Verschobene Sterne

21. August 2019 04:47; Akt: 21.08.2019 13:09 Print

Leser entdeckt Fehler auf dem neuen 20er-Nötli

von Dominic Benz - Die Sternkarte auf dem 20er-Nötli ist nicht korrekt dargestellt. Die SNB und Gestalterin Manuela Pfrunder wollen von einem Fehler nichts wissen.

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Auf dem neuen 20er-Nötli hat sich ein Fehler eingeschlichen. «Die Sternbilder über dem Globus sind falsch positioniert», stellt Leser Johannes Kasparian fest. Der Polarstern (blauer Pfeil) im Sternbild Kleiner Wagen müsste genau auf der gedachten Verlängerung der Erdachse (schwarzer Pfeil) liegen. In Wirklichkeit sieht es so aus wie hier auf dem Bild: Der Polarstern liegt in der Verlängerung der Erdachse. Da sich die Erde um die eigene leicht geneigte Achse dreht, ist der Polarstern für uns ein Fixstern am Himmel und zeigt stets Norden an. Wenn man von der nördlichen Hemisphäre aus zum Polarstern blickt, scheint sich also der ganze Sternenhimmel um den Polarstern zu drehen. Den Fehler auf der Note bestätigen Astronomen. «Die Erdachse ist leicht gekippt dargestellt. «Offenbar hat man dann die Sternenkarte ganz einfach nicht mit der Erdachse mitgedreht», so Christian Wernli, Physiker und Präsident der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft. Der Entdeckung des Lesers kann Pfrunder nichts abgewinnen. «Das ist kein Fehler», sagt die Grafikerin zu 20 Minuten. Als Designerin der neuen Banknoten habe sie sich für die Sujets gewisse darstellerische Freiheiten herausgenommen. Exakte Wissenschaften bilde man auf der Note nicht ab. «Man darf das nicht so streng sehen», so Pfrunder. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) winkt ab. «Die genaue Gestaltung der einzelnen Motive auf den Noten der 9. Banknotenserie unterliegt der künstlerischen Freiheit», teilt ein SNB-Sprecher mit. Das 20er-Nötli ist seit Mai 2017 im Umlauf. Damals präsentierte die Grafikerin zusammen mit SNB-Chef Thomas Jordan das neue Nötli.

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Fast jeder Schweizer hat es im Portemonnaie und benutzt es beinahe täglich beim Einkaufen oder Bezahlen im Restaurant: das 20er-Nötli. Seit zwei Jahren ist der neu gestaltete Geldschein im Umlauf und Teil der aktuellen neunten Banknotenserie. Was bisher kaum jemand wusste: In einem Sujet auf der Note hat sich ein Fehler eingeschlichen.

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«Die Sternbilder über dem Globus sind falsch positioniert», stellt Leser Johannes Kasparian fest. Der Architekt und Hobby-Astronom ist enttäuscht. Er habe einer Kollegin im Büro anhand des Geldscheins die Rotation der Sterne über der Erde erklären wollen. «Leider ist das aber mit dem Bild auf der 20er-Note nicht möglich», sagt Kasparian.

«Das Sujet entspricht nicht der Realität»

Den Fehler bestätigen Astronomen. «Die Darstellung entspricht nicht genau der Realität», sagt Christian Wernli auf Anfrage. Laut dem Physiker und Präsident der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft (SAG) müsste der Polarstern im Sternbild Kleiner Wagen genau auf der gedachten Verlängerung der Erdachse liegen. Auf der Note ist das aber nicht der Fall. «Die Erdachse ist leicht gekippt dargestellt. Offenbar hat man dann die Sternkarte ganz einfach nicht mit der Erdachse mitgedreht», so Wernli.

Die Besonderheit sei ihm sofort aufgefallen und habe auch bei der SAG zu reden gegeben. Grund dafür sei wohl, dass die Sternbilder so abgebildet sind, als würde man sie von der Erde aus mit Blick nach oben betrachten. Die Darstellung suggeriere aber, dass man von oben herab auf die Sternbilder schaue, weil unter der Sternkarte die Erdkugel abgebildet sei, sagt Wernli. Erfreulich sei, dass man im Gegensatz zur 20er-Note bei der 200er-Note sehr genau gearbeitet habe. «Dort ist die Darstellung der ganzen Entwicklung unseres Weltraums perfekt gelungen.»

«Das ist kein Fehler»

Manuela Pfrunder, die die neuen Banknoten gestaltet hat, verteidigt sich. «Das ist aus unserer Sicht kein Fehler», sagt die Grafikerin zu 20 Minuten. Auch wenn man die Sternbilder auf ihre Richtigkeit von Astronomen habe prüfen lassen, bilde man auf den Noten keine exakten Wissenschaften ab. «Man darf das nicht so streng sehen», so Pfrunder. Als Designerin der neuen Banknoten habe sie sich für die Sujets gewisse darstellerische Freiheiten herausnehmen müssen.

Auch die SNB winkt ab. Die Darstellungen über dem Globus zeige den Sternenhimmel, wie er über der Nordhalbkugel mit Blick nach Norden sichtbar sei. «Die genaue Gestaltung der einzelnen Motive auf den Noten der neunten Banknotenserie unterliegt der künstlerischen Freiheit», teilt ein SNB-Sprecher mit.

Für Leser Kasparian bleibt die Darstellung auf dem Nötli unbefriedigend. Es sei schade, dass das Sujet nicht der Wirklichkeit entspreche. «Der Polarstern ist immerhin der wichtigste Orientierungspunkt im nördlichen Nachthimmel.»

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Es ist halt schon wichtig für di Menschheit, das man so etwas durch die Medien erfährt. Warum schafft man die Medien nicht einfach ab, ein Verlust wäre es def. nicht. Es ginge der Welt sogar viel besser, Die SNB müsste nicht solche Fragen beantworten und könnte in Ruhe arbeiten. Die Menschen würden nicht manipuliert werde. Und das zwanziger Nötli hätte seine ruhe Unglaublich wie tief wir schon gesunken sind. – Markus

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Expat am 21.08.2019 05:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehler zugegeben und gut ist

    Mich stört das nicht, was mich aber stört ist, dass eine sogenannte Künstlerin das einfach mit gestalterischer Freiheit abtut. Soll zu ihrem Nicht Wissen stehen, aber sich nicht auch noch belehrend verhalten.

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  • Andy am 21.08.2019 05:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Sorry, wenn man schon die Wissenschaft als Vorlage nimmt, dann gibt es keine gestalterische Freiheit. Aber das entspricht ja dem Zeitgeist. Halbpatzig tut es auch und ich mal mir meine eigene Realität.

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  • Cleo am 21.08.2019 04:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer sieht denn sowas

    Aber der der das rausgefunden hat, dem war nicht etwa langweilig???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bumblebee am 22.08.2019 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Moneyfornothing

    Keine Zeit zum anschauen, muss bezahlen!

  • andrea jenny am 22.08.2019 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    20 Nötli

    das ist ein Unprofessionell hergestelltes 20 Nötli.Es sollte so was nicht geben.

  • Lee Belle am 22.08.2019 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir macht es nix aus...

    Wer sich am 20er-Nötli stört, darf es mir gerne zusenden :-) Ich nehme jede "Reklamation" dankend entgegen!

  • Susan Sommer am 22.08.2019 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Big Bang

    Die hätten Sheldon von der Big Bang vorher konsultieren sollen.

  • Toni Müller am 22.08.2019 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Blöde Ausrede.

    Der Polarstern steht im Norden, dies sollte man wissen. Weiss man es nicht, sollte man einfach dazu stehen. So einfach ist das. Nichtwissen hat mit Künstlerischer Freiheit nichts zu tun. Solche Aussagen sind einfach nur peinlich. Warum kann man nicht einfach zu seinen Fehlern stehen?