Kakao-Engpass

21. Juli 2014 09:24; Akt: 21.07.2014 10:32 Print

Asiens Lust auf Schoggi treibt Preise in die Höhe

Die Lust der Asiaten auf Schokolade steigt. Die sorgt für einen weltweiten Lieferengpass und lässt die Preise für Kakaobohnen auf den höchsten Stand seit drei Jahren schnellen.

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Bislang waren die Asiaten nicht für ihren grossen Schokoladenhunger bekannt. Die Nachfrage pro Kopf war im vergangenen Jahr die niedrigste weltweit. Doch im Laufe der nächsten vier Jahre dürfte der asiatische Markt fast doppelt so stark wachsen wie der restliche Weltmarkt, schätzt das Marktforschungsinstitut Euromonitor.

Der Branche bereitet diese Entwicklung Sorgen. Denn der steigende Konsum in Schwellenländern wie China und Indien führt zu Engpässen bei Kakaobohnen. Diese könnten bis in das nächste Jahrzehnt reichen und sich demnach bis 2020 auf eine Million metrische Tonnen belaufen, warnt das Londoner Analysehaus Hardman & Co.

«Längerfristig gebe die Verknappung von Qualitätsbohnen in der gesamten Branche Anlass zu grosser Besorgnis», sagte Jürgen Steinemann, Chef des weltgrössten Schokoladen-Produzenten Barry Callebaut zur Nachrichtenagentur Bloomberg.

Bis zu 10 Prozent teurer

Die Kakao-Verknappung durch das Nachfragewachstum der Asiaten treibt die Preise für die Bohnen in die Höhe. Seit Jahresbeginn haben die Kakao-Futures an der New Yorker Börse um 14 Prozent zugelegt. Anfang Juli erreichte der Kakaopreis dort 3149 Dollar je Tonne, den höchsten Stand seit August 2011. Branchenkenner rechnen deshalb mit einer Schokoladen-Verteuerung um bis zu 10 Prozent bis Ende dieses Jahres.

«Der asiatische Markt wächst sehr schnell, die Menschen sind ganz vernarrt in Schokolade», sagt Philippe Daue, der Chef-Chocolatier von Godiva im pazifischen Raum, der 18 Jahre in Asien verbrachte. «Die Verfügbarkeit von Kakaobohnen, um die wachsende Nachfrage nach Schokolade zu befriedigen, wird für alle Chocolatiers weltweit zur grössten Herausforderung werden.»

(hoy)