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16. Oktober 2015 21:27; Akt: 16.10.2015 21:27 Print

Bank belohnt Kunden für Facebook-Likes

Die deutsche Fidor-Bank lässt ihre Kunden über Facebook abstimmen. Sobald 2000 Nutzer auf der Fidor-Seite «Gefällt mir» anklicken, steigt der Guthabenzins.

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Der Vorstandssprecher der Internetbank Fidor, Matthias Kröner.

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Die junge deutsche Internetbank Fidor geht gern neue Wege. So bietet die Bank, die nach der Finanzkrise gegründet wurde und sich deshalb ironisch als «Post-Desaster-Bank» («Die Bank nach der Katastrophe») bezeichnet, ihren Kunden einen speziellen Service: Sie lässt sie selbst über den Zins mitentscheiden. Boni für Bankkunden statt für Investmentbanker gehören ebenso zu diesem Konzept wie die Zinsentscheide über Facebook. Auch belohnt die Bank all jene Kontoinhaber, die oft mit der Bank via Social Media in Kontakt treten.

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Finden Sie die Idee der Fidor-Bank, Kunden für Ihren Input zu belohnen, gut?
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Wer eine Frage stellt oder beantwortet, bekommt 10 Cent. Wer es schafft, ein Tutorial-Video auf dem Youtube-Kanal der Bank zu veröffentlichen, erhält 100 Euro. Mit 1000 Euro kann rechnen, wer sich ein Finanzprodukt ausdenkt, das ins Fidor-Angebot aufgenommen wird.

Fragen werden belohnt

«Wir sind die einzige Bank, die dafür Geld bezahlt, wenn die Kunden Fragen stellen», sagt Matthias Kröner, Vorstandssprecher der Bank, zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Reich wird davon allerdings keiner. «Das Wichtigste ist, dass sich die Leute mit ihrem Geld beschäftigen.»

Das neuste Facebook-Posting ist ähnlich: Die Fidor-Bank verschenkt 10 Kunden ein Startguthaben von 1000 Euro. Die Münchner Internetbank hat sich zum Ziel gesetzt, alle paar Monate mit einer Neuerung zu kommunizieren. So hat sie vor einiger Zeit einen Kredit-Notruf eingerichtet, über den Kunden auf die Schnelle an Geld kommen können, berichtet die FAZ. Wer beispielsweise am Wochenende in der Klemme steckt, kann sich über eine Smartphone-App mal eben 100 Euro leihen. Dafür werden allerdings satte sechs Euro fällig. Wer binnen 30 Tagen ordnungsgemäss zurückzahlt, darf beim nächsten Mal 200 Euro beantragen.

Panne an der Kasse

Aber nicht alles klappt auf Anhieb. So lancierte das Bankinstitut, dessen Name Vertrauen bedeutet (von lateinisch «fide») die sogenannte Smartcard, die sowohl als Kreditkarte als auch als Maestrokarte benutzt werden kann. Selbst Geld kann man mit der Karte verdienen, und zwar indem man sie nicht in einen Geldautomaten steckte. Wer im Monat kein Bargeld abhebt, bekommt fürs Nichtstun zwei Euro gutgeschrieben, weil er keine Kosten verursacht hat. Wer einmal zum Automat geht, erhält noch einen Euro. Von der dritten Abhebung an werden dann jeweils zwei Euro Gebühren fällig. Bei manchen Kartenbesitzern funktionierte die Karte allerdings nicht. Nicht alle Terminals konnten sie lesen.

Auf Facebook schrieb zum Beispiel Nutzer und Bankkunde Sebastian Schulte: «In der Schlange vor der Kasse im Supermarkt stehen, der Korb übervoll mit dem Einkauf für die ganze Woche. Nur das Handy und die Fidor-Smartcard dabei, wohl wissend, dass im Moment weder die Fidor-Webseite funktioniert noch die Karte. Und dann, nur noch ein Kunde mit wenigen Produkten vor einem, der erlösende Post von Fidor-Oliver, dass das System wieder funktioniert. Spannung: unbezahlbar.» Aller Kritik zum trotz: Bei den Leuten kommt Fidor gut an. Der Kundenstamm hat sich innerhalb von zwei Jahren auf fast 100'000 verdreifacht.

(cls)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wiral am 16.10.2015 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Erpressung

    Hier wird man praktisch dazu erpresst oder genötigt der Amerikanischen Datenkranke persönliche Infos zu den eigenen Finanzen auszuliefern.

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  • Urs am 16.10.2015 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lockvogel-Angebot

    Das ist ein reines Lockvogel-Angebot. Sobald der Hype vorbei ist werden die Zinsen wieder nach unten korrigiert.

  • Hans Sauer am 16.10.2015 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Banken sind doch seit jeher bekannt dass sie der Meinung sind, man könne mit Geld alles kaufen. Auch manipulierte Statistiken.

Die neusten Leser-Kommentare

  • QonoS am 17.10.2015 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Boni

    Weniger Boni für Manager dafür mehr Zinsen würde dienlicher sein!

    • Dejan am 17.10.2015 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @QonoS

      Weniger Boni wird nicht mehr Zins geben. Die Nationalbank steuert die Zinshöhe mittels Leitzins! Es sind nicht die bösen Geschäftsbanken die den Kunden keinen Uins bezahlen möchten. Ausserdem ist es nicht entscheidend, ob ich 3% oder 0.50% Zins erhalte, die Frage ist, wieviel real, nach Teuerung in der Tasche bleibt. Das kann bei 0.50% mehr sein als bei 3%!

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  • Pamela am 17.10.2015 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    gibt es noch nicht hier

    man kann in der CH kein Konto eröffnen. Die gibt es nur in Deutschland und UK.

  • Hendrik van der Mels am 17.10.2015 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Venture King

    You cannot build todays company with yesterdays strategy and be in business tomorrow. Manche altertümliche Grossbanken werden ein böses Erwachen erleben. Good luck! Fidor macht das grossartig.

  • Daniel am 17.10.2015 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Sehr alte Informationen in diesem Bericht: Die FB-like abhängigen Zinsen gibt es bei Fidor schon seit Jahren (zumindest seit 2012). Zudem verlangen Schweizer Banken seit kurzer Zeit auch wieder Gebühren für Bargeldbezüge (an Fremdautomaten) und zwar egal wie hoch dein Vermögen ist.. Aber wie bereits viele User kommentiert haben, ist Bargeld sowieso ein Auslaufmodell.

    • Oliver am 17.10.2015 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel

      Viele in dieser Diskussion leben noch in der Steinzeit weil Sie ständig mit Bargeld argumentieren. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.:)

    • Tanja am 17.10.2015 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel

      Fidor gibt es schon seit 2003 ( wikipedia) Die community in D hat bereits 300 000 nutzer nicht nur 100 000. Letzten monat wurde die erste UK branch eröffnet, in Russland und USA geht wohl bald weiter. Ich finde gut was sie machen und vorallem wie.

    • nicci283 am 17.10.2015 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel

      Auch dies leider eine falsche Information lieber Daniel. Schweizer Banken (insbesondere Kantonalbanken) verlangen schon seit jeher Gebühren für Fremdbankbezüge. Super ist die Postfinance. Bei einer Einlage von CHF 25'000.- ist Bargeldbezug sogar im Ausland gebührenfrei.

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  • Al Capone am 17.10.2015 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Attacke

    Buchmarkt - disrupted (ebooks). Taximarkt- disrupted ( danke uber, man kann sich wieder ein taxi leisten in zurich). Reisebüros um die Ecke- was ein Reisebüro? Hotelbrachne - disrupted ( airbnb) Ihr Banken seid die nächsten!! Weiter so Fidor!!

    • Dart Vader am 17.10.2015 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Al Capone

      Das Imperium wird diesen Rebellen den Markt nicht kampflos ueberlassen. UBS, BBVA, Commerzbank haben allesamt bereits eigene Incubatoren oder Joint Ventures im Bereich blockchain und bitcoin. Aber die Macht ist stark in diesem Fidor..

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