Schuldenkrise

01. Dezember 2011 23:00; Akt: 02.12.2011 08:57 Print

Auch Chinas Wachstum bröckelt

Die europäische Schuldenkrise erreicht das Reich der Mitte: Chinas Wachstum lässt erstmals seit Februar 2009 nach.

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Die chinesische Wirtschaft gilt als einer der grössten Wachstumsmotoren der Welt. In den vergangenen Jahren ist sie fulminant gewachsen und glänzte mit Wachstumsraten von zehn Prozent und mehr. Doch jetzt kommt der Knick: Die Produktion der chinesischen Industrie ist im November zum ersten Mal seit über zweieinhalb Jahren geschrumpft. Der Einkaufsmanager-Index PMI ist um 1,4 Punkte auf 49 Punkte gefallen. Das gab die Logistikvereinigung CFLP bekannt. Ein Wert unter 50 weist auf einen Rückgang der Produktion hin. Laut den Daten sank die Produktion in zehn Branchen, etwa in der Chemie oder in der Telekommunikationsausrüstung.

Ein Grund für das Schwächeln ist die Krise in der Eurozone. Auch die bescheidene Wirtschaftsentwicklung in den USA spielt eine wichtige Rolle. Europa und die USA sind die bedeutendsten Absatzmärkte Chinas. Die Auftragsbücher der Exporteure sind dementsprechend weniger prall gefüllt. Zum anderen nennen Experten politische Entscheidungen als Grund für die Wachstumsschwäche.

«Die Botschaft ist klar: Die Wirtschaft flaut viel schneller ab als gedacht – und die Regierung ist bereits in den Ring gestiegen», kommentiert Analyst Alistair Thornton von IHS Global Insight. China hat angekündigt, mehr Geld in den Markt zu pumpen. Das ist eine Abkehr der bisherigen Strategie: Neu steht nicht mehr die Inflationsbekämpfung, sondern das Wirtschaftswachstum im Fokus.

(vb/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heiri Zürcher am 02.12.2011 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wachstum in China bröckelt...

    das ist richtig so! Wenn ich hier im Westen mir immer weniger leisten kann, so bleibt China auf ihren überproduzierten Waren halt hocken. Da nützt auch das immer billiger Produzieren der nach China ausgewanderten Westindustrien nichts mehr. So einfach ist das. Man kann nicht den "Föifer und s'Weggli" haben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heiri Zürcher am 02.12.2011 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wachstum in China bröckelt...

    das ist richtig so! Wenn ich hier im Westen mir immer weniger leisten kann, so bleibt China auf ihren überproduzierten Waren halt hocken. Da nützt auch das immer billiger Produzieren der nach China ausgewanderten Westindustrien nichts mehr. So einfach ist das. Man kann nicht den "Föifer und s'Weggli" haben.