Starker Franken

14. September 2015 12:54; Akt: 14.09.2015 13:15 Print

Axpo muss 1,2 Milliarden Franken abschreiben

Der Energiekonzern Axpo veranlasst weitere Abschreibungen. Gründe sind die tiefen Grosshandelspreise für Strom in Europa und der starke Franken.

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Das Axpo-Logo am Kernkraftwerk Beznau in Döttingen. (Archivbild / 6.3.2015) (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Die Axpo berichtigt den Wert der eigenen Kraftwerke im In- und Ausland sowie der Energiebezugsverträge um 1,2 Milliarden Franken, wie es am Montag in einem Communiqué heisst.

Der Stromkonzern erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatzeinbruch von rund 15 Prozent. Da sich der Schweizer Grosshandelspreis für Strom aus dem deutschen Börsenpreis und dem aktuellen Euro-Franken-Wechselkurs ableite, schlage der zu erwartende Umsatzeinbruch unmittelbar auf den Wert des Kraftwerksparks durch, heisst es in der Mitteilung.

Zwei Drittel der Wertanpassungen seien auf den währungsbedingten Umsatzrückgang zurückzuführen.

Konzern macht Verlust

Das Betriebsergebnis werde um 1,2 Milliarden Franken belastet und auch im aktuellen Geschäftsjahr negativ ausfallen.

Die Axpo muss den Wert von inländischen Wasser- und Kernkraftwerken, Kleinwasserkraftanlagen und Biomasseanlagen berichtigen. Im Ausland sind Gaskombi- und Windkraftwerke betroffen.

Damit werden wohl die Kantone auch diesmal auf eine Dividendenzahlung verzichten müssen. Für 2013 entrichtete Axpo den Kantonen insgesamt 74 Millionen Franken.

Axpo-Präsident Robert Lombardini hat bereits vor einem Jahr durchblicken lassen, dass für dieses und das nächste Geschäftsjahr die Auszahlung an die Kantone nicht gesichert sei. Die Axpo ist direkt und indirekt über Beteiligungen von Elektrizitätswerken in vollständigem Besitz von insgesamt acht Kantonen.

Operativ im Plus

Ohne die Wertberichtigungen hätte der Stromkonzern auch im zweiten Halbjahr schwarze Zahlen geschrieben, wie Antonio Sommavilla auf Anfrage sagte. «Operativ ist Axpo solide unterwegs.» Im ersten Halbjahr hat der Stromkonzern noch einen Gewinn von 429 Millionen Fr. geschrieben. Der Umsatz reduzierte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 14 Prozent auf 3,07 Milliarden Franken.

Der erneute Abschreiber stellt dabei auch keine Gefahr für die Bilanz des Energieunternehmens dar. Mit einem Ende März ausgewiesenen Eigenkapital von 7,8 Milliarden Fr. kann das Unternehmen einen Milliardenabschreiber verkraften. Der Wert aller Sachanlagen, immateriellen Anlagen und Beteiligungen an Kraftwerken betrug Ende des letzten Geschäftsjahrs 7,4 Milliarden Franken. Gegenüber dem Vorjahr hat sich dieser Wert aufgrund des Abschreibers um rund 1 Milliarden Fr. verringert.

(ij/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joachim Gerner am 14.09.2015 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FAULE AUSREDE

    Also ich weiss ja nicht: Wenn wir aus dem Ausland Strom beziehen, wird dieser ja wohl in hochpreislichen CHF bezahlt! Wegen des erhöhten Kurses unserer Währung zahlen wir für die importierte Menge weniger als zuvor! Wieso soll denn da der Strom für uns Konsumenten teurer werden?! Interessant ist auch, wenn Firmen ohne Exportgeschäfte Personal entlassen mit der Begründung "starker CHF"! Vermutlich muss "der starke CHF" auch noch dafür herhalten, wenn schlechtes Wetter herrscht oder die Erde bebt!

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  • Hugo Müller am 14.09.2015 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuergelder für die AXPO?

    Wann wird der Steuerzahler der AXPO wohl unter die Arme greifen müssen?

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  • Ernst am 14.09.2015 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuer und Personalkosten

    Abschreiber sehen auf einer Steuererklärung immer sehr gut aus. Und eine Firma die Wechselkurs-Schwankungen nicht ein berechnet sollte das Management aus tauschen. Der mundestkurs ist ja nicht erst gestern gefallen. Fazit: niedrige Steuern für axpo und ein guter "Grund" beim Personal zu sparen!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Brigitte-Singapore am 15.09.2015 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man nur jammern kann

    Ich verstehe jetzt nicht ganz warum die AXPO so ein tam tam macht. Die haben genug Rücklagen, ist ja kein Wunder bei diesen Strompreisen.

  • Vera Strahl am 14.09.2015 22:42 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Manager

    Ein sterbendes Businessmodell so lange ausquetschen wies geht. Für den Rückbau der Dino AKW wird mit Sicherheit kein Geld mehr da sein...

  • Marc am 14.09.2015 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Saftaden Axpo

    Wisst ihr noch wie die Axpo immer vor der Stromlücke gewarnt hat :-) Zudem viel zu lange auf Atomenergie gesetzt und den Wendepunkt zu den erneuerbaren völlig verschlfen. Zudem viel zu viel im Ausland investiert statt in der Schweiz. Saftladen.

  • Rene am 14.09.2015 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles ok

    Genau Lesen...Es steht da das der Wert der Kraftwerke Axpo sich gemindert hat... Das heisst das sie an der Börse etwas an Wert verloren haben, mehr nicht. Aber wenn man jammert hat man Argumente zu sagen wir müssen sparen u.Stellen abbauen.

  • Joachim Gerner am 14.09.2015 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FAULE AUSREDE

    Also ich weiss ja nicht: Wenn wir aus dem Ausland Strom beziehen, wird dieser ja wohl in hochpreislichen CHF bezahlt! Wegen des erhöhten Kurses unserer Währung zahlen wir für die importierte Menge weniger als zuvor! Wieso soll denn da der Strom für uns Konsumenten teurer werden?! Interessant ist auch, wenn Firmen ohne Exportgeschäfte Personal entlassen mit der Begründung "starker CHF"! Vermutlich muss "der starke CHF" auch noch dafür herhalten, wenn schlechtes Wetter herrscht oder die Erde bebt!

    • Guguseli am 14.09.2015 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      "Stromwährung"

      Leider nein, die internationale Stromwährung ist Euro und nicht CHF. Übrigens zu grossen Teilen auch CH-Intern, zwischen EVUs oder Grösstkunden.

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