«Venture»-Wettbewerb

24. Mai 2012 11:24; Akt: 24.05.2012 11:30 Print

Aus welchen Tüftlern werden Firmenbosse?

Heute wird in Zürich aus zehn Geschäftsideen die beste ausgewählt. Der «Venture»-Start-up-Wettbewerb ist einer der ältesten seiner Art und verhalf schon dem Schnellrestaurant Tibits zum Durchbruch.

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Rund 400 Millionen Menschen weltweit leiden an einer Allergie - und es werden immer mehr. Mit der abioDisc wird den Ärzten und in Apotheken eine benutzerfreundliche, verlässliche Diagnose von Allergien ermöglicht. Verbunden damit ist die personalisierte medizinische Behandlung. Dahinter stecken: Annick Mayor, Nicolas Durand, Iwan Märki, Stephane Broillet (von links). Ein ETH-Team hat AppAware ins Leben gerufen: Das soziale Netzwerk für mobile Apps und Spiele erlaubt es, zusammen mit Freunden neue Applikationen für das Smartphone ausfindig zu machen. Es ist bereits gratis auf dem Android-Markt erhältlich. Auf dem Bild (v. l.): Andreas Budde, Ivan Delchev, Andrea Girardello, Danny Arielli, Bo Wang. Freeride-Skis, die 30 Prozent leichter sind - das stellen sich die Macher von Bcomp aus Fribourg vor. Aus Naturfasern stellt das Team um Cyrille Boinay (l.) und Christian Fischer strapazierfähige, leichte Materialien her. Daraus entstehen Skis, Stöcke, Zeltstangen oder Fahrradkomponenten - und in Zukunft sogar Flugzeugteile. Jedes Jahr geben börsenkotierte Firmen durchschnittlich 1 Million Franken für die Generalversammlung aus. Dennoch erreichen sie damit höchstens einen Viertel ihrer Shareholder. Agilentia ermöglicht mit OnlineGV eine elektronische Ergänzung zu einer lokalen Generalversammlung. Die Köpfe dahinter (v. l.): Tobias Häckermann, Nathanael Wettstein und Roman Bühler. Elodie Dahan (auf dem Mac Book) und Anna Laromaine von OsmoBlue bieten mit ihrer innovativen Technologie eine profitable und nachhaltige Lösung zur Umwandlung von Abwärme in Elektrizität an. Dabei ist OsmoBlue in der Lage, Energie aus sehr niedrigen Temperaturen von unter 100 °C zu gewinnen. Phocone entwickelt Lasermodule zur Messung von Gaskonzentrationen. Dies wird in vielen industriellen Prozessen sehr wichtig. Mit der Technologie von Phocone ist dies auch mit wenig Kostenaufwand zu bewerkstelligen. Wer hat's erfunden? Die vier Genies der ETH Zürich, Oliver Meier, Norbert Graf, Ferdinand Felder und Matthias Fill (v. l.). Mit der Erfindung der Zürcher Firma Rayneer wird auch das Musikfernsehen personalisiert: Mit dem kostenlosen App für Smartphone, Tablet oder Web-Browser erhält der Zuschauer genau die Musikvideos, die er mag. Die vier Männer dahinter (v. l.): Yannick Koechlin, Ronny Nenniger, Oliver Flückiger, Markus Presta Es hat zehn Jahre gedauert und 3 Milliarden Dollar gekostet, um das erste humane Gen zu sequenzieren. Ende 2012 wird dies 15 Minuten dauern und 1000 Dollar kosten, versprechen Christian Rieder, Nikos Chatzichrisafis, Ulrikke Steen, Philippe Nasch und Jurgi Camblong von Sophia Genetics. Das Startup der EPF Lausanne entwickelt und vertreibt eine Webapplikation zur Speicherung, Analyse und Visualisierung der Gendateien von Patienten. Alessandro Macor und Emile de Rijk von der EPF Lausanne wollen mit SSWISSto12 eines der weltweit führenden Unternehmen für Terahertz-Applikationen werden. Terrahertz ist das letzte Glied im elektromagnetischen Spektrum und kann eine Brücke bilden zwischen Elektronik und Optik. Endlich können Smartphones auch in Gebieten ohne Empfang einen Alarm auslösen oder zur Ortung dienen. Das Gerät verbindet sich mit anderen Smartphones dank der Cloud-Technologie. Die beiden Erfinder Mathias Haussmann (links) und Franck Legendre von der ETH Zürich wollen nicht weniger als den nächsten alpinen Sicherheitsstandard definieren.

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Sie wollen Flugzeuge aus Naturfasern bauen, einen Schnell-Allergietest in der Apotheke ermöglichen oder Generalversammlungen von Firmen online abwickeln: Viele Jungunternehmer haben einzigartige Ideen, die zu gewinnbringenden Firmen ausgebaut werden könnten. Zehn dieser Ideen sind im «Venture»-Start-up-Wettbewerb fast an ihrem Ziel angelangt (siehe Bildstrecke).

Heute wird in Zürich aus diesen zehn Teams der Sieger auserkoren. Ihm winkt ein Scheck über 150 000 Franken, die zur Gründung der eigenen Firma eingesetzt werden können. Ihre Businesspläne haben die Jungunternehmer in den letzten Monaten eingereicht, sie wurden geprüft und bewertet.

Die Beratungsfirma McKinsey, die ETH Zürich, die Logistikfirma Knecht Holding und die Kommission für Technologie und Innovation des Bundes führen den Venture-Wettbewerb nun zum achten Mal durch. Erfolgreiche ehemalige Gewinner von Venture sind das vegetarische Schnellrestaurant Tibits oder das Biotechunternehmen Glycart, das mittlerweile von Roche übernommen wurde.

(egg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 24.05.2012 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    da bin ich mal gespannt

    ob wirklich nach der Idee geht oder doch nur was anderes?

  • E. Siegenthaler am 24.05.2012 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Energie gewinnen aus Abwärme

    Genial! Mein Favorit heisst ganz klar Osmoblue :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani am 24.05.2012 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    da bin ich mal gespannt

    ob wirklich nach der Idee geht oder doch nur was anderes?

  • E. Siegenthaler am 24.05.2012 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Energie gewinnen aus Abwärme

    Genial! Mein Favorit heisst ganz klar Osmoblue :-)