Nach 18 Jahren

03. Februar 2011 15:49; Akt: 03.02.2011 16:01 Print

Bananenstreit ist zu Ende

Seit 1993 hat die EU mit den Staaten Lateinamerikas über Einfuhrzölle gestritten. Jetzt haben sich die Streithähne geeinigt.

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Die EU hat den jahrelangen Bananenstreit mit Lateinamerika beigelegt. Das Europäische Parlament nahm am Donnerstag in Brüssel das Genfer Abkommen von 2009 über EU-Zölle für Bananenimporte aus Lateinamerika an. Er beendete damit den nach eigenen Angaben «langwierigsten Streit in der Geschichte des Welthandels».

Die Vereinbarung sieht vor, Einfuhrzölle auf lateinamerikanische Bananen von derzeit 176 Euro pro Tonne auf 114 Euro im Jahr 2017 schrittweise zu senken. Gleichzeitig wurden den wichtigsten Erzeugerländern unter den afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten (AKP) Ausgleichszahlungen von bis zu 200 Mio. Euro zugesagt.

Die EU erhob bislang keine Einfuhrzölle auf Bananen aus den früheren Kolonien in Afrika und der Karibik - jedoch auf Bananen aus Lateinamerika. Elf lateinamerikanische Staaten waren seit 1993 dagegen vorgegangen.

Nutzen nur für Bananen-Multis?

Das EU-Parlament warnte vor überzogenen Erwartungen. Auch dieses Übereinkommen könne nicht allen Verhandlungspartnern gerecht werden. Kritik an der Vereinbarung übten die europäischen Grünen. Die im Genfer Abkommen beschlossenen Zollsenkungen würden nur den US-Multis wie «Chiquita» nützen. Mit «Fair Trade» oder Entwicklungsperspektiven hätten sie nichts zu tun, erklärte der EU- Abgeordnete Sven Giegold.

Die EU ist nach eigenen Angaben der weltweit grösste Bananenmarkt. Mehr als 70 Prozent der in der EU verkauften Bananen kommen aus Lateinamerika. Rund 20 Prozent der Bananen stammen der EU zufolge aus den AKP-Staaten wie Kamerun oder Surinam.

(sda)