Kurzarbeit

10. Dezember 2008 22:47; Akt: 10.12.2008 22:32 Print

Auch ein gutes Zeichen für die Wirtschaft

von Werner Grundlehner - Die Krise wird greifbarer: Viele Unternehmen führen Kurzarbeit ein. Darin zeigt sich eine gewisse Zuversicht, erklärt ein Ökonom.

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Wenn im Wirtschaftsabschwung die Aufträge ausbleiben, reduzieren die Unternehmen ihre Produktionskapazitäten und die Arbeitszeit. Beträgt der Arbeitsausfall mehr als 10 Prozent, spricht man von Kurzarbeit. Diese Massnahme muss vom zuständigen Kanton bewilligt werden. «Führt ein Unternehmen Kurzarbeit ein, hofft es, dass der Bestellungsrückgang nur kurz ausfällt», erklärt David Marmet, Ökonom für die ZKB. In der Schweizer Wirtschaft werde der Qualifikationsgrad immer höher: Daher versuchten die Unternehmen, das Know-how der Mitarbeiter zu erhalten, und reduzieren vorerst lieber die Arbeitszeit der Belegschaft um 20 Prozent, als 20 Prozent der Mitarbeiter zu entlassen. «So sparen sich die Unternehmen Einstellungs- und Ausbildungskosten, wenn die Produktion wieder ausgedehnt wird», sagt Marmet. Viele Firmen würden im Moment beobachten, wie wirksam die zahlreichen Stimulierungsmassnahmen der Regierung seien. Auch gesamtwirtschaftlich sei Kurzarbeit sinnvoll, weil die Arbeitslosigkeit weniger stark ansteige und der Konsum gestützt werde. Kurzarbeiter verlieren nur 20 Prozent des ausfallenden Lohns.