UBS

15. Juni 2019 02:37; Akt: 15.06.2019 02:37 Print

Banker nach Schweine-Kommentar vorerst weg

Eine Äusserung eines UBS-Ökonomen über China wurde als geschmacklos und rassistisch bezeichnet. Jetzt zieht die Grossbank Konsequenzen.

storybild

Die UBS ist nach dem Kommentar eines ihrer Ökonomen um Schadensbegrenzung bemüht. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Martin Gerten)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Eine flapsige Bemerkung über Schweine hat für einen UBS-Ökonomen Folgen. «Wir haben Paul Donovan gebeten, eine Auszeit zu nehmen, während wir diese Angelegenheit prüfen», sagte ein Sprecher der Grossbank am Freitag.
«Wir evaluieren ob weitere Schritte erforderlich sind.» Hintergrund ist ein Kommentar des Chefökonomen der Vermögensverwaltungssparte.

Er sprach in einem am Mittwoch veröffentlichten Podcast über höhere Konsumentenpreise aufgrund einer in China grassierenden Krankheit bei Schweinen: «Spielt das eine Rolle? Es ist wichtig, wenn du ein chinesisches Schwein bist. Es ist wichtig, wenn man gerne Schweinefleisch in China isst», sagte er.

Broker kündigt Geschäftsbeziehung

Das hatte in der chinesischen Finanzbranche einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Chinesische Finanzmarkt-Profis bezeichneten die Äusserungen als «geschmacklos und rassistisch».
Der Broker Haitong International, Hongkong-Tochter des chinesischen Brokers Haitong Securities, kündigte darauf seine Geschäftsbeziehungen mit der UBS auf.

«Es gibt keinen klaren Zeitplan, um die Zusammenarbeit wieder aufzunehmen, das ist eine Entscheidung des Managements», erklärte Haitong. Zuvor hatte der Chef des Instituts, Lin Yong, den Schritt über eine Chat-Nachricht angekündigt.

UBS hatte sich zwar für den Kommentar entschuldigt - doch einige Firmen hatten die Entschuldigung nicht angekommen. Zwar hat bislang kein anderes Unternehmen seine Geschäftsbeziehung zur UBS aufgekündigt. Doch der chinesische Wertpapier-Verband empfahl ihren Mitgliedern am Freitag, Donovan nicht mehr zu zitieren oder zu Veranstaltungen einzuladen. Der Ökonom liess Anfragen für einen Kommentar unbeantwortet.

China ist für die Schweizer Grossbank ein wichtiger Markt, in dem sie sich auch künftig gute Geschäfte erhofft.

(roy/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave74 am 15.06.2019 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kern der Geschichte

    Tatsächlich muss ich einen 2 Tage alten Artikel in einem Finanzblatt konsultieren um zu erfahren worum es hier überhaupt geht. Manche Chinesen meinten sie als Volk seien die angesprochenen Schweine obwohl eine Schweinekrankheit und das dadurch teurere Schweinefleisch angesprochen wurde.

    einklappen einklappen
  • oli am 15.06.2019 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein witz

    wenn man dies als geschmacklos bezeichnet ist dieser welt nicht mehr zu helfen! eine völlig nachvollziehbare aussage !! hier wurde das tier gemeint und niemals der mensch, ein witz

  • Ich verstehe es nicht am 15.06.2019 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum rassistisch?

    Ich finde es ist nur sachlich. Für ein betroffenes Schwein ist ein Problem ob es krank ist (und wohl geschlachtet wird) und wenn man in China ist und Schweinefleisch isst aber keins bekommt. Rein sachlich gesehen. Warum ist eine Seuche in China hier ein Problem? Und warum ist die Frage rassistisch?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel am 17.06.2019 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Stets in der eigenen Welt

    Wenn jemand im Ausland Erfolg haben will, aber nicht gewillt ist, andere zu respektieren, muss sich nicht wundern, keinen Erfolg ernten zu können. Die Welt ist gross und vielfältig.

  • Andy K. am 17.06.2019 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Respektlosigkeit

    Der Westen hat bis heute noch nicht begriffen, dass die Welt nicht nur aus dem Westen besteht, wie wir es seit Jahrzehnten immer wieder mit unserer Macht versucht haben, soweit kommen zu lassen. Wir verlangen, dass andere unsere Gewohnheiten akzeptieren, wollen aber dazu arroganterweise keine Gegenleistung erbringen.

  • Mario am 17.06.2019 06:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber...

    Nun es macht schon einen feinen Unterschied ob man sagt Schweine in China oder chinesische Schweine....

  • die welt spinnt am 15.06.2019 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Darum ist es besser

    man hält heut zu Tage das Maul. Sonst gibt es Maul und Klauensäuche! Heute ist das empfinden sehr tief. Der Westen ist wieder mal Schuld. Sie hat die Welt "Bereichert".

  • Dieog am 15.06.2019 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich was

    der heutige Zeitgeist für abartige Blüten treibt!