Wirtschaft

31. Juli 2008 11:43; Akt: 31.07.2008 12:41 Print

Bauchemiekonzern Sika taucht

Der Bauchemiekonzern Sika hat im ersten Halbjahr den Taucher der Baubranche in den USA und Teilen Europas sowie den starken Franken zu spüren bekommen. Der Umsatz legte zwar zu, aber nicht mehr so stark wie im Vorjahr. Der Gewinn stagnierte.

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Der Umsatz habe um 3,6 Prozent auf 2,262 Mrd. Fr. zugenommen, teilte Sika am Donnerstag in einem Communiqué mit. Im Vorjahr hatte das Umsatzwachstum noch 19,2 Prozent betragen.

Ein Gutteil des nachlassenden Schwungs ist die Schuld von Währungseffekten: Zwar ist Sika in lokalen Währungen um 9,5 Prozent gewachsen, aber Währungseinflüsse machten davon fast 6 Prozentpunkte wieder zunichte.

Erwartungen nicht erfüllt

Der Betriebsgewinn (EBIT) stagnierte mit 250,5 Mio. Fr. auf dem Vorjahresniveau (249,3 Mio. Franken). Auch der Reingewinn legte mit 162,6 Mio. Fr. kaum zu (0,5 Prozent).

Damit hat der Zuger Bauchemiekonzern die Erwartungen verfehlt. Analysten hatten durchschnittlich mit einem Reingewinn von 170 Mio. Fr. und einem EBIT von 252 Mio. Fr. gerechnet. Beim Umsatz hatten sie 2,275 Mrd. Fr. prognostiziert.

An der Börse stürzte die Aktie ab. Bis gegen 11.30 Uhr sackte der Kurs um 8,6 Prozent auf 1380 Fr. in die Tiefe. Damit war das Papier der zweitgrösste Verlierer an der Schweizer Börse. Analysten sprachen von einem durchzogenen Resultat. Die Erwartungen seien nicht erfüllt worden und die Margen schrumpften.

Kosten gestiegen

Sika musste steigende Kosten verkraften, die auf das starke Wachstum der letzten Jahre und auf Investitionen für die Zukunft zurückzuführen sind. In den Regionen wurden neue Management- und Servicestrukturen eingeführt. Und in Zürich öffnete für 40 Mio. Fr. ein neues Technologiezentrum mit 180 Mitarbeitern.

Zudem schlugen die Aufbaukosten für die neue Klebstofffabrik im freiburgischen Düdingen voll zu Buche, ohne dass schon die entsprechenden Erträge anfallen. In die Fabrik hat Sika mehr als 100 Mio. Fr. investiert und damit 150 neue Arbeitsplätze geschaffen. Und Projektkosten für die Erneuerung der Informatik belasteten das Ergebnis ebenfalls.

Dabei ist Sika in allen Regionen gewachsen. Wie im vergangenen Jahr hätten die Regionen Indien, Mittlerer Osten, Afrika (+33 Prozent) und Südamerika (+25 Prozent) die besten Ergebnisse erzielt, hiess es.

Damit konnte der Konzern die Auswirkungen der Immobilienkrise in den USA, Spanien, Irland und Grossbritannien kompensieren. Die Bausparte von Sika steigerte den Umsatz um 4,2 Prozent auf 1,765 Mrd. Franken.

US-Autoindustrie in Krise

Der Geschäftsbereich Industrie erhöhte den Umsatz lediglich um 1,4 Prozent auf 497 Mio. Franken. Für das bescheidene Wachstum sei die Krise der US-Autoindustrie verantwortlich, für die der Konzern Klebstoffe liefert, erklärte Sika. Dafür habe die Autoproduktion in Europa und Asien weiter zugelegt.

Vorhersagen für das zweite Halbjahr seien schwierig, da die Märkte derzeit nervös und uneinheitlich seien. Es müsse jedoch mit einer deutlichen Steigerung der Rohstoffkosten gerechnet werden.

Für das Gesamtjahr erwartet Sika ein Umsatzwachstum von etwa 8 Prozent, was am unteren Rand der eigenen Ziele liegt. Betriebs- und Reingewinn dürften auf Vorjahresniveau bleiben, hiess es. 2007 hatte Sika bei einem Umsatz von 4,573 Mrd. Fr. einen EBIT von 513 Mio. Fr. und einen Reingewinn von 346 Mio. Fr. erzielt.

(sda)