Schadstoffe

24. September 2019 13:00; Akt: 24.09.2019 13:00 Print

VW-Chefs nach Diesel-Skandal angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat die Führung von VW wegen Marktmanipulation angeklagt. Sie sollen vom Abgas-Schwindel gewusst haben.

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Die Dieselaffäre traf Millionen VW-Kunden. Aber auch Anleger verlangen Schadenersatz, weil die Aktien des Konzerns nach dem Auffliegen gefälschter Abgasdaten an Wert verloren. Strafverfolger wollen das Top-Management nun persönlich zur Rechenschaft ziehen.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat die Führungsspitze von Volkswagen wegen Marktmanipulation angeklagt. Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, Vorstandschef Herbert Diess und dem Ex-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn wird vorgeworfen, Anleger im Jahr 2015 nicht rechtzeitig über die Risiken der Dieselaffäre informiert zu haben. Das teilten die Strafverfolger am Dienstag mit.

Investoren verlangen Entschädigung

Die Staatsanwälte hatten untersucht, ob die VW-Manager früher als bisher eingeräumt von konkreten Täuschungen bei den Abgasdaten in den USA wussten. Den Ermittlungen zufolge war dies der Fall.

In der Mitteilung hiess es: «Den genannten – ehemaligen oder amtierenden – Vorstandsmitgliedern der Volkswagen AG wird vorgeworfen, entgegen der ihnen obliegenden gesetzlichen Pflicht den Kapitalmarkt vorsätzlich zu spät über die aus dem Aufdecken des sogenannten Diesel-Skandals resultierenden erheblichen Zahlungsverpflichtungen des Konzerns in Milliardenhöhe informiert und damit rechtswidrig Einfluss auf den Börsenkurs des Unternehmens genommen zu haben.»

Investoren verlangen Entschädigung für den damaligen Einbruch des Aktienkurses: Sie argumentieren, dass die VW-Spitze die Finanzwelt früher über die Risiken der Dieselkrise hätte ins Bild setzen müssen. Dazu läuft auch ein Kapitalmarkt-Musterverfahren in Braunschweig.

Manager wussten Bescheid

Pötsch war Finanzvorstand des Volkswagen-Konzerns, als der damalige Vorstandschef Martin Winterkorn Abgas-Manipulationen an Motoren von Dieselautos in den Vereinigten Staaten einräumte. Das Ausmass des Skandals wurde erst danach deutlich: Millionen Fahrzeuge weltweit waren betroffen, viele Besitzer von VW-Aktien mussten Kursverluste hinnehmen. Der heutige Vorstandschef Diess kam im Sommer 2015 in den Konzern und war zunächst nur Chef der Volkswagen-Kernmarke.

VW hatte nach Prüfungen von US-Umweltbehörden und -Forschern zugeben müssen, die Abgas-Software bestimmter Dieselmotoren so eingestellt zu haben, dass im tatsächlichen Betrieb auf der Strasse deutlich mehr giftige Stickoxide (NOx) ausgestossen wurden als in Schadstofftests. Am 18. September 2015 wurden die Manipulationen bekannt – die Manager standen im Verdacht, trotz möglicher Hinweise lange vor diesem Datum nicht auf die drohenden finanziellen Risiken eingegangen zu sein.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kennedy am 24.09.2019 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Die Chefs sollen davon gewusst haben?

    Ja, wer sonst als die Chefs soll das Ganze angeordnet haben? Da hat wohl kaum ein kleiner Fliessbandarbeiter mal kurz Siemens und Bosch beauftragt entsprechende Soft- und Hardware zu programmieren/bauen, alles bezahlt und dann auch noch die nötigen Änderungen in der Produktionsstrasse veranlasst. Das kann nur aus der Geschäftsleitung kommen.

  • Kai N'Vauwegroup Mehr am 24.09.2019 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Fahrzeug der VW-Gruppe

    Das ist doch der Gipfel der Frechheit. Jetzt werden die "nur" angeklagt aufgrund des nichtinformierens und damit verbunden Verlusten bei den Aktienkursen. Die sollten wegen vorsätzlichen Betruges in Millionen von Fällen angeklagt und nie mehr frei kommen. Ich werde nie mehr ein Fahrzeug aus der VW-Gruppe kaufen. Im Gegensatz zu vielen anderen vergesse ich nicht so schnell. Und nun schon wieder Betrug bei neuen Audimodellen.

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  • Ronny C. am 24.09.2019 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechter Konsumentenschutz

    Natürlich wusste im VAG-Konzern "jeder" Bescheid, auch Porsche wusste genau, was für lowest-tech-Stinker sie verbaut haben, das ist ja heute bekannt. Der Konzern konnte und kann seine Dieselmotoren nicht "sauber" kriegen, deshalb gibts in den USA, China, Südamerika usw. keine Zulassung mehr. Als Folge davon werden die produzierten Motoren hier verschachert in Audi S-Modellen, VWs usw. Nun gut, aus Sicht des Konzerns ist das verständlich. Warum werden aber Kunden und insbesondere Dieselabgas-Geschädige in der EU nicht von VAG entschädigt ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rene54 am 25.09.2019 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Totaler Quatsch

    wo ist das Problem habe früher einen Benziner gefahren der 15 bis 20 Liter gebraucht hat. Jetzt habe ich einen Diesel der braucht 5,5 bis 6,5 Liter, jetzt überlege ich mir ein Elektroauto zu kaufen,das Problem ist die Bewilligung für ein Atomkraftwerk in meinem Keller ist noch nicht durch, oder soll ich mir ein Kreuzfahrtschiff kaufen???????????

  • Bruno Ochsner am 25.09.2019 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    Entrüstet

    Auch wenn die Unschuldsvermutung bis zum Urteil gilt. Ist meine Entrüstung wegen dieser Anklage sehr sehr klein. Entweder Sie haben es schon jahrelang gewusst oder sind einfach unfähig. Da dann die Untergebenen ihnen dann ja jahrelang auf der Nase herumgetanzt sind.

  • S. Tromer am 25.09.2019 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer wieder diesel

    und weiterhin fleissig Diesel Motoren weiterverkaufen. die deutsche autoindustrie lernt einfach nicht dazu und setzt stur auf diesel. jede neue dieselgeneration wird verherrlicht und besser höher weiter sauberer?! angepriesen, experten gehen davon aus dass die deutschen hersteller den zug auf schadstoffarme antriebe verpassen

    • Umweltbewusst am 25.09.2019 08:37 Report Diesen Beitrag melden

      Der Nutzung angepasster Motor

      Diesel sind effizienter als Benziner und stossen damit weniger Co2 aus. Die Probleme mit NOx sind lösbar, werden aber bisher nur in Lastwagen und Bussen verbaut. Ob's nur der Preis oder auch der Platz für diese NOx-Redukoren ist kann ich nicht beurteilen, doch lass' ich mir mein Auto nicht vermiesen. Solange der Staat nicht mithilft, die Pendelei zu verringern (ausgeglichene Zahlen von Wohn- und Arbeitsplätzen pro Ort/Region), muss niemand den Einzelnen angreifen. Übrigens: wenn alle Elektroautos fahren würden, würde unser Stromnetz regelmässig zusammenbrechen.

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  • S.D. am 25.09.2019 03:09 Report Diesen Beitrag melden

    VW ist ein winziger Fisch

    Die Weltflotte von 90.000 Schiffen verbrennt rund 370 Millionen Tonnen Treibstoff pro Jahr, was einer Emission von 20 Millionen Tonnen Schwefeloxid entspricht. Allein die 15 größten Schiffe der Welt stießen pro Jahr so viele Schadstoffe aus wie 750 Millionen Autos, so der NABU (Naturschutzbund Deutschland). Quelle Welt 14.08.2013

    • El Don am 25.09.2019 04:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @S.D.

      ohaaa wusste ich jetzt nichtmal! S.D Hut ab. Einer der besten Kommentare welche ich je hier gelesen hab

    • Wörni am 25.09.2019 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @S.D.

      Die rot grüne Gesellschaft hat das Mass der Dinge verloren. Sie informieren sich sehr einseitig zu ihren Gunsten. Wenn solche Leute an die Macht kommen, gibt es Chaos.

    • peter laufmann am 25.09.2019 08:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Wörni

      Du hast nichts begriffen, disqualifiziertst dich selber mit deinem Kommentar. Der Kommentar von S.D. ist da meilenweit von deinem entfehrnt, denn er nennt im Gegensatz zu dir Fakten. Nicht solch populistisches wirrwarr wie du. Wir schaffen es RATIONAL (Mathe) zusammen besser als emotional (Parteibüechli) zerrstritten (teilen und herrschen) und die Resultatsfindung wird um einiges effizienter. Ich hoffe du kannst so weit folgen :-) und erkennst dein eigenes Chaos das du damit anrichtest!

    • RonnyTony am 25.09.2019 11:57 Report Diesen Beitrag melden

      @S.D.

      1. Wen interessiert das? Diese Schiffe geben ja nicht an sauberer zu sein als sie es sind. Genau diesen Betrug hat VW aber begangen und darum gehts. 2. Die meisten dieser Schiffe sind unterwegs, damit die Tankstellen weltweit mit Treibstoff versorgt werden. Diese Grau-Energie wird höchstselten miteingerechnet beim Vergleich mit Elektroautos.

    • PS;L am 25.09.2019 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      Wachstum > Nachhaltigkeit

      Die Schiffe bringen das Roh-Lithium aus China um die ganze Welt um Batterien herzustellen, welche dann wiederum um die ganze Welt gehen um in Autos eingebaut zu werden die dann wieder in China gebaut werden und mit eben diesen Schiffen, um die ganze Welt geschippert werden - Wertschöpfungstreppe heisst das dann und das treibt unsere Wirtschaft an.

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  • Jurast am 24.09.2019 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfair und boshaft

    Die Manager haben doch nichts gemacht ausser ihren Konzern zu repräsentieren und zu erleichtern. Wo istz