US-Behörden

20. Mai 2014 03:04; Akt: 20.05.2014 12:31 Print

Bann gegen neun CS-Angestellte

Im Kampf gegen die Steuerhinterziehung gehen die US-Behörden gegen neun Angestellte der Credit Suisse vor. Die CS müsse die Zusammenarbeit mit ihnen beenden.

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Auch die Finanzaufsicht des Bundesstaates New York verlangte die Beendigung der Zusammenarbeit mit gewissen Personen. Die Behörde nennt dabei explizit Markus Walder, Susanne Ruegg Meier und Marco Parenti Adami. (Bild: Keystone/Patrick B. Kraemer)

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Die amerikanische Notenbank Fed erliess einen Befehl, wonach die CS mit neun Personen die Zusammenarbeit beenden müsse respektive diese nicht mehr einstellen dürfe. Diese neun Personen seien an den Aktivitäten beteiligt gewesen, welche amerikanisches Recht verletzt hätten, teilte die Fed in der Nacht auf Dienstag in einem Communiqué mit. Die US-Notenbank behält sich vor, weitere an den illegalen Machenschaften beteiligte Personen ausfindig zu machen. Hier habe die Credit Suisse ihre Mitarbeit versprochen, hiess es. Gegenstand der Untersuchungen sei die CS aber nicht mehr.

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Auch die Finanzaufsicht des Bundesstaates New York verlangte die Beendigung der Zusammenarbeit mit gewissen Personen. Die Behörde nennt dabei explizit Markus Walder, Susanne Ruegg Meier und Marco Parenti Adami. Walder war der Chef des Offshore-Geschäfts in Nordamerika, die beiden anderen genannten waren im Senior-Management des Offshore-Geschäfts.

Kein Lizenzentzug

Die Finanzaufsicht habe entschieden, kein Verfahren zum Entzug der Credit-Suisse-Lizenz in New York einzuleiten, hiess es in deren eigenen Communiqué. Die Filiale der Credit Suisse in New York, die die Gesetzesverstösse begangen habe, sei mittlerweile geschlossen worden.

Dennoch sei es nötig, dass die CS und ihr Top-Management weitere Schritte unternehmen würden, um sicherzustellen, dass die Bank sich an die Regeln halten werde und das Management gegen Regelverstösse in der Firma vorgehe.

«Die Erleichterung von Steuerhinterziehung war eine Strategie und ein Geschäftsmodell, das die Firma jahrzehntelang verfolgt hat», schreibt die New Yorker Finanzaufsichtsbehörde: «Das war nicht nur das Resultat des Verhaltens einiger fauler Äpfel.»

Dougan machte kleine Teams verantwortlich

Damit trat die Behörde der CS-Führung eins ans Bein, die im Februar vor dem Senat in Washington antraben musste. Konzernchef Brady Dougan bestritt in der Anhörung, von den Tricks der CS-Berater bei den US-Kunden gewusst zu haben und machte kleine Teams in der Bank für die Verfehlungen verantwortlich.

Angesichts der Befunde sei es angemessen, dass die CS ein Schuldeingeständnis habe abgeben müssen, befand die New Yorker Finanzaufsichtsbehörde. Die Corporate Governance der Credit Suisse, die zu den Verstössen beigetragen habe, stehe weiterhin unter Beobachtung.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sergio V. am 20.05.2014 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wie immer

    Wieder mal, die oben sacken weiterhin die Boni ein, behaupten ihr Job sei so schwer und risikoreich dass die exorbitanten Gehälter gerechtfertigt sind und ziehen sich schadlos aus jeder Affäre, die sie mit Sicherheit selber verursacht haben. Die Führung hat total versagt, niemand anders, und das bei allen Banken die in diese Skandale verwickelt sind. Aber bezahlen dürfen die kleinen Angestellten, die Bankkunden und am Ende wieder der Steuerzahler, wenn die Busse auch noch von den Steuern abgezogen werden kann. Wie dumm wir alle doch sind, zu glauben es werden irgendwann besser.

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  • King of Brugg am 20.05.2014 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ami-Spruch nicht ganz komplett

    "...Wir haben deutlich gemacht, dass kein Institut, sei es noch so gross, über dem Gesetz steht"... was der liebe Generalstaatsanwalt vergessen hat zu sagen war: "Es sei denn es ist ein amerikanisches Institut"...

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  • Walter Spahni am 20.05.2014 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Unter

    verstehe ich persönlich etwas anderes, als im Ernstfall kleine Teams vorzuschieben! Solche Leute sind keine Manager, sondern Charakterlumpen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter Spahni am 21.05.2014 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Dougan und Rohner müssen weg!

    Und zwar ohne Abgangsentschädigung unter Zahlung der Busse aus dem eigenen Sack!

  • stephan kuhn am 20.05.2014 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    US-Staatsanleihen

    Ich hoffe, die Busse wird mit US-Staatsanleihen bezahlt. Da sind wir einer der grössten Gläubiger weltweit und lassen uns auf der Nase rum tanzen...

  • Chuenel am 20.05.2014 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    keine Steuern mehr Zahlen

    Kann mir einer erklären warum die Banken keine Steuern zahlen müssen seit Krise. dabei können dieselbe Banken Milliardenbussen Zahlen einfach so.Geht mir nicht in den Kopf.Kein Privatmann kann das so Organisieren das er keine Steuern zahlen muss nach eine Geldkrise ! So sind unsere Gesetze. Gemacht von unseren Politiker !

  • Martin Arnold am 20.05.2014 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Beschränkt

    Nun ihr "Linksbasher", den ganzen Schlamassel haben wir der Mitte _ Rechts Allianz zu verdanken. Die haben schärfere Massnamen und politische Konsequenzen verhindert. Sie haben sich immer gegen Konsequenzen gewehrt. Ihr wisst nun wem ihr den schlechte Ruf der Schweiz zu verdanken habt. Und das Bankgeheimnis soll noch in die Verfassung. Wie beschränkt sind wir denn?

  • Jürg B. am 20.05.2014 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Busse mit Boni bezahlen!

    Es kann nicht sein, dass Aktionäre und Kunden für die - nun von der CS eingestandenen - Rechtsverstösse in den USA auch noch zahlen müssen. Die Busse muss durch eine transparente Reduktion der Boni finanziert werden. Es bleibt dabei der CS überlassen, ob sie durch Boni-Verzicht für 2014 den Betrag mit einer Einmalzahlung oder durch Boni-Reduktionen über 2-4 Jahre finanzieren will. Wenn die CS die Busse mit dem Segen von EWS auch noch an der Steuer abzusetzen gedenkt, kann ich nur jedem(r) Schweizer(in) raten, solches in der nächsten Steuererklärung ebenfalls zu verlangen.