Detailhandel

25. März 2011 08:41; Akt: 25.03.2011 16:46 Print

Bei Valora läufts ok

Bei der Kioskbetreiberin Valora sehen die Gewinnzahlen deutlich besser aus als noch ein Jahr zuvor. Vor allem die eigene Billigmarke ok findet grossen Absatz.

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Gut lief das Geschäft gemäss Valora an den Kiosken. (Bild: Keystone)

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Trotz eines stagnierenden Umsatzes hat der Kioskkonzern Valora im vergangenen Jahr dank Sparprogramm und florierenden Fussballer-Sammelbildchen einen Gewinnsprung erzielt. Nun will das Unternehmen mit Zukäufen auf einen steilen Wachstumkurs einschwenken.

Der Nettoumsatz sei im Jahr 2010 leicht um 0,7 Prozent auf 2,878 Mrd. Fr. gesunken, gab der Detailhandelskonzern, der nebst Kiosken auch Automaten betreibt, am Freitag bekannt. Zusammen mit den Franchisenehmern sei der Umsatz um 0,3 Prozent gestiegen.

Als Wachstumshemmer habe sich der starke Schweizer Franken erwiesen, erklärte Konzernchef Thomas Vollmoeller an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Dennoch konnte Valora den Betriebsgewinn um fast ein Fünftel auf 81,3 Mio. Fr. steigern. Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von 63,6 Mio. Franken. Das sind knapp 16 Prozent mehr als im Jahre 2009.

Fortschritte

Man habe wesentliche Fortschritte durch Effizienzgewinne und Einsparungen gemacht, sagte Verwaltungsratspräsident Rolando Benedick. Die Kosten seien um knapp 13 Mio. Fr. gesunken. Damit habe man in den letzten zwei Jahren bereits 27 Mio. Fr. des bis 2012 angestrebten Sparziels von 36 Mio. Fr. erreicht.

So sei die Logistik effizienter geworden, indem man die Transportwege vom Zentrallager in Egerkingen zu den Läden und Kiosken besser abgestimmt habe. Auch die Einsatzpläne des Verkaufspersonals seien verbessert worden.

Deal mit Tamoil

Der Ausbau von Kiosken zu Press&Books-Shops (P&B) macht sich bezahlt. Die Kombination von Presse, Buch und Kioskartikeln habe sich bewährt, erklärte Valora. P&B-Shops seien eine Wachstumsperle und weitere sollten in den nächsten Jahren eröffnet werden.

Gut gelaufen sei auch die im Vorjahr eingeführte Billigmarke «ok», die einen Umsatz von 30 Mio. Fr. erreichte. Mittlerweile umfasst die Marke 100 Artikel. Das im Dezember eingeführte «ok»- Mobilfunkangebot sei ein Verkaufsschlager an den Kiosken, hiess es. Dank den «ok»-Produkten und weiteren Dienstleistungen habe sich das Kioskgeschäft gut entwickelt.

Zum Wachstum beigetragen habe auch der Ausbau des Avec- Ladennetzes. So hat Valora im vergangenen Jahr einen Vertrag mit der Erdölgesellschaft Tamoil geschlossen, die über mehrere ausländische Firmen letztlich zum Gaddafi-Clan gehört. Daraus resultierte bereits ein Umbau von 16 Tamoil-Tankstellenshops in Avec-Läden. Insgesamt hat Valora nun 95 Avec-Shops. Das sind 40 mehr als zuvor.

Wachstumsschub

Das Pressezuliefergeschäft bekam den andauernden Krebsgang von Zeitungen und Zeitschriften in der Schweiz zu spüren. Dagegen legte die Lieferung von Tabakwaren zu. «Insgesamt war 2010 ein gutes Jahr für Valora», sagte Vollmoeller: «Ich bin zufrieden mit dem Erreichten.»

Auch die Angestellten dürften profitieren: Valora erhöhe die Lohnsumme um 1 bis 1,5 Prozent, teilte die Gewerkschaft Syna mit.

Das Basislager sei erreicht. Jetzt sei Valora bereit für den Aufstieg, erklärte das Unternehmen. Im laufenden Jahr solle ein besseres Ergebnis erzielt werden als 2010, auch wenn heuer keine Fussballer-Sammelbildchen verkauft würden. Sorgen bereite das schrumpfende Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft.

Mit einer Reihe von Zukäufen werde Valora bis 2012 den Aussenumsatz von derzeit 3,1 Mrd. auf 3,7 Mrd. Fr. steigern. Gleichzeitig solle der Betriebsgewinn auf 110 Mio. bis 130 Mio. Fr. zulegen. Bis 2015 peile Valora - wie im November angekündigt - einen Umsatz von 4,8 Mrd. Fr. und eine Verdoppelung des Betriebsgewinns gegenüber heute auf 160 Mio. bis 180 Mio. Fr. an.

(sda)