Bundesgericht

22. März 2011 12:00; Akt: 22.03.2011 11:01 Print

Bankdirektor wegen Lüge fristlos gefeuert

Ein Banker ist zu Recht fristlos entlassen worden, nachdem er beim Vorstellungsgespräch über seine bisherige Arbeitslosigkeit gelogen hat.

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Das Bundesgericht in Lausanne entschied: Die fristlose Entlassung des Bankers war gerechtfertigt. (Bild: Keystone)

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Lügen haben kurze Beine, das bekam ein Banker zu spüren. Er war im April 2005 als «Senior Private Banker» und Direktionsmitglied für ein Salär von jährlich 160 000 Franken plus Erfolgsbeteiligung von einem Finanzinstitut angestellt worden. Beim Vorstellungsgespräch hatte er erklärt, aktuell noch bei einer anderen Bank zu arbeiten, wo er Kundengelder in der Höhe von 300 Millionen Franken betreue.

In Wahrheit hatte er seit anderthalb Jahren Arbeitslosengelder bezogen, nachdem er seinen früheren Bankjob wegen ungenügender Leistungen verloren hatte. Davon erfuhren seine neuen Vorgesetzten in Zürich erst im September 2005, als ihnen der frühere Arbeitgeber auf ihre Anfrage hin das Arbeitszeugnis zukommen liess.

Erfolgreiche Probezeit

Als Folge seiner Lüge wurde er fristlos entlassen, obwohl ihm im Probezeitbericht noch gute Leistungen und eine gewissenhafte Wahrnehmung seiner Verantwortung attestiert worden waren. Das Bundesgericht hat die Beschwerde des Mannes nun abgewiesen, mit der er 167 000 Franken Lohnersatz und Entschädigung gefordert hatte.

Gemäss den Richtern in Lausanne hatte der Betroffene als Mitglied der Direktion eine sehr hohe Verantwortung inne. Seine Anstellung habe daher zusätzlich zur Erfüllung seiner Aufgaben ein besonderes Vertrauen in seine Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit vorausgesetzt.

Seine wahrheitswidrigen Angaben zur bisherigen Tätigkeit und zur Berufserfahrung seien deshalb unabhängig der bisherigen Leistungen geeignet gewesen, das Vertrauen grundlegend zu zerstören. Der Entscheid zu seiner fristlosen Entlassung sei vom Führungsgremium zudem innert Wochenfrist und damit rechtzeitig erfolgt.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ueli Fäh am 22.03.2011 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Leichtgläubig und gierig

    Beim kleinen Angestellten verlangt man Referenzen. Wen hat die neue Bank wohl in diesem Fall angefragt? Oder glaubt man in der Teppich-Etage einfach alles, was ein "Senior Private Banker" beim Bewerbungsgespräch erzählt? Böse Zungen könnten auch behaupten: "Egal, Hauptsache ein Teil der 300 Millionen wechselt mit ihm"...

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  • Tom Weber / Bern am 22.03.2011 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Kleine Fische

    Um Peanuts kümmert sich die Justiz, jedoch beim wirklichen Verbrechen oder Straftaten, wie es die Banken in den USA machten, sind sie auf beiden Augen blind, Stimmts!

  • Peschä am 22.03.2011 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Vielleicht sollte man explizit einführen, dass über Arbeitslosigkeit keine Angaben gemacht werden müssen. Es hat ja niemand etwas davon, wenn Langzeitarbeitslose keine Stelle mehr finden und dafür bei der Sozialhilfe landen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom Weber / Bern am 22.03.2011 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Kleine Fische

    Um Peanuts kümmert sich die Justiz, jedoch beim wirklichen Verbrechen oder Straftaten, wie es die Banken in den USA machten, sind sie auf beiden Augen blind, Stimmts!

  • Casagrande J. am 22.03.2011 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Betr. den Kontrakommentaren!

    Wenn man so die Kommentare liest, kann einem schon mal übel werden. Sicher ist, dass niemand davon in einer Bank arbeitet. Warum geben wir wohl unser Geld einer Bank. Nicht wegen dem kleinen Zins sondern primär NUR wegen dem Vertrauen!! Warum verlohr die UPS wohl soviel Geld? Also wenn der Neueinstieg scho auf einer Lüge basiert, ...?

    • tomcom am 22.03.2011 16:17 Report Diesen Beitrag melden

      Vertrauen

      Das Geld landet nicht aus Vertrauensgrünende auf der Bank sondern wegen der Sicherheit. Oder möchten Sie tausende von Franken zu hause haben?

    • Schoch Peter am 22.03.2011 16:46 Report Diesen Beitrag melden

      Logistik contra Bank

      Warum kein Vertrauen in UPS. Dies ist eine Logistikunternehmung!

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  • B. Kerzenmacher am 22.03.2011 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Klassenjustiz! Da fragt man sich schon

    wie es denn kommt wenn ein EX-V-Präsident des BfM, der einen arbeitenden steuerzahlenden Menschen in egoistischer, vorsätzlicher und wissentlicher Weise diskreditiert und verleumdet noch immer unangetastet bleibt. Der ein schweizer Gericht vorsätzlich und bewusst belügt und das Opfer so derart verleumdet und diskreditiert, dass dem Opfer bis heute 125000Fr. Kosten entstanden sind, plus es den Arbeitsplatz verlor in dem das Opfer 25 Jahre ununterbrochen arbeitete und nochmals 20 Jahre dort weiter Beschäftigung gefunden hätte, immer noch nicht zur Rechenschaft gezogen wurde

    • Hans Müller am 22.03.2011 15:59 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte um Klarstellung

      Hm... Wo ist da der Bezug zum Artikel? Irgendwie persönlich betroffen oder was? Und weiter: Ist der Fehlbare hier die Justiz oder die Legislative? Irgendwie etwas wirr, was hier geschrieben steht.

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  • Peschä am 22.03.2011 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Vielleicht sollte man explizit einführen, dass über Arbeitslosigkeit keine Angaben gemacht werden müssen. Es hat ja niemand etwas davon, wenn Langzeitarbeitslose keine Stelle mehr finden und dafür bei der Sozialhilfe landen...

    • Schadensbegrenzer am 22.03.2011 14:54 Report Diesen Beitrag melden

      Vorspiegelung falscher Tatsachen

      Die Bank wird sich wohl neue Kundengelder erhofft haben. Der Mann ist nicht in der Lage, Situationen richtig einzuschätzen. Er meinte, seine Lüge werde nicht bekannt. Er meinte, auf einer Lüge aufbauend könne man auf dem Prozessweg noch gross Geld verdienen. Fatal für die Kunden, wenn dieser Mann die Finanzmärkte auch noch falsch einschätzt. Lügen haben kurze Beine.

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  • Karsten T. am 22.03.2011 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialisierung Deutsch?

    Das ist zum Glück in der Schweiz besser. Hier kann man arbeitslos (nicht langzeitarbeitslos) und allein erziehend in den CV schreiben und man nimmt es eher übel wenn es verschwiegen wird. Bei uns braucht man sich mit beiden Merkmalen nicht die Mühe machen eine Bewerbung zu senden.