Erneuerbare Energien

10. Januar 2011 07:39; Akt: 10.01.2011 15:54 Print

BKW kann «ambitiöse Ziele» nicht erreichen

Wegen zunehmenden Widerstands und «schleppender Verfahren» korrigiert die BKW ihre «ambitiösen» Ausbauziele 2030 für erneuerbare Energien im Inland um 40 Prozent nach unten.

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Der Berner Stromkonzern BKW begründet den Abbau seines Engagements für erneuerbare Energien mit dem zunehmenden Widerstand gegen Kraftwerkprojekte und den schleppenden Bewilligungsverfahren.

«Zwar geniessen die erneuerbaren Energien grosse Sympathien», sagte Martin Pfisterer, Mitglied der BKW-Unternehmensleitung, am Montag vor den Medien. Wenn es aber darum gehe, eine entsprechende Anlage zu bauen, heisse es oft: «Super, aber bei mir nicht.»

Der Entscheid zur Reduktion der inländischen Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien von 1000 GWh auf 600 GWh fiel nach einer Analyse der rund 100 laufenden Projekte der Tochtergesellschaft sol-E Suisse, welche für die Wind- und Kleinwasserkraftwerksprojekte der BKW verantwortlich ist.

Verschmierte Windturbinen

Der Wind gedreht hat beispielsweise im Jurabogen: Pfisterer erzählte von diversen Schmierereien an Windturbinen, welche davon zeugten, dass der Widerstand gegen Windkraftwerke deutlich zugenommen habe.

Der Widerstand gegen geplante Wasserkraftwerke im Alpenraum komme zwar weniger martialisch zum Ausdruck, sei aber auch organisiert. So wollten jeweils verschiedene Interessengruppen aus landschaftlichen, touristischen oder ökologischen Gründen verhindern, dass an einem Bach gebaut werde.

Er könne die Einwände im Grunde schon verstehen, sagte Pfisterer. «Jeder Bach in der Schweiz ist schön. Doch wenn dies das Mass ist, sind wir bald am Ende unseres Lateins», fügte er an. Es zeige sich eine grosse Diskrepanz zwischen den Produktionszielen von Bund und Kantonen für Kleinwasserkraft und den effektiv umsetzbaren Projekten.

Einfacher in Italien und Deutschland

Weniger Verständnis habe er jedoch für die komplizierten Verfahren in der Schweiz, sagte Pfisterer an der Medienkonferenz weiter. Er verwies auf die Situation in Italien und Deutschland, wo die BKW mit erneuerbaren Energien stark präsent sei. In diesen Ländern gebe es Einheitsbewilligungen, welche die Verfahren deutlich beschleunigten.

In der Schweiz hingegen müsse die BKW als Investorin selbst an die zahlreichen Instanzen und Behörden gelangen, die der Bewilligung zustimmen müssen. Pfisterer kritisierte die fehlende Raumplanung in der Schweiz. Diese hätte man kantonsübergreifend einführen sollen, bevor die kostendeckende Einspeisevergütung zur Förderung der erneuerbaren Energien in Kraft getreten sei, sagte er.

(sda)