Forschungsbericht

23. November 2013 11:22; Akt: 23.11.2013 11:22 Print

Auch die Schweiz muss Sorge zum Wasser tragen

Die Schweiz verfügt zwar über genügend Wasser, doch der Atomausstieg steigert das Interesse an Wasserkraft. Bei der Wasserqualität geben Rückstände von Medikamenten wie der «Pille», Anlass zur Sorge.

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Der Schweiz droht insgesamt zwar kein Wassermangel, doch die Abflüsse werden sich saisonal verlagern. (Bild: Keystone)

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Die Schweiz wird zwar auch in Zukunft insgesamt genügend Wasser haben, doch Trends wie Klimawandel und Konsum fordern ein Umdenken. Die Lage der Nation beim Wasser beleuchten Berner Forscher in einem neuen «Fact Sheet» der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT).

Die grössten Herausforderungen orten die Autoren Pascal Blanc und Bruno Schädler von der Universität Bern bei der Wasserkraft und saisonalen Wasserknappheiten. Durch den Atomausstieg steige das Interesse an der Wasserkraft, die aber auch Kehrseiten habe: Flussökosysteme verarmen, weil unterhalb von Dämmen zu wenig Restwasser abfliesst. Diese sind zudem eine Barriere für Fische.

Kleine Wasserkraftwerke schaden

Das Potenzial zum Bau oder Ausbau grosser Kraftwerke sei heute fast ausgeschöpft, erklärte Schädler, Wasserforscher am Oeschger Centre for Climate Change Research, auf Anfrage. Schon rund 30 Prozent der potenziellen Energie, die im gesamten Wasservorrat der Schweiz steckt, werden genutzt.

Wenig hält Schädler davon, viele neue kleine Kraftwerke zu bauen. Man sei heute der Ansicht, dass «viele Kleinkraftwerke in der Summe für die Natur schädlicher sind als ein grosses, das genügend Restwasser und Fischdurchlässigkeit garantiert». Besser sei es, bei der Erneuerung respektive beim Ausbau der bestehenden Kraftwerke diese Umweltaspekte zu verbessern, schreiben die Autoren.

Rückstände der «Pille» im Trinkwasser

Bei der Wasserqualität geben Rückstände von Medikamenten wie der «Pille», Kosmetika oder Pflanzenschutzmitteln Anlass zur Sorge. Sie werden in Kläranlagen nicht abgebaut und geraten ins Trinkwasser. Das Nachrüsten der Anlagen mit speziellen Filtern sei sehr teuer, erklärte Schädler. Es wäre deshalb gescheiter, bestimmte Substanzen zu vermeiden.

Der Schweiz droht insgesamt zwar kein Wassermangel, doch die Abflüsse werden sich saisonal verlagern. Wegen der Klimaerwärmung wird es weniger Eis und Schnee geben, die rund 42 Prozent des abfliessenden Wassers liefern. Zudem wird es im Winter mehr und im Sommer weniger regnen.

Damit nehmen regionale, zeitlich begrenzte Knappheiten im Sommer zu. «Für diese Fälle müssen die Betroffenen besser gewappnet sein», sagte Schädler. Dazu brauche es eine Verknüpfung der oft sehr kleinräumig geregelten Wasserversorgung. Diese sei technisch oft einfach zu machen, aber mancherorts fehle der politische Wille.

Streit ums Wasser

Betroffen ist auch die Landwirtschaft, deren Bedarf zur Bewässerung steigt. Diese könnte effizienter gestaltet werden, etwa durch Tropfbewässerung, schreiben die Autoren. Heute verbraucht die Landwirtschaft laut Bundesamt für Landwirtschaft 15 Prozent des gesamten schweizerischen Wasserverbrauchs. «Es gibt keine Kostenwahrheit und damit Anreize zum Wassersparen», urteilt Schädler.

Es könnte künftig also Streit um Wasser geben. Die rechtlichen Regelungen, wer künftig wann wie viel Wasser entnehmen darf, müssten überprüft werden, schreiben Blanc und Schädler.

Probleme ins Ausland exportiert

Einen Teil ihrer Wassersorgen hat die Schweiz exportiert: Der Wasserverbrauch im Inland sank von 500 im Jahr 1999 auf nur 300 Liter pro Person. Dies geschah dadurch, dass wasserintensive Industriezweige ins Ausland verlegt wurden, schreiben die Autoren. So steige der Verbrauch an sogenanntem «virtuellem Wasser», das für die Herstellung der importierten Güter nötig war.

Das «Factsheet Wasser» ist ein Produkt der Schweizerischen Hydrologischen Kommission CHy der SCNAT.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex am 23.11.2013 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    System um die Menschen zu unterdrücken

    Zuerst hiess es, wegen der Klimaerwärmung gibt es weniger Schnee. Letzthin hiess es, wegen der Klimaerwärmung wird es wieder mehr Schnee geben. Jetzt wieder, es gibt weniger Schnee. Diese Klimahysterie ist einfach nur noch ein Witz, total unglaubwürdig!! Es ist nichts anderes als ein Instrument um die Menschen zu unterdrücken und mit Klima-Steuern und -Abgaben den Menschen das Geld wegzunehmen. Wie damals die Kirche mit der Drohung der Hölle. Dasselbe System, nichts anderes!

  • Martin S am 23.11.2013 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Die grösste Sorge ist Nestle

    Das Gold der Schweiz ist das Wasser. Und Giganten wie Nestle haben es darauf abgesehen. DAS macht mir Sorgen.

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  • Hans am 23.11.2013 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Genau....

    Jetzt kommen die ersten Anzeichen von Wasser. Was überlegen sich die Linken und Grünen? Vielleicht dürfen wir uns nur noch einmal in der Woche Duschen, und einmal in der Woche die Toilette spülen. Licht gibt's dank Kerzen. Willkommen zurück ins Mittelalter.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter R am 24.11.2013 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sollten realistisch bleiben...

    Es ist ja in Ordnung, mit Wasser nicht verschwenderisch umzugehen, aber wir sind schliesslich in der Schweiz in der glücklichen Lage, über genügend Wasser zu verfügen. Wenn wir aber nun in der Schweiz anfangen, krampfhaft Wasser zu sparen, und nicht einmal mehr unsere eigenen Fäkalien das Klo runterspülen dürfen, ohne uns deswegen ein schlechtes Gewissen einzureden, nützt das den Ländern und Regionen, in denen Wasserknappheit herrscht überhaupt nichts, denn es fällt deswegen in diesen trockenen Regionen nicht mehr Regen.

  • heidi am 24.11.2013 05:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wasser sparen ausser im Garten

    Ich spare Wasser, wo es geht. Allerdings mache ich beim Garten eine Ausnahme, denn ich liebe meinen Garten mit seinen Blumen und Früchten und da wässere ich sehr gerne. Das Wasser wird da ja auch nicht verschmutzt.

  • brunner am 24.11.2013 04:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    für die umwelt mehrweg

    KEINE PET Flaschen mehr. glas und mehrweg. am besten mineralwasser aus einer quelle wie eptinger, henniez, knutwiler, adelbodner etc. ohne weichmacher und hormone. das ist der einzig WAHRE Weg! prost

  • Marcelo am 24.11.2013 00:09 Report Diesen Beitrag melden

    Diese ewigen WC-Kommentare

    Es gibt hier unzählige Kommentare welche eine Regenwasserspühlung fürs Klo verlangen. Bitte nehmt doch zur Kenntnis, dass so etwas in der Schweiz nicht nötig ist. In anderen Ländern mag dies evtl. Sinnvoll sein, bei uns ist es nur lächerlich. Wir haben genug Regen welcher die Reservoirs auffüllt. Es kann evtl. sein, dass in extremen Hitzesommern das Trinkwasser knapp wird. In diesen Monaten wird jedoch auch euer Tank LEER sein.

    • Felix Senn am 24.11.2013 00:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ Marcelo

      Äh sorry, aber du hast keine Ahnung! In denk letzten 10 Jahren mussten bei besonders trockenen Sommern in etlichen Gemeinden der Wasserverbauch drasisch eingeschränkt werden. Mit einer Regenwasserntzungsanage kann dieser Umstanderh eblich verzögert werden! Ausserdem gibt es Gemeinden, welche durch verschmutzte Brunnen Mühe haben in solchen Situatonen genügend Wasser zu pumpen. Also hilft es sehr wohl, wenn man das Trinkwasser für das Trinken verwendet!

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  • Wasserratte am 23.11.2013 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wasser

    Super. Dann habe ich bald mehr freizeit wenn ich nicht mer eine halbe stunde duschen darf oder werde sogar noch püncktlicher.