Übernahme

16. Dezember 2015 09:16; Akt: 16.12.2015 10:14 Print

Bell kauft österreichischen Hendl-Produzenten

Der Schweizer Fleischverarbeiter steigt in den österreichischen Markt ein. Die Firma will ausserdem Schweizer Standorte ausbauen.

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Bell investiert auch in Schweizer Produktionsstandorte: Gestell mit Wienerli beim Fleischverarbeiter in Basel. (16.2.2015) (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

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Der Basler Fleischverarbeiter Bell kauft auf März 2016 den österreichischen Geflügelspezialisten Huber. Zum Kaufpreis werden keine Angaben gemacht.

Das österreichische Familienunternehmen habe eine starke Marktposition in Österreich und Deutschland, teilte Bell am Mittwoch mit. Huber erziele mit 900 Beschäftigten einen Jahresumsatz von über 300 Millionen Euro. Das Unternehmen wird mit dem bisherigen Management als selbständige Einheit weiter geführt.

Zur Huber-Gruppe gehört gemäss Bell der österreichische Marktführer im Geflügelbereich, die Hubers Landhendl GmbH, die auf Trutenfleisch spezialisierte Süddeutsche Truthahn AG sowie eine Brüterei und ein Logistikunternehmen in Österreich.

Einstieg in neue Märkte

Laut Bell steigt die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Geflügelprodukten kontinuierlich. Speziell für Convenience- und Charcuterieprodukte spiele die Verfügbarkeit der Rohstoffe eine immer wichtigere Rolle. Geflügelprodukte seien ein Wachstumsmarkt, sagt Bell-Sprecher Davide Elia. Inzwischen hätten diese den Rindfleisch-Konsum überholt. Die Übernahme lege die Basis für weiteres Wachstum in diesem Bereich.

Die Übernahme bedeutet den Einstieg in den österreichischen Markt, wie Elia auf Anfrage erklärte. In Deutschland ist Bell hingegen bereits bisher im Charcuteriemarkt tätig. Die deutsche Division erzielt einen Umsatz von über 400 Millionen Franken.

Millioneninvestitionen in der Schweiz

Wie Bell weiter mitteilte, sollen in den nächsten Jahren die Schweizer Standorte ausgebaut werden. Mit einem Planungshorizont von 2016 bis 2025 will Bell nach eigenen Angaben verschiedene Projekte für Neu- und Umbauten und eine leistungsfähigere Produktion in der Schweiz ausarbeiten.

Geplant ist ein dreistelliger Millionenbetrag, wie Elia erklärte. Konkrete Angaben dazu sollen Ende Februar kommuniziert werden. Bereits bisher investiert Bell nach eigenen Angaben jährlich rund 100 Millionen Franken.

Aktie legt zu

Die Bell-Gruppe zählt sich zu den führenden Fleisch- und Convenienceherstellern in Europa. Rund 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschafteten im ersten Halbjahr 2015 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Franken.

Die Übernahme hat bei Anlegern den Appetit auf die Aktien von Bell geweckt. Die Anteile des grössten Schweizer Fleischverarbeiters legten am Mittwoch bis gegen 10 Uhr in einem leicht schwächeren Markt um 2,6 Prozent zu.

Mit der Akquisition baue Bell die internationale Präsenz in einem neuen Markt und dem neuen Segment Geflügel aus. Dies werde eine positive Auswirkung von etwa fünf Prozent auf den Gewinn je Aktie haben, hiess es bei der Bank Vontobel.

(ij/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kääs Müüsli am 16.12.2015 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sind Schweizer Gesetze zu streng ..

    .. holt man das Geflügel aus dem Ausland rein ! Im Google zu finden: " Missstände bei "Hubers Landhendl" Verletzte Puten im Stall, Antibiotika zur Prophylaxe und sogar Tiere, die bei lebendigem Leibe aufgeschnitten werden. Bei Tochterunternehmen von "Hubers Landhendl" wird der Tierschutz massiv missachtet " "rücksichtlose Massentierhaltung" Das nennt Bell dann wohl : optimierte Gewinnsteigerung !

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  • Etikette genau lesen am 16.12.2015 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur schweizweit

    Bell würde sic besser auf gutes, abgehangenes Fleisch ohne viel Wasser konzentrieren, dazu kommt noch das schmierige, beige Fleisch von gestressten Tieren auf der Fahrt zum Schlachthof. Aber man will ja immer grösser werden, aber mein Fleischkonsum wird dadurch immer kleiner!

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  • Helga am 16.12.2015 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    geldgier von Bell auf Kosten d. Tiere

    Damit Bell noch mehr daran verdient. Die Hühner kommen dann aus Rumänien kg. Preis 1...aber nur für Bell. Die Geldgier kennt keine Grenzen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Senior am 16.12.2015 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Konsument & die Nachfrage!

    Der Konsument hat's in der Hand resp. im Portemonnaie, ob er Geflügel bei dieser Firma kauft oder nicht. Es ist auch am Konsumenten Druck auf Produzenten zu machen, um Produkte aus tiergerechter Haltung zu bekommen. Dass dann allerdings das Pouletschänkeli etwas mehr kostet, ist dann wohl nicht zu umgehen. Würd ich jedoch gerne, wenn die Tiere nicht mit allen möglichen Medikamenten u.a. vollgepumpt werden.

  • Lorenz Fellmann am 16.12.2015 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Rechnung zahlt der Schweizer Konsument

    Und wer bezahlt die Auslandsinvestitionen von Bell? Richtig, der Schweizer Konsument, der Bell so viel Geld abliefert, dass Bell nicht mehr weiß wohin damit. Der massive Mehrpreis das Schweigen Fleisches geht nicht in die Qualität dieses Fleisches, sondern in die Taschen von Bell und damit wird das Ganze Abenteuer bezahlt. Bell, deren Besitzerin Coop ist, ist Teil der Fleisch Mafia in der Schweiz. Die Rechnung tragen wir alle zusammen.

  • Peter' Meinung am 16.12.2015 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lernen zu verzichten

    Wie wäre es, wenn wir endlich einmal bereit wären, konsequent nur Fleischprodukte von Schweizer Tierhaltungen zu kaufen. Falls es zu wenig von einer Fleischsorte in der Schweiz gibt, dann verzichten wir halt auf den regelmässigen Fleischkonsum, ist eh gesünder. Druck können nur wir Konsumenten machen.

  • Thomas Meister am 16.12.2015 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Vergessener Skandal

    Ausgerechnet die Süddeutsche Truthan AG, welche im Fokus der Deutschen Staatsanwaltschaft wegen schweren Verstössen gegen das Tierschutzgesetzt stand, wird von der Coop Tochter Bell übernommen.

    • Fritz Kunz am 16.12.2015 16:43 Report Diesen Beitrag melden

      Fleisch-Skandal Carna Grischa

      Bell war auch einer der Lieferanten welche im Fleisch-Skandal um die Bündner Carna Frischa involviert war. Dann lieber Fleisch vom Merzger des Vertrauens, wenn überhaupt.

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  • Patricia allenbach am 16.12.2015 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht garnicht

    Eine Kauf von eine EU Ansässige Firma durch eine Schweize Firma sollte verboten sein.