50 Mikrometer Durchmesser

22. November 2019 11:12; Akt: 22.11.2019 11:12 Print

Bei diesen Wasserkochern landet Mikroplastik im Tee

von Raphael Knecht - Vorsicht Plastik: Bei vielen Wasserkochern löst sich Kunststoff ab – der kann nach dem Konsum Teil des menschlichen Gewebes werden.

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Mit dem kalten Wetter steigt bei vielen das Bedürfnis nach einer heissen Tasse Tee. Wer dafür einen Wasserkocher aus Plastik benutzt, bei dem landet aber oft nicht nur das beliebte Heissgetränk, sondern gleich auch noch eine Portion Mikroplastik in der Tasse. Das zeigt ein Test des Konsumentenmagazins «Saldo».

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Das Magazin hat zehn in der Schweiz erhältliche Wasserkocher unter die Lupe genommen. Bei sechs davon lösten sich beim Kochen 5 bis 50 Mikrometer grosse Plastikteilchen in die Flüssgikeit ab. Unter den betroffenen Wasserkochern sind etwa Geräte der Marken Prix Garantie, Mio Star und Melitta. Die Modelle sehen Sie in der Bildstrecke oben.

Plastik wird Teil des Gewebes

Eingenommene Plastikpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 130 Mikrometern können Teil des menschlichen Gewebes werden und eine lokale Immunreaktion auslösen, wie es in einer Studie der University of Victoria in Kanada heisst. Darüber hinaus ist jedoch noch wenig darüber bekannt, wie sich die Aufnahme von Plastik langfristig auf die menschliche Gesundheit auswirkt.

Derartige Geräte sollten gar nicht erst verkauft werden, sagt Josianne Walpen, Leiterin Ernährung bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), zu 20 Minuten: «Vorsorglich sollte man Wasserkocher, die Mikroplastik ans Wasser abgeben, zum Schutz der Konsumentinnen, Konsumenten und der Umwelt aus dem Handel nehmen.» Da es aber keine gesetzlich verbindlichen Grenzwerte gebe, sei es für die Kontrollbehörden schwierig, zu bestimmen, ab wann ein Produkt vom Markt genommen werden müsse.

Kein Gesetzesverstoss

Die Händler berufen sich denn auch auf das Gesetz: «Unser Wasserkocher WK 1000 Compact erfüllt sämtliche gesetzliche Vorgaben zu Bedarfsgegenständen mit Lebensmittelkontakt», sagt etwa Sabine Weber, Sprecherin der Coop-Tochter Fust, zu 20 Minuten. Trotzdem werde man die Ergebnisse des Tests in Zukunft berücksichtigen. Gleich klingt es beim Mutterkonzern Coop.

Migros weist auf Anfrage von «Saldo» darauf hin, dass auch Kocher aus Metall oder Glas angeboten werden. Beim Hersteller Melitta heisst es, das Modell «Enjoy», das im Test schlecht abgeschnitten hat, werde gar nicht mehr produziert.

250 Gramm Plastik pro Jahr

Laut einer aktuellen Untersuchung der University of Newcastle nehmen Menschen pro Woche bis zu 2000 Plastikteilchen auf – über 250 Gramm Plastik pro Jahr. Walpen von der SKS gibt zu bedenken, dass es auch in vielen Kosmetikartikeln Mikroplastik hat. Bei diesen Produkten kennt die Schweiz ebenfalls kein Verbot: «Es besteht Handlungsbedarf», sagt Walpen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Adi F. am 22.11.2019 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Alles ist mehr oder weniger kontaminiert

    Mikroplastik landet bei allen Getränken und Lebensmitteln, die in Plastik verpackt sind, im entsprechenden Produkt. Je heisser und fettiger der Inhalt, desto mehr Plastik geht ins Produkt über. Wasserflaschen in Plastik also nicht in der Sonne stehen lassen. Käse als fettiges Produkt ist auch kontaminiert. Eigentlich enthält alles Spuren, was in Plastik verpackt ist. En Guetä

  • ein Kritischer am 22.11.2019 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Die wollen uns eh vergiften

    Bitte überprüft auch mal die Getränkeflaschen in denen das Mineralwasser abgefüllt wird oder Verpackungen für Nahrungsmittel.

    einklappen einklappen
  • Marcel am 22.11.2019 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    nicht das grösste Problem!

    Nach dem ich gesehen habe was alles im Tee(beutel) gefunden wurde, bin ich mit ein paar Mikroplastikteilchen doch noch ganz zufrieden!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alexander65 am 23.11.2019 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein herzliches Dankeschön

    allen "Grossverteilern" - aber wie immer: Hauptsache Kohle machen /scheffeln...

  • Martial2 am 23.11.2019 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kultur geht flöte...

    Wasser kochen wird in die Stahlpfanne, dann Tee, Kaffee in schönen Porzellan Geschirr serviert... Zu einen schönen Tafel braucht's bestimmt keinen Kunststoff Schrott!

  • Frisi am 23.11.2019 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Haben wir so nicht gewusst...

    Im günstigsten Fall leidet man dann unter unerklärlichen chronischen Entzündungen. Da den Ärzten oft Wissen fehlt, landet man auf Konto "Diverses" - in der Medizin = "psychischer Simulant".

  • Martial2 am 23.11.2019 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder/jede stirbt ein Mal...

    Plastikphobie etwa? Aus jedem Mist entsteht heutzutage eine Hysterie. Diese arme Welt gibt's nicht mehr lange...!

  • Martial2 am 23.11.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ignorieren ist das Beste...

    Heutzutage besteht praktisch alles aus Plastik: PET-Flaschen, Küchenmass, Zitruspresse, Pick-Nick Geschirr. Wieder eine Angstmacherei... Sollte man eigentlich alles aus dem Papier und Papiertüte essen?