Markenschutz

08. Oktober 2010 11:12; Akt: 08.10.2010 11:54 Print

Bauern fordern Schutz fürs Schweizerkreuz

Wo Schweiz draufsteht, soll auch Schweiz drin sein – so will es die «Swissness»-Vorlage. Bedenken kommen aus Gewerbekreisen.

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Stehe auf einem Produkt Schweiz drauf, müsse auch mehrheitlich Schweiz drin sein, argumentieren die Bauernorganisationen. Die Schweizer Landwirtschaft wolle wettbewerbsfähiger werden. Märkte im Inland sollten verteidigt und der Export ausgebaut werden, sagte Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes, am Freitag vor den Medien in Bern gemäss Redetext.

Die Schweizer Produkte müssten mit «hoher innerer und äusserer Qualität» gegen die «industrielle Massenware» aus dem Ausland bestehen. Echte inländische Waren müssten daher entsprechend gekennzeichnet sein, um sich von der Konkurrenz abzuheben, sagte Walter.

Der Bauernverband setzt sich deshalb für die vom Bundesrat vorgeschlagene 80-Prozent-Regel ein. Gemäss dieser Vorlage müssen mindestens 80 Prozent des Rohstoffgewichtes eines Naturproduktes aus der Schweiz stammen, wenn dieses mit Schweizer Kreuz oder Schweizer Fahne gekennzeichnet ist.

Konsumenten vor Täuschungen schützen

Auch das Konsumentenforum (kf) spricht sich für die Vorlage aus. Aus Sicht der Organisation müssen Konsumenten vor Täuschungen geschützt werden. Bei einem mit Schweizer Kreuz ausgezeichneten Käse erwarteten Konsumenten, dass dafür Schweizer Milch verwendet worden sei, sagte Franziska Troesch-Schnyder, die Präsidentin des kf, gemäss Redetext.

Werde das Schweizer Kreuz auch bei ausländischen Rohstoffen verwendet, könnten sich Schweizer Betriebe nicht mehr von der Konkurrenz abheben, ergänzte Troesch-Schnyder.

Mit der vom Bundesrat letzten November vorgelegten «Swissness»-Vorlage soll das Markenschutzgesetz revidiert werden. Im In- und Ausland soll der Schutz der Bezeichnung «Schweiz» und des Schweizer Kreuzes verstärkt werden. Im Gegensatz zu Naturprodukten müssen bei Industrieprodukten mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen.

Gewerbekreise wehren sich

Dies stösst vor allem in Gewerbekreisen auf Kritik. Gewerbeverband und die Organisation SWISS LABEL wehrten sich inbesondere gegen die «willkürliche» Erhöhung auf 60 Prozent. Dies bringe den Unternehmen unnötige finanzielle und administrative Zusatzbelastungen. Auch der Fleisch-Fachverband wehrt sich gegen die Einschränkungen.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs Graf am 08.10.2010 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    weltfremd!

    in einem jahr fordern sie wieder das gegenteil!

  • Dani am 08.10.2010 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht..

    Ich sag nur Codex Alimentarius. Also Augen auf Leute!

  • Dayu am 08.10.2010 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Victorinox

    lässt nun seine Messer auch im Ausland produzieren, nicht?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • lionel scheffer am 09.10.2010 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    und swiss?

    wieso darf sich eine schwooben-airline "swiss" nennen? die könnten sich ja als "teutonic air" bezeichnen.

  • Sylvia Habegger am 08.10.2010 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    Gewerbekreise wehren sich?

    Sind das die Leute, die die Konsumenten "in die Irre führen" wenn man im Ausland hergestellte Waren als Schweizerprodukte verkauft? Ich schaue auf das Herkunftsland wenn ich etwas kaufe und ich möchte nicht falsch informiert werden. Bravo für die «Swissness» - Vorlage.

  • Marc am 08.10.2010 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Marktschreisymbol?

    ich finde wer sich mid "Made in Switzerland" schmückt, als verkaufs und symbolstrategie, jedoch im ausland gefertigt wird, ist und gehört verboten. meiner meinung sollte mindestens 70% vom produckt in der schweiz hergestellt werden, ansonsten "Made im billigen Ausland ohne Soziale- und Umweltstruckturk" zwingend angebracht werden.

  • Dayu am 08.10.2010 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Victorinox

    lässt nun seine Messer auch im Ausland produzieren, nicht?

    • Peter Pan am 08.10.2010 14:38 Report Diesen Beitrag melden

      Schon...

      ...aber trotzdem ist der Sitz und der Verwaltungsrat schweizerisch, zumindest wäre mir nichts anders bekannt. Im Ausland werden die Messer auch nur hergestellt weils dort halt immens billiger ist. Aber ich glaube das Victorinox auch noch eine Schweizer "Werkstatt" hat... Weiss allerdings nichts genaueres

    • Marc am 08.10.2010 15:08 Report Diesen Beitrag melden

      schon ist aber nicht fein

      sollen den diejenigen, die in der schweiz den arbeitzplatz verlieren damit man wieder auf 300% marge kommt, einem egal sein? nein, was interessiert mich eine kleine verwaltuung die dick absahnt. nichts.

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  • Parteilos am 08.10.2010 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Globalisierung + Nachgeschmack

    Die Wirtschafts-Partei FDP führt uns in die Irre - indem sie dauernd nur mit Drohungen gegen andere Meinungen ankämpft - wir dürfen diese blauäugigkeit nicht einfach so hin nehmen, und müssen dagegen die EU-Turbos ankämpfen.