Fragwürdiges Investment

27. Februar 2020 12:12; Akt: 27.02.2020 12:12 Print

Bank lanciert Corona-Produkt und krebst zurück

von Dominic Benz - Die Basler Kantonalbank lancierte ein Corona-Anlageprodukt. Nun ist das Institut zurückgekrebst.

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Das Coronavirus schüttelt die Wirtschaft durch. Seit Tagen rauschen die Kurse an den Börsen in den Keller. Vom Virus-Sturm will die Basler Kantonalbank (BKB) offenbar profitieren – und lanciert ein neues Anlageprodukt. Wer investiert, kann Geld mit dem Coronavirus verdienen. Das schreibt der Finanzblog «Inside Paradeplatz».

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Die Bank nennt das Angebot «BKB Tracker Zertifikat auf einen Coronavirus Basket». Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Derivat oder strukturiertes Produkt (siehe Box). Mittlerweile ist die Bank aber zurückgekrebst und hat den Titel geändert. «Die Benennung war ein Fehler und entspricht nicht unserer Unternehmenskultur», sagt BKB-Sprecher Raphael Vannoni zu 20 Minuten.

«Unsensible Bezeichnung»

Neu heisst der Titel «BKB Tracker Zertifikat auf einen CH-Industrie Basket», wie es im Infoblatt zum Produkt auf der Website steht. Man habe erkannt, dass die unsensible Bezeichnung zu Unmut oder Unverständnis hätte führen können, sagt der Sprecher. Insofern sei der ursprüngliche Name unglücklich gewählt gewesen. Das Derivat habe man im Auftrag eines institutionellen Kunden zusammengestellt und auch in seinem Auftrag so benannt.

Offenbar wurde das Derivat der BKB auch sonst eine zu grosse Belastung. Denn ursprünglich plante die Bank, das Derivat ab Mittwoch an der Börse handeln zu lassen. Doch daraus wurde nichts. Einen Tag vor Handelsbeginn hat die Bank bei der Börse interveniert und sowohl die Umbenennung als auch die Dekotierung veranlasst.

Profit mit Corona-Krise?

Das Produkt ist nun nebenbörslich platziert und steht Privatanlegern daher nicht zur Verfügung. Das wäre anders gewesen, wäre das Wertpapier an der Börse gehandelt worden. Laut BKB hat man das Produkt aber nicht aktiv vermarktet. «Es ging in keiner Weise darum, Profit aus der gegenwärtigen Corona-Krise zu schlagen», betont Sprecher Vannoni.

Dem Corona-Derivat liegen 16 an der Schweizer Börse gehandelten Aktien zugrunde, etwa von Schindler, ABB, Sulzer oder Logitech. Gemeinsam haben die Konzerne, dass sie zu einem grossen Teil ihre Produkte nach China exportieren. Kauft man das Derivat, nimmt man an der Wertentwicklung der Aktien teil. Die Investition ist aber hoch riskant. Im schlimmsten Fall droht der Totalverlust.

Gemäss BKB hat der Kunde jene Aktien für das Derivat ausgewählt, die gemäss seiner Einschätzung an der Börse wegen des Coronavirus massiv an Wert verloren haben und nun ein entsprechendes Aufwärtspotenzial aufweisen. «Es ging in keiner Weise darum, Firmen auszuwählen, die von einem stärkeren Ausbruch des Coronavirus profitieren würden», sagt Vannoni.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Angina am 27.02.2020 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Notfall

    Ich arbeite auf einer Notfallstation, habe schon recht Respekt, wenn sich das Corona weiter verbreitet. Das einzig Positive wird sein, dass keine Bagatellen mehr in den Notfall kommen. Dann zeigt sich, wer ein wirklicher Notfall ist!

  • Maler50 am 27.02.2020 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubhaft

    Um Ausreden wirklich nicht verlegen, aber völlig unglaubhaft.

  • Expat am 27.02.2020 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gier kennt keine Grenze

    Da nützt auch zurückkrebsen und von der Börse nehmen nichts. Da muss der Vorstand hinstehen und sich entschuldigen. Der der das Produkt lanciert hat gehört fristlos entlassen. Ohne diese Maßnahmen ist die Bank zu meiden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Der_Baum am 27.02.2020 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Bank macht was sie soll...

    Es ist eine Bank, deren Job ist es Geld zu verdienen. Da momentan alle wie blinde, dumme Hühner rumrennen und Atemschutzmasken, Konserven und Desinfektionsmittel hamstern, ist es das perfekte Anlageprodukt.

  • Cara mia am 27.02.2020 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    typisch Bank

    So geschmacklos von dieser Bank.

  • Maler50 am 27.02.2020 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubhaft

    Um Ausreden wirklich nicht verlegen, aber völlig unglaubhaft.

  • Tomson1994 am 27.02.2020 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry aber

    Alle Short Seller machen indirekt Kohle mit Corona. Sowie auch ich... ist doch ganz normal. In dem Sinne, enjoy Capitalism und wäscht euch schön die Hände :)

  • Expat am 27.02.2020 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gier kennt keine Grenze

    Da nützt auch zurückkrebsen und von der Börse nehmen nichts. Da muss der Vorstand hinstehen und sich entschuldigen. Der der das Produkt lanciert hat gehört fristlos entlassen. Ohne diese Maßnahmen ist die Bank zu meiden.