Wegen Diskriminierung

22. Dezember 2011 00:54; Akt: 22.12.2011 11:52 Print

Bank of America muss Millionen blechen

Alleine wegen ihrer Hautfarbe mussten Schwarze und Latinos bei einer US-Bank höhere Gebühren zahlen als Weisse. Die Bank akzeptiert jetzt einen 335 Millionen Dollar schweren Vergleich.

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Bei einer Bank of America-Tochter mussten Afroamerikaner und Latinos jahrelang höherer Zinsen bezahlen - nur wegen ihrer Hautfarbe. (Bild: Keystone)

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Die Bank of America (BoA) muss wegen Rassismusvorwürfen 335 Mio. Dollar (312 Mio. Franken) zahlen. Der Tochterfirma Countrywide, einer Immobilienfinanziererin, wird die Benachteiligung schwarzer und lateinamerikanischer Kunden vorgehalten.

So soll das Tochterunternehmen mehr als 200 000 Kreditnehmern über Jahre überhöhte Zinsen abverlangt haben - nur wegen ihrer Herkunft und Hautfarbe. Davon ist das US-Justizministerium nach jahrelangen Ermittlungen überzeugt.

Die Millionenzahlung ist Teil eines Vergleichs, den die BoA mit dem Ministerium geschlossen hat, und den Justizminister Eric Holder am späten Mittwoch (Ortszeit) in Washington verkündete. «Finanzfirmen sollten ihre Entscheidungen aufgrund der Kreditwürdigkeit ihrer Kunden treffen, nicht aufgrund von deren Hautfarbe», sagte Holder.

Damit räumte die zweitgrösste Bank der Vereinigten Staaten ihre Schuld weder ein noch wies sie die Vorwürfe als falsch zurück - eine gängige Praxis bei Vergleichen in den USA. Das Bankhaus erklärte lediglich, dass heute alle Kunden von Countrywide fair und gleich behandelt würden.

Hohe Zinsen führten zu Hauspfändungen

Stark gestiegene Zinsen hatten vielen Hauskäufern ab dem Jahr 2007 das Genick gebrochen. Die Zahl der Kreditausfälle stieg dramatisch an und Pfändungen von Häusern säumiger Schuldner wurden zum Alltag. Dies war einer der Hauptgründe für den Ausbruch der Finanzkrise 2008. Noch heute hängen die Schaufenster der amerikanischen Makler voll mit Häusern, die zwangsverkauft und - versteigert werden.

Die BoA hatte die einst grösste US-Immobilienfinanziererin Countrywide 2008 mitten in der Finanzkrise übernommen. Die Bank handelte sich damit massenhaft faule Kredite ein, und sie musste gegenüber Investoren für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte ihrer Tochter geradestehen. Das führte zu Milliardenverlusten. Im Rahmen eines Sparprogramms müssen nun in den kommenden Jahren 30 000 BoA- Mitarbeiter den Hut nehmen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SophiMair am 22.12.2011 05:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Wer bekommt das Geld!? Und was passiert jetzt damit?!

  • Aaron am 22.12.2011 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    noch immer kein Präzedenzfall

    wieder ein Vergleich. Lasst es doch endlich mal zu einem Prozess mit Urteil kommen!

    einklappen einklappen
  • Gigi am 22.12.2011 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut...

    ... So!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gigi am 22.12.2011 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut...

    ... So!

  • Peter Schweizer am 22.12.2011 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    An wen?

    An wen zahlt das Institut nun die Gelder? An die 200'000 Betroffenen, oder nimmt sich der Staat diese Summe?

    • wat den los hier-Mann am 22.12.2011 11:38 Report Diesen Beitrag melden

      ohhh man

      an UPC Cablecom, damit dessen Kunden noch schneller Surfen können.... was für eine Frage Herr Schweizer.....!!

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  • Aaron am 22.12.2011 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    noch immer kein Präzedenzfall

    wieder ein Vergleich. Lasst es doch endlich mal zu einem Prozess mit Urteil kommen!

    • empty()set am 22.12.2011 08:47 Report Diesen Beitrag melden

      Lasst wen?

      Bei einem vergleich kommen beide Parteien zu einer aussergerichtlichen Einigung, weil sie einsehen, dass so ein langwieriger und schlussendlich beiden Seiten schadender Prozess abgebrochen werden kann. Zudem wird auch der Staat entlastet.

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  • SophiMair am 22.12.2011 05:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Wer bekommt das Geld!? Und was passiert jetzt damit?!