Neuer CO2-Grenzwert

18. Dezember 2019 04:43; Akt: 18.12.2019 16:17 Print

Autos könnten über 10'000 Fr teurer werden

von Dominic Benz - Autohändlern drohen wegen des neuen CO2-Grenzwerts ab 2020 hohe Bussen. Diese könnten auf die Autofahrer abgewälzt werden.

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Ab 1. Januar 2020 gilt sowohl in der EU als in der Schweiz ein neuer Grenzwert für den CO2-Ausstoss bei Autos. Die Zielvorgabe liegt dann im Schnitt bei 95 Gramm CO2 pro Kilometer für die meisten neuen Personenwagen. Bisher durften Autos im Schnitt 130 Gramm CO2 ausstossen. Weil die hiesigen Autohändler den kaum einhalten können, drohen ihnen hohe Bussen. Das hätte auch Folgen für die Kunden: Gewisse Automodelle drohen Tausende von Franken teurer zu werden, wie die Zeitung «Liechtensteiner Vaterland »schreibt. «In der Schweiz können wir diesen Wert nie erreichen», sagt Christoph Wolnik von Auto Schweiz, der Vereinigung der Auto-Importeure, zu 20 Minuten. Wolnik schätzt, dass mit dem neuen Grenzwert die Bussen für die Importeure weiter steigen – auf rund 200 Millionen Franken 2020. Denn: Jedes Gramm oberhalb der Grenze kostet die Importeure im nächsten Jahr 109 Franken. Weil viele Händler die hohen Bussen kaum selber stemmen können, droht eine Preiserhöhung bei den Autos. «Je nach Modell können das bis weit über 10000 Franken sein» sagt etwa Rainer Ritter, Autohändler und Präsident der Liechtensteiner Wirtschaftskammer, auf Anfrage. Von teureren Autopreisen und noch höheren Bussen warnt auch Marcel Guerry, Geschäftsführer der Emil Frey Gruppe: «Die Schweizer Importeure müssten für 2020 theoretische Sanktionen in der Höhe von 726 Millionen Franken bezahlen», zitiert ihn das «Vaterland». Die Gefahr bestehe, dass der Kunde am Ende zur Kasse gebeten wird. Keine Preiserhöhungen sieht man bei der Amag: «Es sind keine direkten Preismassnahmen auf Modelle mit hohem CO2-Ausstoss, eine direkte Abwälzung von Lenkungsabgaben auf Endkundenpreise und ähnliche Massnahmen geplant», teilt Sprecher Dino Graf mit. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer glaubt nicht, dass der neue Grenzwert die Preise in die Höhe schnellen lässt. Im Gegenteil: «Die CO2-Zielvorgabe wird Autos mit alternativen Antrieben günstiger machen.» Händler würden den Verkauf solcher Autos mit grossen Rabattaktionen antreiben, um den durchschnittlichen CO2-Ausstoss ihrer Flotte im Schnitt zu senken, so der Experte. «Der Kunde wird nächstes Jahr wegen der vielen Rabatte der König sein.»

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In der Schweiz gilt ab Anfang des nächsten Jahres ein tieferer CO2-Grenzwert. Weil die hiesigen Autohändler diesen kaum einhalten können, drohen ihnen hohe Bussen. Das hätte auch Folgen für die Kunden: Gewisse Automodelle drohen Tausende von Franken teurer zu werden, wie die Zeitung «Liechtensteiner Vaterland» schreibt.

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Bisher durften Autos im Schnitt 130 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen. Ab 1. Januar liegt die Zielvorgabe bei 95 Gramm CO2 für die meisten neuen Personenwagen (siehe Box). «In der Schweiz können wir diesen Wert nie erreichen», sagt Christoph Wolnik von Auto Schweiz, der Vereinigung der Auto-Importeure, zu 20 Minuten. Schon die bisherigen Vorgaben habe man nicht einhalten können.

Bussen steigen weiter

Wolnik schätzt, dass mit dem neuen Grenzwert die Bussen für die Importeure weiter steigen – auf rund 200 Millionen Franken 2020. Denn: Jedes Gramm oberhalb der Grenze kostet die Importeure im nächsten Jahr 109 Franken.

Weil viele Händler die hohen Bussen kaum selber stemmen können, droht eine Preiserhöhung bei den Autos. «Je nach Modell können das bis weit über 10'000 Franken sein», sagt etwa Rainer Ritter, Autohändler und Präsident der Liechtensteiner Wirtschaftskammer, auf Anfrage.

SUV und Sportwagen betroffen

Betroffen wären vor allem Autos mit grossen Motoren und hohem CO2-Ausstoss. «Etwa grosse SUV oder Sportwagen», so Ritter. Letztlich entscheide aber jeder Importeur selber, ob er die Preise wegen der drohenden Bussen anheben wolle. «Ich kenne Marken, bei denen die Preise ab 1. Januar 2020 erhöht werden», so Ritter.

Von höheren Autopreisen und noch höheren Bussen warnt auch Marcel Guerry, Geschäftsführer der Emil Frey Gruppe: «Die Schweizer Importeure müssten für 2020 theoretisch Sanktionen in der Höhe von 726 Millionen Franken bezahlen», zitiert ihn das «Vaterland». Die Gefahr bestehe, dass der Kunde am Ende zur Kasse gebeten würde.

E-Autos könnten günstiger werden

Keine Preiserhöhungen sieht man bei der Amag: «Es sind keine direkten Preismassnahmen auf Modelle mit hohem CO2-Ausstoss, eine direkte Abwälzung von Lenkungsabgaben auf Endkundenpreise und ähnliche Massnahmen geplant», teilt Sprecher Dino Graf mit.

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer glaubt nicht, dass der neue Grenzwert die Preise in die Höhe schnellen lässt: «Kein Händler kann sich erlauben, die Preise zu erhöhen. Dafür ist der Wettbewerbsdruck in der Branche viel zu hoch.» Im Gegenteil: «Die CO2-Zielvorgabe wird Autos mit alternativen Antrieben günstiger machen.»

Händler würden den Verkauf solcher Autos mit grossen Rabatt-Aktionen antreiben, um den durchschnittlichen CO2-Ausstoss ihrer Flotte im Schnitt zu senken, so der Experte. «Der Kunde wird nächstes Jahr wegen der vielen Rabatte der König sein.»

CO2-Ausstoss höher als in Deutschland

In der Schweiz werden laut Wolnik von Auto Schweiz wegen der Berge besonders viele Autos mit grossen Motoren und Allradantrieb verkauft. Zudem sei die Kaufkraft hier hoch. «Daher ist der CO2-Ausstoss bei uns im Schnitt noch etwas höher als in Deutschland», so Wolnik.

Laut Wolnik von Auto Schweiz wird der neue CO2-Grenzwert Einfluss auf die Auto-Flotten der Importeure haben. Sie dürften mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben verkaufen wollen. In diesem Jahr liege der Marktanteil von solchen Autos in der Schweiz bei 12 Prozent. 5 Prozent machen allein Elektroautos und Plug-in-Hybride aus. Ziel seien hier 10 Prozent im nächsten Jahr. «Wir hoffen, dass wir damit den CO2-Schnitt kräftig drücken und damit die Bussen möglichst gering halten können», so Wolnik.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wayne Interessierts am 18.12.2019 05:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert die Welt

    Zum Glück kann man den höheren CO2 Austoss mit Geld kompensieren, somit sind diese Fahrzeuge dann genauso Umweltfreundlich.... ;) ;)

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  • Geissenpeter am 18.12.2019 04:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir werden gezwungen E-Autos zu kaufen

    sieht doch ein blindes Huhn, dass sie das mit Absicht machen, um uns von Verbrennungsmotoren wegzubringen.

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  • Süssekleinemaus am 18.12.2019 05:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der falsche Ansatz

    Alles nur Geschwafel! Da hat jemand einen Weg gefunden, sich selber zu bereichern und im Namen der Umwelt den Leuten das Geld abzuknöpfen. Nein, Leute, da mach ich nicht mit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alex Steffen am 19.12.2019 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur der Anfang

    Der Öko-Terror nimmt erste Formen an!

  • SCHGR am 19.12.2019 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Geländetauglich

    Geländetauglich war schon immer teuer. Ich habe gehört: Vor einigen Jahrzehnten bekam man Geld, wenn man das Fahrzeug bei Bedarf das heisst bei einer Mobilisierung dem Militär zur Verfügung stellte. Im übrigen, in der Schweiz und in vielen Länder auch ist es VERBOTEN im Gelände ausserhalb befestigter Strassen zu fahren, mit Ausnahme vom Landwirte und Förster wenn sie etwas da zu tun haben.

    • off-roader am 19.12.2019 23:59 Report Diesen Beitrag melden

      keine überraschungen hier

      Wieso erwähnen sie das es verboten ist.Erwähnenswert wäre wenn mal etwas nicht verboten wäre.

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  • Bartli am 19.12.2019 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schlaumeier

    Autostrassen frei nur noch für Vermögende? Die wissen was sie tun. Die installation der Klassengesellschaft voll in Fahrt. Umverteilung der Armut, weltweit. Ich kaufe keinen neuen Wagen mehr, fahre wenig und brauche ihn noch. FAHRRAD JA aber wenig Nutzung ÖV, MIT GUTEM GRUND NICHT.

  • Bartli am 19.12.2019 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Da läuft was schief

    Es ist doch klar, gerade so als wäre es vollkommen normal, das bei Äderungen immer, aber wirklich immer, die Endkuden zur Kasse gebeten werden. Alle wissen es tun aber nichts dagegen. Da geht es wohl kaum mehr um das Klima allein. Da kann man schon grosszügig Preise verleihen, als Dank an die Klimaapropheten, die selber oft mehr wie genug auf dem Konto haben. Eine Sauerei, dass sich niemand dagegen wehrt. Meinen Wagen habe ich mit Katalisator erstanden in Treu und Glauben das Gute getan zu haben und nun mal sehen, wer da alles Ablasshandel absaugt. Produzenten sollen zahlen und nicht Konsumer

    • Fuxx am 19.12.2019 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bartli

      Denke eher die Autobauer bauen die Autos welche gekauft werden. Es geht leider nur auf diese Weise. Ich denke nicht das zum Beispiel Porsche ingenieure voll bock auf SUV hatten?!? Im gegenteil, die wollen am liebsten Rennwagen nicht Babybomber bauen! Der Kunde bestimmt also was gebaut wird! Natürlich werden auch Anreize gesetzt. Wichtig finde ich aber wohin das Geld fliesst! Hoffentlich in alternative antriebe. Nicht in Ferraris für Beamte....

    • Ello am 20.12.2019 00:03 Report Diesen Beitrag melden

      Planwirtschaft mit wanzen

      Das der kunde bestimmt was gebaut wird ist eben vorbei.Klimapolitik ist Diktat .Zusammen mit der Digitalisierung .

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  • Bill am 19.12.2019 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Harmlos

    CO2 ist ein unschädliches Gas, das bei jeder Verbrennung und damit mit dem Atmen jedes Lebewesens entsteht. Es ist unschädlich und wird zur Geschmacksverbesserung ins Mineralwasser geblasen. Genauso gut könnte man sich über Wasserdampf echauffieren.