Tourismus

17. April 2013 13:31; Akt: 17.04.2013 16:01 Print

Asiaten stürmen das Jungfraujoch

Das 100-Jubiläumsjahr 2012 hat der Jungfraubahn-Gruppe Rekordzahlen beschert. Treiber waren asiatische Gäste, die zwei Drittel der Passagiere auf das Jungfraujoch ausmachten.

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Mit 833'000 Passagieren erreichte die Bahn auf das Jungfraujoch zum 100-jährigen Bestehen einen neuen Spitzenwert. (Bild: Keystone)

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Nach 2011 hat die Jungfraubahn-Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr erneut einen Rekordgewinn eingefahren: Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 26 Mio. Franken. Das sind 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg gar um 10 Prozent auf 34,1 Mio. Franken, wie die Jungfraubahn-Gruppe am Mittwoch mitteilte.

Der Betriebsertrag von 157,9 Mio. Franken ist der höchste je erreichte Umsatz der Gruppe. Er stieg im Vergleich zum bereits sehr guten Geschäftsjahr 2011 nochmals um 6,8 Prozent. Grund hierfür waren die hohen Passagierzahlen aufs Jungfraujoch. Mit 833'000 erreichten diese zum 100-jährigen Bestehen der Bahn ebenfalls einen neuen Spitzenwert.

Zwei Drittel aus Asien

Zwei Drittel der Passagiere kamen aus Asien. «Globalisierung heisst heute, am Wirtschaftswachstum in Asien zu partizipieren», sagte der Geschäftsleitungsvorsitzende Urs Kessler vor den Medien. Die Vision von einer Million Jungfraujoch-Besuchern innert eines Jahres rücke immer näher.

Grosses Potenzial sieht Kessler nicht zuletzt auf dem Heimmarkt. Denn eine Marktforschung ergab, dass 56 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer noch nie auf dem Joch waren.

Schwieriges Wintersportgeschäft

Rückläufig waren letztes Jahr die beiden anderen Geschäftsfelder Wintersport und Erlebnisberge. Das Wintersportgeschäft mit den Wintersportanlagen der Gebiete Kleine Scheidegg-Männlichen, Grindelwald-First und Mürren-Schilthorn habe unter dem starken Franken gelitten, hiess es an der Medienorientierung. Zudem hätten viele Schweizer ihre Ferien im Ausland verbracht.

Insbesondere die Firstbahn blicke auf ein unbefriedigendes Geschäftsjahr zurück, stellte Kessler fest. Die schleichende negative Entwicklung verlange nach «Sofortmassnahmen». Nebst der Neupositionierung als das sonnigste Skigebiet prüfe man «diverse Konzepte», sagte Kessler. Nähere Angaben machte er dazu nicht.

Ärger mit den Wetterfröschen

Der Wintersport erwischte auch einen durchzogenen Start ins Geschäftsjahr 2013 - «trotz ausgezeichneter Schneeverhältnisse», wie Kessler betonte. «Wir litten an einigen Wochenenden unter massiven Fehlprognosen der Wetterfrösche.»

Viele Leute legten sich heutzutage schon am Montag oder Dienstag fest, ob sie an Wochenenden Ski fahren wollten. Gebe es eine ungünstige 5-Tages-Prognose, lasse man es sein, auch wenn das Wetter am Wochenende dann einwandfrei sei.

Treffen mit Bucheli

Als Beispiel nannte Kessler das Lauberhorn-Wochenende. «Aufgrund der Prognosen hätte man befürchten können, das Rennen könne gar nicht durchgeführt werden - und dann herrschten beste äussere Bedingungen.»

Die Jungfraubahnen wollen das Problem nun mit den Meteorologen anschauen. Ein Treffen mit Thomas Bucheli von SRF Meteo stehe bereits fest, gab Kessler bekannt.

(sda)

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hanspeter am 17.04.2013 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Konditionen als CH-Touristen

    so einfach ist die Sache - den Diferenz-Betrag zahlt der Bund / Steuerzahler

  • Lara am 17.04.2013 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts zu sehen

    Jungfrauhoch. Dort ist nicht zu sehen.

  • miangr am 17.04.2013 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein wunder

    es wundert mich nicht das 56% der schweizer noch nie auf dem jungfrau waren.bei den preisen!ausländische gruppen kommen günstiger hinauf weder leute die direkt am fuss des bergs wohnen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hanspeter am 17.04.2013 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Konditionen als CH-Touristen

    so einfach ist die Sache - den Diferenz-Betrag zahlt der Bund / Steuerzahler

  • miangr am 17.04.2013 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein wunder

    es wundert mich nicht das 56% der schweizer noch nie auf dem jungfrau waren.bei den preisen!ausländische gruppen kommen günstiger hinauf weder leute die direkt am fuss des bergs wohnen.

  • Lucky Luciano am 17.04.2013 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fasziniert von den Bergen

    Ich reiste einmal alleine mit dem Zug von Florenz zurück in die Schweiz nach Bern. Unterwegs schloss ich Bekanntschaft mit vier Geschäftsleuten aus Hong Kong, die eine Tour durch ganz Europa machten und in die Schweiz verschiedene Uhrenhersteller besuchten. Sie teilten mit mir ihr eingekauftes Prosciutto und Pecorino und fragten mich über mein Heimatland aus. Kaum sahen sie die Alpen, zuckten sie simultan ihre Fotoapparate und klebten so lange an den Scheiben und schossen ein Foto nach dem anderen, bis wir in Thun waren!

  • Tourist am 17.04.2013 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pfui!

    Eine Frechheit was die Tourismusverantwortlichen in und um Wengen sich angesichts der vielen Asiaten leisten können: 1. Abartige Preise für die Bahnen, für Normalverdiener unerschwinglich 2. Komplette Verschandelung der Landschaft, grässlich im Sommer 3. Jagdausstellungen auf der Kl. Scheidegg während Ferien, Jäger mit massakriertem Wild unter Touris auf Bahnen 4. Keine Invest. in Landschaft, Gebäudesanierung (u.a. Mat.depot neben Bhf Kl. Scheidegg) 5. Ständiger Helilärm usw. Nur Abzocker dort! Nie wieder!

  • Regina A. Steffens am 17.04.2013 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das MUSS man gesehen und erlebt haben!

    Wir (Schweizer) haben - da wir noch nie auf dem Jungfraujoch waren - uns vor 2 Jahren diesen Ausflug mit der Bahn gegönnt - es war traumhaft, einfach wunderbar! Ich verstehe sehr gut, dass Japaner und Chinesen diesen Geheimtipp an ihre Landsleute weitergeben, damit weitere diese Schweizer-Traumwelt mit Bahn, in Eis/Gletscher, die sensationelle Aussicht auf und in die weltbekannten Berge, erfahren sollen! Allerdings war das Ergattern eines Sitzplatzes in der Bahn nicht so einfach - wir mussten schmunzeln, inmitten so vieler Asiaten fühlten wir uns während der Fahrt wie im fernen Ausland!