Hochpreisinsel

30. Mai 2014 07:58; Akt: 30.05.2014 09:08 Print

Bei Zara ist der Schweiz-Zuschlag am höchsten

Trotz tiefer Mehrwertsteuer kosten in der Schweiz Kleider von H&M, Mango und Co. noch immer mehr als im angrenzenden Ausland. Bei Zara bezahlt man gar 33,3 Prozent mehr.

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Eine Frau spaziert in A Coruna an einem Laden von Zara vorbei. Die spanische Modekette gehört zur Inditex-Gruppe, welche 2013 erneut einen Umsazuschub schaffte. (Bild: Keystone/Cabalar)

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Bei Mango, H&M, Vero Moda, Zara und Esprit beträgt der Aufschlag Schweiz besonders viel. Spitzenreiter ist dabei die Inditex-Tochter Zara. Identische Kleider bei Zara Schweiz kosten rund 33,5 Prozent mehr als in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien.

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Ein neuer Preisvergleich (Mai 2013) zeigt, dass bei Zara Schweiz Kleider im Vergleich zum angrenzenden Ausland bis zu 33,3 Prozent mehr kosten. Überrascht Sie das?
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Ein aktueller, vom Bund finanzierter Preisvergleich von 115 Produkten in der Schweiz und dem benachbarten Ausland hat diese drastischen Preisunterschiede zutage gefördert. In der Schweiz zahlt man laut www.preisbarometer.ch durchschnittlich 27,2 Prozent mehr. Der Preisunterschied gegenüber Deutschland und Österreich beträgt rund 26 Prozent, gegenüber Frankreich sind es rund 25 Prozent.

Zara schiesst den Vogel ab

Allerdings variiert der Zuschlag Schweiz je nach Anbieter stark. Bei Vero Moda sind es «nur» rund 10 Prozent. Bei Mango sind es je nach Vergleichsland zwischen 18 und 30,5 Prozent. H&M Schweiz ist 27,3 Prozent teurer, Esprit 30,9 Prozent und Zara besagte 33,5 Prozent. Verglichen wurden dabei Hemden, Blusen, Hosen, Pullover und Jacken für Damen, Männer und Kinder.

Auch in Sachen Kinderspielzeug (Lego, Hasbro, Ravensburg, Playmobil) könnten all jene lange Gesichter bekommen, die in der Schweiz einkaufen. Für Lego Star Wars Z Headhunter beispielsweise zahlt man bei Manor in der Schweiz 59.90 Franken, im deutschen Toys’R’Us aber nur 46.43 Fr.. Die Pferdepflegestation von Playmobil kostet bei Coop 34.90 Fr., (37.90 Fr. bei Manor), aber immer noch knapp 13 Franken mehr als im deutschen Onlineshop Real.

Auch ein Warenkorb aus identischen Sportartikeln kostet in der Schweiz 15 Prozent mehr als Deutschland, 14 Prozent mehr als in Italien, 15 Prozent mehr als in Frankreich und gegenüber Österreich beträgt der Preisaufschlag 10 Prozent. Mehrwertsteuerbereinigt wären die Preisunterschiede noch deutlich grösser, da die Schweiz den tiefsten Mehrwertsteuersatz der fünf untersuchten Länder aufweist.

Schuld ist die Werbung

Der Preisüberwacher Stefan Meierhans wies diese Woche darauf hin, dass die Hochpreisinsel Schweiz sich hartnäckig hält. 2013 seien die Preise anders als 2011 und 2012 dagegen nicht gesunken. Auch die vielzitierten Lohnunterschiede würden keinen oder allenfalls nur einen kleinen Beitrag zur Erklärung der Preisunterschiede leisten. Dass Markenprodukte des täglichen Gebrauchs deutlich teurer sind als in Deutschland liege an den deutlich höheren Kosten für Marketing und Werbung.

Deshalb fordert Meierhans zehn Massnahmen zur Eindämmung der Hochpreisinsel Schweiz, so unter anderem auch die Verschärfung des Kartellgesetzes. http://www.20min.ch/finance/news/story/10387766

(cls)