben Franken steuerfrei aus Kapitaleinlagen ausbezahlt, was für Privatpersonen und nicht buchführungspflichtige Aktionäre wirtschaftlich einem Gegenwert von rund neun Franken entspricht, wie Oesch sagte.

Gute Eigenkapitalbasis

Die St. Galler Kantonalbank verfügte Ende vergangenen Jahrs über 1,83 Milliarden Franken Eigenkapital. Damit genügte die SGKB auch den verschärften Anforderungen der Finanzmarktaufsicht (Finma), die Ledergerber sinnvoll findet und die 2017 in Kraft treten sollen.

Für das laufende Jahr erwartet die SGKB ein Ergebnis leicht über dem Vorjahr, wie Roland Ledergerber sagte. Das Marktumfeld bleibe anspruchsvoll. Grundsätzlich erwartet der SGKB-Chef eine positive Wirtschaftsentwicklung und ein weiter volatiles Börsengeschehen.

(sda)