6 Milliarden Franken

14. Februar 2011 07:34; Akt: 14.02.2011 13:41 Print

Araber investieren in Credit Suisse

Der Staatsfonds Katars und saudische Investoren werden 2013 insgesamt 6 Milliarden Franken einer Pflichtwandelanleihe der Credit Suisse zeichnen. Die Börse reagiert positiv.

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Die Grossbank Credit Suisse (CS) gibt eine bedingte Pflichtwandelanleihe mit einem Volumen von 6 Mrd. Fr. heraus. Solche als Coco-Bonds (Contingent Convertible Bonds) bekannte Anleihen werden automatisch in Eigenkapital gewandelt, wenn die Kapitalquote der Bank unter einen bestimmten Wert sinkt.

Gezeichnet werden die Coco-Bonds vom Staatsfonds des Scheichtums Katar und der saudi-arabischen Olayan-Gruppe, wie die CS am Montag mitteilte. Der Staatsfonds von Katar hält bereits jetzt über 6 Prozent des Aktienkapitals der CS.

Neue Eigenkapitalvorschriften

Die Platzierung des Coco-Bonds erfolgt frühestens im Herbst 2013, mit den beiden Investoren hat die CS zum jetzigen Zeitpunkt lediglich eine Vereinbarung zur Zeichnung der Anleihen getroffen. Im Communiqué wird CS-Chef Brady Dougan dahingehend zitiert, dass die Coco-Bonds ein wichtiger Bestandteil der Strategie zur Stärkung der Kapitalbasis seien.

Die Herausgabe von Coco-Bonds steht in Zusammenhang mit den neuen Eigenkapitalvorschriften, die als Folge der Finanzkrise und der milliardenschweren Staatshilfen für Banken erlassen wurden. Die schärferen Vorschriften sollen verhindern, dass der Staat Steuergelder einsetzen muss, um grosse systemrelevante Finanzinstitute zu retten.

CS in «sehr starker Position»

Die Aktien der CS haben am Montagmorgen nach der Ankündigung zugelegt. Bis 10.15 Uhr stieg der Aktienkurs um 3,5 Prozent, derweil der Leitindex SMI (Swiss Market Index) nur leicht höher als am Freitagabend notierte (+0,3 Prozent). Mit dem Kursgewinn haben die CS-Aktien aber die Verluste der Vorwoche noch nicht wieder eingeholt. Der Aktienkurs hat insbesondere nach der Publikation des Jahresergebnisses nachgegeben. Ende der letzten Woche lag er 5,4 Prozent tiefer als zu Beginn.

Analysten begrüssten die Coco-Bonds als eleganten Schritt, mit dem die neuen regulatorischen Kapitalvorschriften umgesetzt werden könnten, ohne dass das Aktienkapital kurzfristig verwässert werde. Die Bank habe mit der Vereinbarung mit den beiden arabischen Investoren zudem bewiesen, dass solche Finanzierungsinstrumente auf dem Markt platziert werden könnten.

Auch für die Grossbank selbst ist der Vertrag mit dem Staatsfonds des Scheichtums Katar und der saudi-arabischen Olayan-Gruppe ein Zeichen der Stärke. CS-Finanzchef David Mathers sagte an einer Telefonkonferenz, die Bank sei damit in einer «sehr starken Position», die künftig strengeren Kapitalerfordernisse für Grossbanken zu erfüllen.

Die CS hat laut Mathers zudem nun die Frage beantworten können, ob die Coco-Bonds zu vernünftigen Kosten platziert werden könnten. Die Papiere, die frühestens im Herbst 2013 ausgegeben werden, werden je nach Währung und Bezahlung einen Coupon von 9,0 bis 11 Prozent aufweisen. Den Fall, dass seine Bank die Anleihen in Aktien wandeln müsse, bezeichnete der CS-Finanzchef an der Telefonkonferenz als «sehr unwahrscheinlich».

(sda)