Geldwäscherei-Verdacht

18. Februar 2015 09:42; Akt: 18.02.2015 13:53 Print

Behörden durchsuchen HSBC-Filiale in Genf

Razzia bei HSBC in Genf. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung wegen Geldwäscherei gegen den Schweizer Ableger der Bank sowie gegen unbekannt eröffnet.

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Bei der Bankfiliale der HSBC in Genf kam es zu einer Hausdurchsuchung. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

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Die Genfer Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung wegen Geldwäscherei gegen die HSBC Private Bank (Suisse) AG sowie gegen unbekannt eröffnet, wie sie am Mittwoch mitteilte. Zudem kam es zu einer Hausdurchsuchung beim Bankinstitut im Genfer Stadtzentrum. Die Genfer Justiz reagiert damit auf die Enthüllungen des internationalen Recherchenetzwerks ICIJ, welche seit anderthalb Wochen in europäischen Medien veröffentlicht werden.

Demnach soll die Bank in den Jahren vor 2007 wissentlich illegale Aktivitäten von Waffen- und Diamantenhändlern ignoriert haben. Zudem habe sie wohlhabenden Menschen geholfen, Steuern zu umgehen. Die treibenden Kräfte hinter der Hausdurchsuchung sind der Genfer Generalstaatsanwalt Olivier Jornot und der Staatsanwalt Yves Bertossa.

Im Rahmen der sogenannten «Swissleaks»-Affäre wurde der Genfer Filiale von HSBC vorgeworfen, für Delikte wie Geldwäscherei, Terrorfinanzierung sowie Drogen- oder Waffenhandel Hand geboten zu haben. Basis für «Swissleaks» bilden von einem internationalen Journalistennetzwerk ausgewertete Daten zu 10'000 Kunden, die der Informatiker Hervé Falciani 2007 bei HSBC gestohlen hatte.

HSBC ist grösste Schweizer Auslandsbank

So stehen mehrere HSBC-Kunden aus Saudi-Arabien unter Verdacht, Osama Bin Laden Geld gespendet zu haben. Weiter soll der Schweizer Ableger von HSBC Konten des Clans von Syriens Diktator Baschar al-Assad beherbergt und Millionenvermögen für Händler von Blutdiamanten im Liberia-Konflikt verwaltet haben.

Bei HSBC Schweiz handelt es sich nicht um eine klassische Schweizer Bank. Die Hongkong & Shanghai Banking Corporation ist eine international tätige Grossbank mit Sitz in London. Ihr hiesiger Ableger ist aber die mit Abstand grösste Schweizer Auslandsbank. 2013 schrieb die Bank laut der Statistik der Auslandsbanken einen Gewinn von 2 Milliarden Franken und beschäftigte rund 1400 Personen.

Entschuldigung in den Medien

Erst am Sonntag hatte sich die HSBC in den britischen Zeitungen mit ganzseitigen Anzeigen für die Geschäftspraxis der Schweizer Tochter entschuldigt. Sie betonte zugleich, dass die Mehrheit der 140 in den Medienberichten genannten Personen mittlerweile nicht mehr Kunden bei der Bank seien.

Mehrere Schweizer Persönlichkeiten, darunter der ehemalige Tessiner Staatsanwalt Dick Marty sowie alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hatten in der vergangenen Woche eine Strafuntersuchung gegen die Bank wegen dringenden Verdachts auf Geldwäscherei gefordert.

(sas/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • News Junkie am 18.02.2015 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Verbrecher lesen zum glück keine Zeitung

    Verbrecher lesen zum glück keine Zeitung, sonst könnten die jetzt auf die Idee kommen, die Unterlagen zu verstecken...

  • Restaurant Rob am 18.02.2015 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Skandal nach dem Anderen

    Nach all den Jahren und den Schlagzeilen der letzten Wochen gibt es jetzt endlich eine Hausdurchsuchung ? War genug Zeit für diese Bank HSBC alles zu säubern. Und wenn in ein paar Jahren eine Verurteilung erfolgt dann nur gegen die Bank und nicht gegen die Personen . Die werden vielleicht sogar aufsteigen (siehe Deutsche Bank - neuer GF) . Das nenne ich 2 Klassengesellschaft . Aber ein ehrliches dickes Lob an die Polizei und Untersuchungsrichter, dass diese sich trotzdem ranwagen.

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  • rolf mündig am 18.02.2015 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    tja....

    Schön, dass die Schweizer Behören auch immer 10 Tage nach Veröffentlichung in der Presse aktiv werden. Wenn ich bedenke, dass ich unsere FINMA mit meinen Steuern mitfinanziere, wird mir schlecht.....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gary am 18.02.2015 15:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein schön Ding

    Die Schweiz kann sich bald nirgends mehr brüsten. Schon gar nicht in bei der Korruption. Auch inländisch steht es nicht zum besten. Das Volk wird auch hier zulange weitgehend ausgenommen. Denken wir doch all die schröpfer Gebühren, die Bundesgehälter, die Kartelle und die riesigen Unsummen für all die Administration und Sicherheitsargumente für jeden Ecken. Der Bund schaut hin um macht so in einigen Ecken die hohle Hand.

  • Peter Kamber am 18.02.2015 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wirklich?

    bis jetzt kamen ausser Schlagworte und kuriose Behauptungen noch nicht wirklich Relevantes an die Presse. Per se ist es völlig legal ein Konto in der Schweiz zu haben. Die Pflicht Steuern zu bezahlen obliegt dem Kunden. Wenn ein Kunde wegen einem Vergehen schuldig gesprochen wird ist das unschön, aber solange die Gelder bei der Bank nicht aus illegaler Tätigkeit stammen ist dieser kaum was vorzuwerfen. Sieht eher nach Sturm im Wasserglas aus.

    • Ms Lolita am 18.02.2015 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ob es sauper ist oder nocht, verrät euch das licht

      Ja ja, was aber wenn die Bank den Kunden Ratschläge gibt wie Steuern im eigenen Land hinterziehen zu können oder wenn die Bank im Wissen das Herkunft des Geldes zweifelhaft ist? Das ist doch zumal was der ehemaliger Hsbc angestellter Hervé Falciani in seinem Buch behauptet.

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  • charly bögli am 18.02.2015 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geld regiert

    Als hätten wir keine grösseren probleme...

  • Bank Watcher am 18.02.2015 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern

    Wenigstens hat HSBC immer brav Steuern abgeliefert. (unlike CS und UBS die letzte Jahre)

    • Banksitter am 18.02.2015 14:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Bank Watcher

      Vielleicht liegt ja genau da der Hund begraben. Ehrlichkeit zahlt sich bei den Banken buchstäblich nicht aus...

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  • John S. am 18.02.2015 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überstunden

    Die Aktenvernichter mussten wohl unbezahlte Überstunden hinnehmen.

    • News Junkie am 18.02.2015 11:22 Report Diesen Beitrag melden

      Warum den?

      Da man es seit Wochen in den Medien durchgibt, kann man das doch gut planen. Ohne Überstunden für die armen Mitarbeiter.

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