3 Prozent mehr Lohn

11. Juni 2019 07:55; Akt: 12.06.2019 07:57 Print

Banker jammern über ihren Job und den Bonus

Da helfen weder hohe Löhne noch Boni: die Banker sind unzufrieden. Zudem ist die Lohnungleichheit in der Branche besonders gross.

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Die Entschädigungen in der Finanzbranche sind in den letzten zwei Jahren merklich gestiegen. Laut einer Umfrage des Schweizer Bankpersonalverbands (SBPV) sind die Fixlöhne im Median seit 2017 um knapp 3 Prozent auf 105'000 Franken gestiegen. Der Fixlohnanstieg zeigt sich bei allen Personalkategorien. Gleiches gilt für die Boni, die im Median um 2,6 Prozent höher ausgefallen sind: Für die Mitarbeiter der untersten Stufe stieg der Bonus um über einen Viertel auf 5700 Franken, was eine Gesamtentschädigung von 86'299 Franken bedeutet. Median bedeutet, dass 50 Prozent der Befragten mehr und die anderen 50 Prozent weniger erhalten als der angegebene Lohn.

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Für das Kader nahm der Bonus sogar um 13,6 Prozent auf 12'500 Franken zu. Das gibt eine Gesamtentschädigung von 125'672 Franken im Median. Bei der Direktion kletterte der Bonus um 5,3 Prozent nach oben, was eine variable Entschädigung von 31'579 Franken bedeutet. Zusammen mit dem Fixlohn von 155'000 Franken verdienen die Banker der Direktionsstufe 186'579 Franken. Bei der im Zweijahresrhythmus durchgeführten Lohnumfrage des SBPV haben 4725 Personen mitgemacht.

Banker fühlen sich leer und ausgebrannt

Trotz der gestiegenen Boni sind die Banker unzufrieden. Moniert wird «Unberechenbarkeit». 30 Prozent der Banker musste eine Bonuskürzung hinnehmen. «Dies unterstreicht, wie unberechenbar und wenig planbar Boni sind, was besonders bei Personen mit tieferen Löhnen problematisch ist», schreibt der SBPV in seiner Medienmitteilung.

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Dazu kommt, dass die Verteilung der Boni für viele Angestellten unverständlich ist. Die Folge: 40 Prozent der Umfrageteilnehmer sind mit ihrem Bonus unzufrieden. Der SBPV schreibt, er würde es begrüssen, wenn die Boni in die Fixlöhne einbezogen würden. Vorreiterin ist hier die Migrosbank, die ab 2019 die Boni abgeschafft und dafür die Fixlöhne einmalig erhöht hat.

Auch um die Arbeitszufriedenheit im Finanzsektor steht es nicht gut, wie der SBPV schreibt. 36,7 Prozent der Banker fühlten sich nach der Arbeit leer und ausgebrannt. Hinzu kommt, dass ein Viertel der Umfrageteilnehmer angibt, sich in der Freizeit nicht richtig erholen zu können und Angst um die eigene Zukunft zu haben. Vergleicht man die Finanzinstitute untereinander, schneiden die Grossbanken schlechter ab als etwa die Kantonalbanken.

Banker sind unzufriedener als andere Branchen

Auch im gesamtschweizerischen Vergleich stehen die Banken schlecht da: Gemäss Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco sind gerade mal 12 Prozent der Angestellten mit ihren Arbeitsbedingungen unzufrieden. Das heisst: Die Unzufriedenheit der Banker ist dreimal höher als über alle Branchen gesehen. Laut dem SBPV muss dies als Warnung gesehen werden: Die Arbeitssituation in Banken werde als besonders belastend wahrgenommen, schreibt der Personalverband und fordert einen «Wandel in der Unternehmenskultur».

Zudem zeigt die SBPV-Lohnumfrage 2019 eine Zunahme der Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern. Mit 23,6 Prozent ist der Lohnunterschied überdurchschnittlich hoch und liegt laut dem Personalverband fast 10 Prozent über dem schweizerischen Durchschnitt. Auf Stufe Mitarbeiter erhalten Männer gemäss Umfrage 7000 Franken mehr Lohn als 2017, Frauen jedoch nur 1000 Franken. Noch gravierender seien die Unterschiede bei den Boni, wo sich die Differenz zwischen Frauen und Männern verdreifacht habe.

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • stef am 11.06.2019 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Banker nicht gleich Banker

    Banker ist nicht gleich Banker. Nicht alle bekommen mehr Lohn und grosse Boni... Das sind nur die Wenigsten auf die das zutrifft.

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  • Ruedi am 11.06.2019 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry....

    kleine Korrektur.....nicht mehr Lohn, denn das impliziert Leistung....sie bekommen einfach mehr Gehalt und Boni....

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  • Lisa am 11.06.2019 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht erstaunlich...

    Geld macht halt nicht glücklich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • W.Kern am 12.06.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schwierige Zeiten

    Mit der fortschreitenden Digitalisierung wird es noch mehr unzufriedene geben. Das schlimmste ist die Ungewissheit der eigenen Zukunft. Das nagt am Selbstvertrauen. Ich wünsche allen die da durch müssen viel Kraft, Durchsetzungsvermögen und ein wenig Glück.

  • enrico henrici am 12.06.2019 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Schabernack

    Man lese zu dieser Schabernack-Umfrage den Kommentar in der heutigen "NZZ". Abschreiben genügt nicht.

  • Florence am 11.06.2019 23:58 Report Diesen Beitrag melden

    Bad Banks

    Eben die Hammer Serie "Bad Banks" auf Netflix geschaut. Absolut sehenswert

  • Pety am 11.06.2019 23:48 Report Diesen Beitrag melden

    Bancometer

    Hätten die Bänker etwas richtiges was ihnen gefällt gelernt dann müssten diese nicht rumjammern. In der Bank zu arbeiten braucht schon eine gewisse Kaltschnäuzigkeit.

  • Provolone am 11.06.2019 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    .......

    Wenn man mit seiner Arbeit nicht zufrieden ist, sollte man wechseln. Die Gemsebauern brauchen immer Erntehelfer.......

    • Crocodile Dundee am 12.06.2019 00:23 Report Diesen Beitrag melden

      Gemsebauern

      Stimmt, die Gemsen müssen gemolken werden!

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