Milliarden-Angebot

22. Mai 2019 11:49; Akt: 22.05.2019 21:58 Print

Apple wollte sich Tesla unter den Nagel reissen

Apple und Tesla sind grosse US-Kultmarken – offenbar gab es Gespräche, die beiden zu vereinen. Apple soll 27 Milliarden Dollar geboten haben.

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240 Dollar pro Aktie soll Apple 2013 für Tesla geboten haben – das wären rund 27 Milliarden Dollar für den Autobauer. «Ich weiss nicht, ob es formal dokumentiert wurde, aber mehrere Quellen bestätigen, dass Apple Tesla ein Angebot machte», so Craig Irwin von der Investment-Firma Roth Capital Partners zu CNBC. Der Deal sei geplatzt, weil CEO Elon Musk sich nicht aus der Firma zurückziehen wollte. Der Techkonzern dürfte weiterhin an Tesla interessiert sein. Eine Voraussetzung für einen Deal wäre ein guter Preis. Die Tesla-Aktien haben dieses Jahr fast 40 Prozent an Wert verloren und der Preis ist zeitweise unter 200 Dollar pro Aktie gefallen. Ursprünglich wollte Elon Musk gar kein neues Kapital aufnehmen. Nun hat Tesla 2,7 Milliarden US-Dollar bekommen – doch das könnte womöglich nur wenige Monate reichen. Manchmal verspricht Elon Musk Dinge, die er nicht halten kann. Bereits 2017 sollte zum Beispiel ein selbstfahrender Tesla quer durch die USA fahren. Geschehen ist das immer noch nicht. 2018 werde Tesla insgesamt 500'000 Fahrzeuge produzieren, hiess es 2016 in einem Brief von CEO Elon Musk und CFO Jason Wheeler an Investoren. Diese Zahl erreichte Tesla nicht einmal annähernd: Der Autobauer stellte mit rund 250'000 Teslas gerade einmal die Hälfte der prognostizierten Fahrzeuge her. Im Sommer 2018 strich Tesla 9 Prozent der Arbeitsplätze – etwa 4000 Jobs. «Wir treffen diese schwere Entscheidung jetzt, damit wir das nie wieder tun müssen», erklärte der CEO die Massenentlassungen in einem Schreiben an die Angestellten. Bereits ein halbes Jahr später kam die nächste Entlassungswelle. Im Januar 2019 verkündete der Autobauer einen weiteren Abbau von 7 Prozent der Vollzeitstellen – das traf weitere 3000 Mitarbeiter. Als Elon Musk 2016 die Solardach-Ziegel von Tesla vorstellte, beschrieb er das Angebot als «ein Dach, das besser aussieht als ein normales, doppelt so lange hält, weniger kostet und auch noch Elektrizität generiert». Der Haken: Beispielrechnungen zeigen, dass das Tesla-Dach um ein Vielfaches teurer ist als ein herkömmliches. Im August 2018 schrieb Elon Musk auf Twitter, er habe die Finanzierung für Teslas Börsenaustritt gesichert. Wie sich herausstellte, war das aber gar nicht der Fall – die US-Börsenaufsicht warf Musk deswegen Betrug vor.

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Apple interessiert sich für den E-Auto-Bauer Tesla. Bereits 2013 habe der Techkonzern 240 US-Dollar pro Aktie geboten, sagt ein Analyst zu «CNBC»: «Ich weiss nicht, ob es formal dokumentiert wurde, aber mehrere Quellen bestätigen, dass Apple Tesla ein Angebot machte», so Craig Irwin von der Investment-Firma Roth Capital Partners. Der Kaufpreis für das Unternehmen habe somit bei rund 27 Milliarden Dollar gelegen.

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Irwin ist überzeugt, dass Apple auch jetzt noch an Tesla interessiert sein dürfte. Der Konzern arbeite im Geheimen an seinem Autoprojekt.

Musk wollte nicht gehen

Wenn Apple wirklich interessiert wäre, warum ist es bisher nicht zu einem Deal gekommen? Laut Irwin liegt das an CEO Elon Musk, der sich zur Zeit des Angebots 2013 mit Vertretern von Apple getroffen hat. Offenbar habe Apple sich gewünscht, dass Musk sich von Tesla zurückziehe. In diesem Punkt habe man sich nicht einigen können.

Eine weitere Voraussetzung für einen Deal wäre ein guter Preis. Derzeit liegt die Marktkapitalisierung von Tesla bei über 35 Milliarden Dollar. Ein Angebot über 27 Milliarden Dollar – wie das von Apple vor sechs Jahren – dürfte heute deutlich zu tief sein.

Weder Apple noch Tesla haben den Bericht bisher kommentiert.

(rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R.S. am 22.05.2019 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Immer nur das negative...

    Anstatt zu schreiben "Er versprach, dass er 500'000 Fahrzeuge produzieren wird" sollte man besser schreiben "Tesla produzierte mehr Elektroautos als alle anderen Autohersteller zusammen". Anstatt zu schreiben "Tesla entliess 3000 Mitarbeiter" sollte man schreiben "innert 5 Jahren stellte Tesla 25'000 neue Mitarbeiter ein". Anstatt zu schreiben "Musk und Tesla bekamen 20 Millionen Strafe von der SEC" sollte man schreiben "VW musste 5 Milliarden Strafe für den Diesel-Skandal blechen". Wie man nur mit negativen Berichten die fortschrittlichste Firma unserer Zeit ins Negative dreht ist skandalös.

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  • pater007 am 22.05.2019 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überteuert

    Eines haben sie ja schon gemeinsam: Es sind beides komplett überteuerte Marken.

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  • Franz B am 22.05.2019 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwärts

    Einfach nach ein bisschen warten. Dann kann man Tesla günstig übernehmen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ferro am 24.05.2019 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    wer s glaubt

    wird selig, Apple kauft bestimmt keine Firma die unterwegs in Pleite ist, im ersten Quartal hat Tesla 31% weniger Autos verkauft als im 4. 2018 und immer weniger Kunden sind bereit ein Auto zu kaufen das ab und zu Räder verliert und desen Batterie sehr oft brennt.

  • Autoexperte am 24.05.2019 00:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zum Scheitern verurteilt

    alleine das die Aktie in diesem Jahr über 40% Wert verloren hat und knapp 10 Milliarden Schulden, dazu nicht erwartete tiefe Produktionszahlen, dass kann nicht mehr gut kommen

  • cyrill am 23.05.2019 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    gibt es in den usa auch kooperationen

    und nein das stimmt so nicht ganz was sie da erzählen, man hat sondiert. man suchte einen geeigneten autobauer, aktuell setzen wir au psa und fiat chrysler, jedenfalls beim autonomen fahren google software bei fiat chrysler und psa ist mir sehr sympathisch, die deutschen wollen ja in eigenregie das ganze entwicklen ihnen fehlen aber die notwendigen datensätze. uber ist aktuell auch so ein thema weil sie kein autobauer sind, sondern nur dienstleister. das ist eben mittlerweile schwierig weil die deutschen sie wollen den kuchen nicht teilen, darum sind sie seit längerer zeit abgehängt. mit ford

    • Illumination am 23.05.2019 20:35 Report Diesen Beitrag melden

      @cyrill

      Ähm - Daimler will ein erstes autonomes Fahrzeug im Rahmen seiner verschiedenen Mobilitätsprojekte bis Ende 2020 auf die Strasse bringen und folgt damit Firmen wie Waymo oder Ford, die mit ähnlichen Testflotten in den USA bereits auf der Strasse unterwegs sind.. Und im Hintergrund laufen Kooperationen diverser Fahrzeug- und Software-Hersteller "kreuz und quer" - einfach ohne "Lärm" wie bei Tesla..

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  • cyrill am 23.05.2019 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    tja wie auch immer

    jep ich weiss davon, man dachte auch nach mclaren zu kaufen. aber das ist jetzt alt das war 2014 2015. 2014 kam das ganze ins rollen oder war es 2013 , ach ist schon lange her. gibt einen grund warum apple in austin texas baut ganz nahe bei der NASA :D ;)

    • Autoexperte am 24.05.2019 00:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @cyrill

      ja wegen der optimalen Lage für ein datacenter.

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  • Daniela am 23.05.2019 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Was wollt ihr mehr?

    Der Typ hat Visionen und setzt viele davon um, Punkt!

    • Autoexperte am 24.05.2019 00:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daniela

      viele Visionen, eher Träume, die meisten Ziele hat er nicht erreicht.

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