Schweizer Bahnhöfe

25. April 2019 11:30; Akt: 25.04.2019 15:56 Print

Valora lässt 83 Kioske sterben

von V. Blank - Valora ersetzt einen grossen Teil seiner K Kioske an den Bahnhöfen durch Avec-Shops. Das Unternehmen will dadurch sein Food-Angebot ausbauen.

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Die Kioskbetreiberin Valora hat von den SBB den Zuschlag für die Bewirtschaftung der schweizweit 262 Kiosk- und Convenience-Flächen erhalten. Die Zahl der Shops, die von Valora an den Bahnhöfen betrieben werden, erhöht sich um 31. Die neuen Läden sollen bis 2021 eröffnet werden.

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Zudem wird Valora den Fokus mehr auf Convenience legen. Wie es an einer Telefonkonferenz am Donnerstagmorgen hiess, wird die Zahl der K Kioske von 199 auf 116 reduziert. An ihrer Stelle sollen Avec-Shops entstehen, deren Zahl von 32 auf 146 steigt. Man wolle dadurch das Food-Angebot ausbauen, sagte Michael Müller, CEO der Valora-Gruppe.

Kaffee-Wägeli auf dem Perron

Valora hat sich gegen die Angebote mehrerer nationaler und internationaler Firmen durchgesetzt. Der Druck durch die Konkurrenz sei gross gewesen, so Müller. Das Unternehmen habe mit seinem erneuerten Konzepten am meisten überzeugt, teilten die SBB mit. Auch internationale Firmen, die an einem möglichen Markteintritt in der Schweiz interessiert waren, hätten sich beworben, so ein SBB-Sprecher.

Gepunktet hat Valora unter anderem mit einem Kaffee-Wägeli. Bei grösseren Verspätungen sollen die Kunden der SBB künftig mit Gratiskaffee auf dem Perron bei Laune gehalten werden. Das Angebot werde es an den grossen Bahnhöfen der Schweiz geben, hiess es an der Telefonkonferenz.

Valora rechnet damit, dass die 262 Standorte auf vergleichbarer Fläche einen Umsatzanstieg von bis zu 5 Prozent gegenüber heute erlauben. Allerdings sind dort die Mieten, die gemäss CEO Müller an die Umsatzentwicklung gebunden sind, auch hoch. Bei den Kioskflächen werde es zu einer deutlichen Steigerung der Mieten kommen. Müller sprach in der Telefonkonferenz von einer Verdopplung der Mieten.

Bis zu 30'000 Franken Umsatz pro Quadratmeter

Der schweizweite Mietvertrag für alle Kiosk-Flächen in SBB Bahnhöfen läuft Ende 2020 aus und wurde im Juni 2018 von der SBB öffentlich ausgeschrieben. Auch Coop hatte sich für die Flächen interessiert, wie CEO Joos Sutter nach der Ausschreibung zu 20 Minuten sagte. Bestandteil der Ausschreibung waren auch die heute bestehenden Convenience-Stores, deren Mietverträge ebenfalls auslaufen.

Das Geschäft an den Bahnhöfen ist lukrativ. An den fünf grossen Knotenpunkten in der Schweiz – Basel SBB, Bern, Genf, Luzern und Zürich HB – wurde im Jahr 2016 laut dem Marktforscher GFK über eine Milliarde Franken Umsatz gemacht. Spitzenreiter ist der Bahnhof Bern mit einem Umsatz von rund 30'000 Franken pro Quadratmeter.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Na Ja am 25.04.2019 11:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    To Go

    Noch mehr food und Plastikmüll to go....Bravo !

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  • roland moser am 25.04.2019 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Avec...

    ...unserem Geld die Valora vergolden. Nein Danke! Ich poste meine Sachen vorher im Coop oder Mirgos.

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  • Stef Eich am 25.04.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Weiteres Lädeli-Sterben

    Und das Lädeli-Sterben geht fröhlich weiter. Bald ist die halbe Schweiz arbeitslos. Ich bin dann gespannt wer dann überhaupt noch einkaufen soll wenn kein "Batzeli" mehr nach Hause kommt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gaudenz am 26.04.2019 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Fertiggerichte, nein Danke!

    Convenience Food, sprich Fertiggerichte, definitiv nichts für mich.

    • TomTom am 26.04.2019 20:28 Report Diesen Beitrag melden

      Ungesund

      Billigste Zutaten zu überhöhten Preisen.

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  • Inseider am 26.04.2019 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Provit

    Valora ist nur auf Profit aus und das auf Kosten von den Angestellten die ihre Stelle verlieren. Solche Shops muss man meiden wo man kann ja nicht noch unterstützen.

    • Peter Lüthi am 26.04.2019 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Inseider

      Ihnen ist schon klar dass Unternehmen per se Gewinne erzielen sollten, um längerfristig existieren zu können. Auch Valora hält sich an die Mindestlöhne.

    • Thomas S. am 26.04.2019 20:32 Report Diesen Beitrag melden

      @ Peter Lüthi

      Eine gewisse Geschäftsethik sollte schon noch vorhanden sein. Gewinne nicht um jeden Preis! Woher wissen Sie, dass sich Valora an die Mindestlöhne hält?

    • Larissa Maier am 26.04.2019 20:40 Report Diesen Beitrag melden

      @ Peter Lüthi

      Valora betreibt ein Franchising- und Agentur-System. Denn der Konzern betreibt nicht alle seine K-Kiosk-Filialen selber. Einige Standorte werden von Kleinunternehmen geführt dies gilt auch für Tochterfirmen der Valora, etwa Brezelkönig oder Avec-Läden. Sämtliche Risiken werden an die Franchise -Nehmer ausgelagert.

    • Sophia Lindner am 26.04.2019 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Larissa Maier

      Ich war Valora Angestellte und hatte wirklich den Mindestlohn! Erbärmlich und konnte über 5 Stunden keine Pause machen oder das Stille Örtli aufsuchen, da ich alleine für den Kiosk verantwortlich war! Wärend und nach meiner Schwangerschaft muss ich erst gar nicht erwähnen!!

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  • Klaas K. am 26.04.2019 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Ich kaufe nie in einem Kiosk ein. Auf dieses Niveau lass ich mich nicht hinab. Deshalb lässt mich das verschwinden der Kioske kalt.

  • Darwin am 26.04.2019 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie

    Tröstet es einen als Arbeitssuchender, dass es auch andere betrifft, jedoch Frage ich mich wie das auf dem CH Arbeitsmarkt weitergehen soll. Die Unternehmen behandeln die Mitarbeiter wie Pest, weil sie ein (zugegeben sehr hoher) Kostenfaktor darstellen, gekündigt wird daher bei jeder Gelegenheit. Schon bedenklich was hier abgeht.

    • Frank am 26.04.2019 20:27 Report Diesen Beitrag melden

      @ Darwin

      Die ausländischen billig Löhner stehen bereits in der Warteschlange, die Mehrheit der Stimmbürger wollte es so, die freie Personenfreizügigkeit lässt grüssen.

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  • Boy Kott am 26.04.2019 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kaufe da nichts

    Die geprellten sind die Frauen, welche in diesen Kiosken Teilzweit arbeiten konnten. Nu braucht es nur noch eine Kassiererin - oder nicht einmal mehr das. Da kann ich nur sagen, ich kaufe da nichts.