Frauen im Top-Kader

03. März 2011 15:11; Akt: 04.03.2011 14:12 Print

Arbeitgeber entdecken die Managerinnen

Ein ausgewogener Frauenanteil an der Führungsspitze eines Unternehmens trägt massgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Diese Botschaft ist jetzt auch bei den Firmen angekommen.

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Mehr Frauen in Führungspositionen fordert das Seco. (Quelle: Colourbox)

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Mehr Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft ist auch im Interesse der Unternehmen. Das Seco hat am Donnerstag, unterstützt von Arbeitgeber- und Gewerbeverband, einen Appell zur Erhöhung des Frauenanteils in Unternehmen lanciert. Eine Broschüre stellt positive Beispiele vor.

Die jüngsten Statistiken zeigen, dass Frauen in Führungspositionen immer noch untervertreten sind. Die Situation hat sich, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) feststellt, seit rund zehn Jahren nicht wesentlich verbessert. Untersuchungen zeigten aber, dass ein ausgewogener Frauenanteil an der Führungsspitze massgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg beitrage.

Stillstand seit 30 Jahren

In einer Reaktion stellte der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) fest, dass die Initiative auf den ersten Blick sympathisch erscheine, in Wirklichkeit aber das Eingeständnis von Versagen sei.

Die seit 30 Jahren proklamierte, aber in der Praxis nur äusserst schwach eingelöste Gleichstellung gehe aber weit über den Mangel weiblicher Vertretung in den Teppichetagen hinaus. Viel drückender ist für den SGB, dass Frauen besonders von Tiefstlöhnen betroffen sind.

Die Entdeckung weiblicher Talente

Der Schweizerische Arbeitgeberverband und der Schweizerische Gewerbeverband unterstützen die SECO-Initiative. Damit mehr Frauen in Führungspositionen kämen, brauche es ein gezieltes Engagement der Unternehmensspitze sowie grundsätzliche Veränderungen bei der Unternehmenskultur und beim strategischen Denken, wird der Direktor des Arbeitgeberverbandes, Thomas Daum, in der Broschüre zitiert.

Für Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Gewerbeverbandes, haben die KMUs im harten Konkurrenzkampf nichts zu verschenken. Die Entdeckung von weiblichen Talenten sei dabei ein Erfolgsfaktor. Gute Leistungen fielen in den KMUs wegen dem direkten Kontakt schnell auf.

Im Eigeninteresse der Unternehmen

Die zehn in der Broschüre porträtierten Unternehmen geben als Hauptgründe für ihr Eintreten für mehr Frauen in der Führung folgende Gründe an: den absehbaren Arbeitskräftemangel ab 2015, die Möglichkeit sich als attraktive Arbeitgeberin zu präsentieren, den drohenden Verlust an Knowhow und einen unternehmerischen Mehrwert durch gemischte Teams.

Die Zielsetzungen der Unternehmen sind häufig implizit. Explizite Ziele setzen sich beispielsweise Raiffeisen und Roche. Die Genossenschaftsbank will bis 2015 mindestens 30 Prozent Frauen im Top-Kader haben. Bei Roche sollen bis Ende 2014 mindestens 20 Prozent des obersten Kaders Frauen sein.

Dass fehlende Frauenförderung auch in den Nachbarländern ein Problem ist, zeigt eine ebenfalls am Donnerstag veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens Mercers. Zwei Drittel der 450 befragten europäischen Unternehmen habe beispielsweise keine Strategie zur Entwicklung von Frauen für Führungspositionen. Lediglich elf Prozent der Unternehmen planen die Einführung von Initiativen zur Frauenförderung.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto B. am 03.03.2011 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Den Männern helfen

    Ich denke wenn die Unternehmen mehr Männern helfen würden, teilzeit zu arbeiten, und intakte Aufstiegschancen für Teilzeitarbeitende (beider Geschlechter) bestünden, dann würde sich das Problem massiv entschärfen. Momentan bleibt den meisten nur die Option einer bleibt daheim und einer geht weiter arbeiten. Wer dann daheim bleibt ist aus Statistiken ersichtlich.

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  • Michael S. am 03.03.2011 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Menschen an die Macht!

    30 Jahre Stillstand = 30 Jahre Chancen verpasst! Frauen sind ganz klar die besseren Manager, siehe in den Haushälter, da stehen die Männer an Kleinigkeiten an und wissen nicht was sie machen müssen. Dieses "wer hat den grössten" ist typisch Mann und gehört nicht mehr in unsere Kultur. Frau, Mann, schwul, lesbisch u.s.w, spielt doch keine Rolle, sondern gut oder schlecht muss bewertet werden, dann geht es auch bergauf mit uns Menschen!

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  • wesi am 03.03.2011 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    Manager

    Der Geschlechterkrieg in den Chef-Etagen ist kleinkariert!Man sollte nicht den/die Besten/e sondern den Geeignetsten/e anstellen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Vater am 03.03.2011 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Gesellschaftlich denken.

    Natürlich sind Frauen untervertreten. Das nicht nur in der Führungsebene, sondern in der Arbeitwelt allgemein. Es gibt eben nicht nur Karrierefrauen, sondern auch solche, die (trotz Kindern) arbeiten müssen, weil sie sonst verarmen. Lasst die Mütter doch bei ihren Kindern und den Vätern einen guten Lohn, sodass die Familie davon leben kann. Ihr fördert nur Arbeiter-Paare ohne Kinder, welche jetzt schon genug Geld haben.

  • wesi am 03.03.2011 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    Manager

    Der Geschlechterkrieg in den Chef-Etagen ist kleinkariert!Man sollte nicht den/die Besten/e sondern den Geeignetsten/e anstellen!

  • Michael S. am 03.03.2011 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Menschen an die Macht!

    30 Jahre Stillstand = 30 Jahre Chancen verpasst! Frauen sind ganz klar die besseren Manager, siehe in den Haushälter, da stehen die Männer an Kleinigkeiten an und wissen nicht was sie machen müssen. Dieses "wer hat den grössten" ist typisch Mann und gehört nicht mehr in unsere Kultur. Frau, Mann, schwul, lesbisch u.s.w, spielt doch keine Rolle, sondern gut oder schlecht muss bewertet werden, dann geht es auch bergauf mit uns Menschen!

    • tzs am 03.03.2011 17:59 Report Diesen Beitrag melden

      naja

      "wer hat den Grössten" ist typisch Mann? Das sagst du! Du willst nicht wissen, was Frauen für Sachen besprechen...Und wie viel Eifersucht, Konkurrenzkampf und Neid bei den Damen mitspielt! Ich als Frau mag Männer tausendmal mehr weil die einen nicht unfair, neidisch bewerten, sondern ehrlich und nach der Leistung!

    • Maryna am 03.03.2011 18:17 Report Diesen Beitrag melden

      Mann soll Mann bleiben

      "...typisch Mann.." gehört nicht mehr in unsere Kultur. Das ist aber gar nicht meine Meinung! Ich wünsche mir, dass die Männer männlich bleiben. Nicht zu verweichlichte Halbfrauen werden. Die Männer sind perfekt und suuuper so wie sie die Natur geschaffen hat, nämlich einfach als MANN, mit Ecken und Kanten...Und mit ihren männlichen Eigenheiten, und diese müssen sie nicht ablegen!

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  • Christian am 03.03.2011 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Kann doch nicht sein

    Ich finde Frauen sehr viel unkompetenter wie Männer, deshalb bin ich dagegen... Und ich rede aus Erfahrung, ich bin schliesslich seit 5 Jahren bei der UBS tätig und stelle das Tag täglich fest..

    • Nadja am 03.03.2011 16:43 Report Diesen Beitrag melden

      aha

      Frauen inkompetent nennen und selber das Wort nicht schreiben können? Hmmm...

    • Schweizer am 03.03.2011 20:14 Report Diesen Beitrag melden

      Buob!

      Steht zwar nicht im Duden ist aber Umgangssprachlich korrekt. Zudem sollte immer noch die Firma entscheiden wer sie anstellen. Das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun!

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  • hana am 03.03.2011 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    ahhhhhhhhhhhhhhh

    SO ein Mist, natürlich nehme ich es auch klar entgegen, wenn ich einen Frauenbonus bekomme! Da sage ich nie nein! Ich bin immer froh, wenn einem die Herren helfen. Aber doch nicht per Gesetz oder weil es irgendeine Quote gibt! Diese Männerfeindlichkeit NERVT! Man und frau sollen einfach auf die Leistung schauen und nicht aufs Geschlecht und bezweifle, dass die Damen die besseren Manager sind! Man fördert die Buben in der Schule auch nicht! Wieso werden immer nur die Mädchen gefördert? Dieses Thema ist langweilig! Die Frauen sollen Frauen, die Männer Männer bleiben!

    • Nadja am 03.03.2011 17:05 Report Diesen Beitrag melden

      schön wär's

      Liebe Hana Das wäre natürlich das Beste für alle, Gleichberechtigung, gleiche Chancen, keine Bevorzugung oder spezielle Förderung nur eines Geschlechts... Leider zeigt der Artikel eben genau, dass es noch nicht soweit ist. Die Anregung von Reto B. (unten) könnte die Lösung dafür sein, leider ist es bis dahin noch ein langer Weg.

    • Ist doch nicht normal am 03.03.2011 23:05 Report Diesen Beitrag melden

      Männerhass

      Der Artikel zeigt gar nichts!!!! Letztendlich hat es auch etwas mit Ambitionen zu tun - es ist ja schon möglich, dass es weniger Frauen gibt, die an einem Manager Job Interesse haben. Dies ist ja tatsächlich der Fall, wenn man anschaut wie viele Frauen es an einer Uni wie St. Gallen gibt. Da wird hauptsächlich Wirtschaft studiert und da gibt es nur 30% Frauen. Deswegen wird es auch weniger weibliche Managers geben, da der Auswahl kleiner ist....

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