Geld im Briefkasten

15. November 2019 11:25; Akt: 15.11.2019 14:46 Print

Bank verschickt Kunden Bargeld per Post

von B. Scherer - Die Basellandschaftliche Bank sendet ihren Kunden bis zu 2000 Franken nach Hause – per Post. Doch die Post haftet bei Verlust nur für 100 Franken.

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Die Basellandschaftliche Bank sendet ihren Kunden bis zu 2000 Franken per Post nach Hause. Dafür nutzt die Bank das Angebot A-Post-Plus. Laut Post wird die Zustellung dann per Scanner bestätigt. Dieser Service betreffe Sendungen bis maximal 300 Franken. «Die Post übernimmt im Falle eines Verlusts die Haftung bis zu 100 Franken», erklärt eine Mediensprecherin der Post. Für Beträge bis zu 1000 Franken empfiehlt die Post per Einschreiben zu verschicken. Dann übernimmt die Post die Haftung bis zu 500 Franken. «Kundinnen und Kunden, die das Risiko eingehen und Beträge über 1000 Franken verschicken, müssen sich bewusst sein, dass die Post in diesem Fall keine Haftung übernimmt», heisst es vonseiten der Post. Geht das Bargeld verloren, haftet Das Geld können sich Kunden der Basellanschaftliche Kantonalbank schon seit 2018 nach Hause senden lassen. Das werden jetzt wohl auch mehr Kunden nutzen, denn wie die Bank in einem Kundenbrief angekündigt wird in ländlich gelegenen Filialen der Bank kein Bargeld mehr am Schalter ausgegeben. Grund dafür: Die Bank wurde bereits dreimal überfallen. In Ettingen wird es demnach ab dem 15. November kein Bargeld mehr am Schalter geben. Zudem wird ab sofort in allen Filialen Sicherheitspersonal während der Öffnungszeiten permanent im Einsatz sein. Hintergrund der Massnahmen sind drei Überfälle auf Filialen der BLKB in Oberdorf und Breitenbach. Dieser Mann hatte in Oberdorf gleich zweimal zugeschlagen. Beim zweiten Überfall am 5. August kam es sogar zu einer Schussabgabe. Verletzt wurde aber niemand. Der Mann wurde allerdings am 12. September gefasst. Nach dem zweiten Überfall benutzte er ein Velo und war beinahe unmaskiert unterwegs. Dieses Bild dürfte ihn verraten haben. Der 46-jährige Schweizer wurde im Kanton Luzern verhaftet. Zuvor hatte die Bank eine Belohnung von 25'000 Franken ausgesetzt. Das führte zum entscheidenden Tipp. Dieser führte die Polizei auf die richtige Spur, die in den Kanton Luzern führte. Am 17. Oktober wurde die Filiale in Breitenbach von einem Bankräuber heimgesucht. Der Mann bedrohte eine Bankangestellte am Schalter mit einer Schusswaffe. Der Mann erbeutete mehrere tausend Franken und flüchtete zu Fuss in unbekannte Richtung. Beim Täter handelt es sich um einen rund 185 bis 190 Zentimeter grossen schlanken Mann, der gebrochen Deutsch spricht.

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Bereits dreimal in diesem Jahr wurden Filialen der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) überfallen. Aus Angst vor weiteren Überfällen geben die Niederlassungen in Ettingen und Breitenbach seit Donnerstag kein Bargeld mehr am Schalter ab. Dafür können sich die Kunden jederzeit Bargeld nach Hause liefern lassen.

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Bis zu 2000 Franken verschickt die BLKB per Post. «Das bestellte Geld wird an die Adresse gesendet, die die Kunden bei der Bank hinterlegt haben», erklärt Monika Dunant, Mediensprecherin der Basellandschaftlichen Bank.

Diesen Lieferservice gab es aber schon vor den Überfällen, nämlich seit Anfang 2018. Bisher nutzen laut Dunant aber nur wenige das Angebot: «Etwa fünfmal pro Woche bestellen Kunden im Durchschnitt Geld zu sich nach Hause.»

Keine Haftung für grosse Geldsendungen

Die BLKB verschickt das Bargeld ausschliesslich per A-Post-Plus. Wie die Post erklärt, wird bei dieser Methode die Zustellung per Scanner bestätigt. Das heisst, die Sendung landet sicher im Briefkasten des Empfängers.

Allerdings empfiehlt die Post den Kunden, sich mit A-Post-Plus keine grossen Geldsummen senden zu lassen. «Die Post übernimmt im Falle eines Verlusts die Haftung bis zu 100 Franken», so eine Post-Sprecherin.

Laut Post wäre es allerdings am besten, Cash-Beträge nur per Einschreiben zu senden. Geht das Geld dann verloren, zahlt die Post bis zu 500 Franken zurück. Ausserdem ist das Versenden von Bargeld nur innerhalb der Schweiz erlaubt. Sendungen ins Ausland sind verboten.

Verluste müssten im Einzelfall geprüft werden

Es stellt sich die Frage: Haftet die Basellandschaftliche Bank für verlorenes Bargeld, oder ist Geld über 100 Franken für die Bankkunden für immer verloren? «Bis jetzt ist ein Verlust noch nicht vorgekommen. Wir würden den Einzelfall prüfen, sollte dies passieren», sagt Bank-Mediensprecherin Dunant.

Obwohl eingeschriebene Postsendungen finanziell besser abgesichert wären, bietet die Bank das bei Cash-Sendungen nicht an. Sie besteht auf der A-Post-Plus-Methode. Denn: «Diese hat gegenüber dem eingeschriebenen Versand den Vorteil, dass die Empfängerin zum Zeitpunkt der Zustellung nicht zwingend zu Hause sein muss», lautet die Begründung der Bank.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Ironiker am 15.11.2019 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schuld ist bei der Bank

    Wenn ich bei der Bank 2000 Franken per Post bestelle ist diese für die Lieferung bis in meinen Briefkasten verantwortlich. Die Schuld kann nicht auf den Empfänger umgewälzt werden. Die Post haftet gegenüber dem Versender, nicht dem Empfänger. Für so etwas gibt es Gesetze.

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  • Man(n) am 15.11.2019 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Strafe für Kunden

    Man könnte auch die Sicherheitsstandards verbessern anstatt die Kunden zu strafen, aber das wäre ja mit Kosten verbunden..

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  • Spartan am 15.11.2019 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahrer (ab)Grund?

    Wo leben wir hier eigentlich?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marius am 16.11.2019 23:38 Report Diesen Beitrag melden

    ja und die Gesetze der Schweiz

    besagen beim Versand Handel, nichts anderes ist es, dass der Lieferweg aufs Risiko der Kunden geht. Sobald der Versender beweisen kann, dass er verschickt hat, ist er fein raus.

  • Tex Wyler am 16.11.2019 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es läuft nur auf eines hinaus,

    Es wird anscheinend alles getan um so rasch wie möglich das Bargeld abzuschaffen mithilfe solcher unsinniger Schnapsid...n gewisser Ban..n und Institute um dem Bürger alle Rechte zu nehmen dank der Digitalisierung!

  • Patschi21 am 16.11.2019 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufteilung

    Man könnte auch 20 Briefe mit je 100 chf verschicken, dann wäre alles rechtens versichert.

  • Malino am 16.11.2019 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    Vielseitig unser gleiches Problem

    Ein Problem dass mir unseren Gesetzen leider nicht mehr aufgehalten werden kann. Es endet Grob wenn es nicht jetzt in feinem geregelt werden kann. Es wird immer mehr zu selbstbedienung in unserer Schweiz.

  • Alesandro Pianari am 16.11.2019 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rückbau

    Jetzt hat man die Banken alle auf begegnungs Zonen umgebaut! Obwohl die Kriminalität gestigen ist. Jetzt können sie wieder alles verglasen! Und warum, offene Grenzen!