Haftungsfrage

15. März 2011 12:14; Akt: 15.03.2011 12:30 Print

Beim AKW-Gau wird das Volk zur Kasse gebeten

Kommt es in der Schweiz zu einer Reaktorkatastrophe wie in Japan, haften die AKW-Betreiber nur mit einer Milliarde Franken, die restlichen 3999 Milliarden zahlt das Volk.

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Greenpeace-Aktivisten simulierten im September 2002 beim AKW Beznau mit Rauchbomben einen Atomunfall. (Bild: Keystone)

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Bei einem Atom-Unfall in der Schweiz schätzt eine Studie das Schadenpotenzial auf 4000 Milliarden Franken. Von der Haftungssumme müssten die AKW-Betreiber 1,1 Milliarden tragen, den Rest übernimmt der Bund und das Volk. Aufs Aktionariat der Stromkonzerne gibt es kein Durchgriffsrecht. Auch für Kantone mit AKW-Beteiligungen gibt es keine verschärfte Haftung. Die absolute Verjährungsfrist für zivilrechtliche Ansprüche beträgt 30 Jahre.

Für Atomkraftgegner ist die niedrige Haftungssumme eine versteckte Subvention der Kernenergie und damit eine Wettbewerbsverzerrung gegenüber erneuerbaren Energien. Die Subvention beziffern diese Kreise auf 5 bis 10 Rappen pro Kilowattstunde. Mit einem solchen Zuschuss wäre jede erneuerbare Energie wirtschaftlich zu erzeugen.

Die Haftungssumme der AKW-Betreiber legte das Parlament 2008 im Einklang mit internationalen Übereinkommen fest. Der Parlamentsentscheid fiel im Bewusstsein, dass angesichts der immensen möglichen Schäden jede festgelegte Summe reines politisches Ermessen ist. Im Ernstfall müsste ohnehin die Allgemeinheit in die Tasche greifen - wie bereits beim Swissair-Grounding und beim möglichen Konkurs einer Grossbank.


(whr/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nemo am 15.03.2011 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Hohler Bericht...

    Sollte es in der Schweiz zu einem Gau kommen, haben wir ganz andere Probleme als, wo wir 3999 Milliarden hernehmen.... Was sollen eigentlich all die hohlen Berichte über Atomkraft? Jetzt schiessen wieder die sogenannten "Experten" wie Pilze aus dem Boden.

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  • Hans Meier am 15.03.2011 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wer würde aufräumen

    Interesannt wäre, wer danach den Atomschrott wegräumen müsste! In Tschernobyl brauchte man dazu ca 900'000 Soldaten! Die Schweizer Armee wäre dafür wohl zu klein und freiwlillige zu finden wäre sicher auch schwer....

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  • Tom am 15.03.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Alternativen?

    Nach Basel wollte keiner mehr was von Geothermi hören und nun machen wir Versuche unter Seen damit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Feststellung am 29.03.2011 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    In der Schweiz bekanntes Muster

    Gewinne privatisieren, Verluste dem Steuerzahler. Kein AKW-Befürworter würde für seine Sicherheitsargumente im Katastrophenfall auch mit seinem Privatvermögen haften.

  • Winston Churchill am 23.03.2011 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Zitat von Winston Churchill

    Wenn man sich die Kommentare derjenigen anschaut, die nur die populistischen Phrasen von Greenpeace nachplappern können, ohne irgendetwas verstanden zu haben, fällt einem nur einem nur ein Zitat von Churchill ein: Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit einem x-beliebigem Wähler... Kein Wunder ist Greenpeace nicht demokratisch aufgebaut...

  • Tanja Leuenberger am 23.03.2011 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    schön und gut

    Erneuerbare Energien sind ja schön und gut. Nur sind wir Schweizer dafür zu langsam und stur. Dh. wir haben für alles Gesetzte und Vorschriften. Wenn ich Solarzellen montieren will, brauch ich eine Baubewilligung selbst wenn ich diese erhalte, muss ich mit einem Einspruch der Grünen rechnen.

  • Ziggy Stardust am 20.03.2011 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist ruhig geworden im Blog

    Wenn der GAU aufs Portemonnaie übergreift, werden manche nachdenklich...

  • Bruno Hochuli am 18.03.2011 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Es braucht keine AKW's mehr

    Die Befürworter sollen doch mit ihrem Vermögen haften, wenn etwas schief läuft. Mal schauen wer noch dabei ist?. Man kann viel Strom sparen, wenn auf viele nicht nötigen Nachtaktivitäten verzichtet würden. Z.B. Nachtskirennen, Nacht-Ol läufe. Museumsnächte, usw. All diese Aktivitäten kann man auch am Tag durchführen.

    • Michael W. am 18.03.2011 22:20 Report Diesen Beitrag melden

      Nacht am Tag ?

      Eine MuseumsNACHT kann man nicht am Tag durchführen.

    • Nathalie am 21.03.2011 08:17 Report Diesen Beitrag melden

      Museumsnacht?

      aber für die Gesundheit der Welt kann man allemal auf so ne Museumsnacht verzichten... Was bringen uns schon all die Historischen Dinger innem Museum wenn sie bald verstrahlt sind und mans gar nimmer (egal ob Tag oder Nacht) ankucken kann.... .

    • käslin am 23.03.2011 09:19 Report Diesen Beitrag melden

      auch du brachst strom

      ...oder weniger das internet brauchen. Denk doch mal über einen Computer ausstieg nach

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