Reaktion auf Russland-Sanktionen

05. August 2014 09:20; Akt: 05.08.2014 11:13 Print

Bern setzt 26 Russen und 18 Firmen auf Liste

Heute setzt die Schweiz verschärfte Massnahmen gegen Russland in Kraft. Diese verbieten es Finanzgesellschaften, neue Geschäfte mit weiteren 26 Personen und 18 Firmen einzugehen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach der Verschärfung der Sanktionen von USA und Europäischer Union gegen Russland als Reaktion auf die Ukraine-Krise verschärft auch die Schweiz ihre Massnahmen. Sie verbietet es Finanzgesellschaften, mit weiteren 26 Personen und 18 Unternehmen neue Geschäftsbeziehungen einzugehen, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft am Dienstag mitteilte.

Von der Massnahme sind vor allem Russen betroffen. Die Massnahmen treten am Dienstag um 18 Uhr in Kraft. Der Bundesrat hat die Sanktionen der EU wegen der Krise in der Ukraine nicht übernommen, will aber deren Umgehung verhindern und erliess deshalb am 2. April eine Verordnung über «Massnahmen zur Vermeidung der Umgehung internationaler Sanktionen».

Die schweizerische Bankiervereinigung begrüsst die Erweiterung der Massnahmen. «Wir wollen sicher nicht von den Sanktionen der EU profitieren», so Sprecher Thomas Sutter zu 20 Minuten. Sogenannte Umgehungsgeschäfte über die Schweiz werde man nicht dulden. Dabei handelt es sich um Geschäfte von EU- oder US-Firmen mit russischen Unternehmen, die durch die verhängten Sanktionen eigentlich unmöglich sein sollten, nun aber über die Schweiz abgewickelt werden könnten.

Doch für Schweizer Unternehmen ist das Risiko, dem eigenen Ruf zu schaden und sich Ärger mit der EU oder den USA einzuhandeln, zu gross, als dass sie sich auf Umgehungsgeschäfte einlassen würden. «Mittelfristig würde die Schweizer Wirtschaft aber mehr verlieren als gewinnen, würde sie Umgehungsgeschäfte als Chance ansehen», so ZKB-Ökonom David Marmet.

(laf/sda)

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christoph Schneider am 05.08.2014 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist hier bitte der Unterschied

    Die CH erlässt keine Sanktionen gegen Russland, stellt aber sicher, dass die von der EU verhängten Sanktionen "de facto" auch in der CH zur Anwendung kommen. Wie bescheuert (oder wie unterwürfig) ist das denn wieder?

  • Tobi W am 05.08.2014 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker wollen EU-Beitritt

    Traurig, wenn sich die Schweiz von Berlin beugen lässt...

  • Pablo am 05.08.2014 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz verschärfte Massnahmen gegen Russland

    Was ist eigentlich los mit der Schweizer Regierung? Ist die Schweiz nicht mehr neutral? Warum offeriert die Schweizer Regierung nicht die guten Dienste an? Wer hat denn eigentlich die Regierung in der Ukraine stürzen helfen? Etwa die Russen? Auch haben wir noch keine Untersuchung von der internationalen Untersuchung Kommission über den Abschuss der malaysischen Maschine. Trotzdem glaubt unser Bundesrat sie sollten ins gleiche Horn blasen wie die USA.

Die neusten Leser-Kommentare

  • nepomuk007 am 06.08.2014 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Extremer Druck der USA

    Da sieht man, wie gross der agressive Druck der USA sein muss, ich meine, die USA haben mehrere Gründe, auf Russland ernsthaft sauer zu sein: 1. Asyl für Snowden, 2. Krim, wäre doch zu schön gewesen, wenn die NATO sich in Sewastopol eingenistet hätte. 3. Russland hat die "Befreiung / Demokratisierung" von Syrien nach Libysch-Afghanisch-Irakischem Vorbild verhindert. 4. Bedrohung der Leitwährung (Weltdominanz): Russland und die anderen BRICS Staaten gründen Entwicklungsbank und Reservefond. Schlimm ist bloss, dass die Mainstreammedien mitspielen.

  • Marcelo am 05.08.2014 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Einseitige Schweiz

    Russland hat auch Sanktionen gegen amerikanische Staatsbürger verhängt. Wieso gibt es hier keine Verordnung des Bundesrates? Ist dies neutrale Politik?

  • August Sommerhalder am 05.08.2014 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Verfassungsbruch!

    Unser Bundesrat macht sich damit zum Trittbrettfahrer der USA, übrigens genau gleich wie die EU. Unsere Verfassung ist damit bezüglich Neutralität zu Makulatur degradiert. Solches von der höchsten Politinstanz zu tolerieren wäre fahrlässig - den Damen und Herren müssen die Grenzen aufgezeigt werden!

  • Ananja am 05.08.2014 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Aber ne

    Sag mal Schweiz, wie neutral bist du? Geht uns das was an???? Wir sollten uns da ja nicht einmischen und für die Nachbarländer bei Sanktionen mitmachen. Das ist ja auch EINE! Schweiz, ich bin enttäuscht.. denn das ging zu weit!!! Echt KRASS.

  • Dan K. am 05.08.2014 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Umgehungsvermeidung

    Es geht hier nicht in erster Linie um ein Einknicken gegenüber der EU, USA oder Deutschland, sondern einfach darum, dass man vermeiden muss, ein offensichtlicher Umgehungsplatz für Russland zu werden. Denn das wäre eben eine klare Positionsnahme FÜR Russland (was ich persönlich wesentlich schlimmer fände). Neutralität geht eben nicht einfach mit "Arme verschränken und NEIN sagen". Die Massnahmen sind ganz klar richtig. Wer in diesen Geschichten eher Russland glaubt, verschliesst in seiner EU-Phobie einfach die Augen vor miesester Russenpropaganda...