Finanzausgleich

02. Juli 2013 14:08; Akt: 02.07.2013 17:07 Print

Berner kassieren, Zuger und Zürcher zahlen

Im Finanzausgleich fliesst auch 2014 der grösste Betrag in den Kanton Bern – die Urner bekommen jedoch pro Kopf am meisten. Das System bleibt konstant: Kein Kanton wechselt von der Nehmer- auf die Geberseite.

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Wie im laufenden Jahr gehören im Finanzausgleich neun Kantone zu den Netto-Zahlern und siebzehn Kantone zu den Netto-Bezügern. Das geht aus den Zahlen hervor, welche die Eidgenössische Finanzverwaltung heute Dienstag den Kantonen schickte. Diese können nun dazu Stellung nehmen.

Spitzenreiter in absoluten Zahlen bei den Nehmerkantonen bleibt der Kanton Bern, der rund 1,23 Milliarden Franken erhält – 68 Millionen Franken mehr als 2013. Es folgen das Wallis (513 Mio. Fr.), das 11,6 Millionen Franken weniger erhält als 2013, und Freiburg (443 Mio. Fr.) mit 20 Millionen Franken weniger als im laufenden Jahr.

Am meisten einzahlen wird Zürich mit 367 Millionen Franken, was einem Rückgang von 15,5 Millionen Franken gegenüber dem laufenden Jahr entspricht. Zug zahlt 279,5 Millionen Franken ein (3 Mio. Fr.), Genf 270 Millionen Franken (12,9 Mio. Fr.) und Schwyz 142,6 Millionen Franken (8,4 Mio. Fr.). Zu den Netto-Zahlern gehören zudem Basel-Stadt, Waadtland, Nidwalden, Basel-Landschaft und Schaffhausen.

Pro Kopf: Uri voran

Ein anderes Bild ergibt sich, wenn Bezüge und Einzahlungen mit der Wohnbevölkerung verglichen werden. Die knapp 36'000 Einwohner von Uri erhalten mit 2505 Franken pro Kopf am meisten. Es folgen Jura (2412 Franken), Glarus (1943 Franken), Wallis (1682 Franken), Freiburg (1619 Franken) und dann erst Bern (1258 Franken).

Bei den Einzahlern tragen die Zuger mit 2514 Franken pro Kopf die grösste Belastung. Sie bezahlen je 4 Franken mehr als 2013. Mit 993 Franken pro Kopf schlägt die Belastung in Schwyz (47 Fr.) zu Buche, mit 596 Franken in Genf (21 Fr.) und mit 534 Franken in Basel-Stadt (-67 Franken).

Basel-Landschaft neu ressourcenstark

Der Finanzausgleich setzt sich im Wesentlichen aus den drei Komponenten Ressourcenausgleich (3,7 Mrd. Fr.), Lastenausgleich (726 Mio. Fr.) und Härteausgleich (359 Mio. Fr.) zusammen. Während der Lastenausgleich lediglich der Teuerung angepasst wird und der Härteausgleich auf 28 Jahre befristet ist, kommt es beim Ressourcenausgleich zu den grössten Veränderungen von Jahr zu Jahr.

Mit einem Index wird angezeigt, wie gross die «steuerlich ausschöpfbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit» eines Kantons ist. Neu ist dabei der Kanton Basel-Landschaft mit 101,6 Punkten wieder im Lager der Ressourcenstarken, während er im laufenden Jahr mit 99,5 Punkten noch zu den Ressourcenschwachen gehört. Es handelt sich um den einzigen Lagerwechsel.

Den grössten Sprung beim Ressourcenindex machte Appenzell Ausserrhoden, nämlich von 81,2 auf 84,8. Bei Werten über 100 gehört ein Kanton zu den Ressourcenstarken. Am stärksten eingebüsst haben Basel-Stadt (von 151 auf 146,1), Spitzenreiter Zug (von 247,6 auf 243,8) und Neuenburg (von 93,5 auf 90,2).

Schwächere holen auf

Verschlechtert haben sich zehn Kantone, verbessert 16 Kantone. Es fällt auf, dass sich unter den zehn ressourcenstarken Kantonen eine Mehrheit (6) verschlechtert hat, während die 16 ressourcenschwachen Kantone sich zum grossen Teil (12) verbessern konnten. Mit Werten von 61,2 (Uri) bis zu 243,8 (Zug) verkleinerte sich die Spannweite zwischen den Kantonen hinsichtlich Ressourcen leicht.

Tessin kassiert als einziger ressourcenstarker Kanton (Ressourcenindex 100,8) aus dem Finanzausgleich. Dies liegt daran, dass der Kanton aus dem Lastenausgleich eine hohe Entschädigung aufgrund seiner Bevölkerungsstruktur und geografisch-topografischen Lage erhält.

Von den Zahlungen leisten der Bund 2,2 Milliarden Franken ( 1,1 Prozent) und die Kantone 1,5 Milliarden Franken ( 0,5 Prozent).

(hhs/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • aargauer am 02.07.2013 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung...

    Ich denke der NFA ist in seinen Grundgedanken gut, jedoch kann es nicht sein, dass "Nehmer"-Kantone nur dürftig Reformen in die Wege leiten. Es tut mir leid, ich habe nichts gegen Berner oder so, aber der Kanton Bern (und wohlverstanden, der Kanton Graubünden ist der grösste Kanton / schwierige geographische Voraussetzung)und wirtschaftet besser als BE. Ich kann mich an einen Arena-Auftritt erinnern, wo es um den NFA ging. Ich Frage mich, was das Defizit von über 1 Milliarde verursacht ? - trotz hoher Steuerbelastung ?

  • Haguhans am 02.07.2013 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    keine Fröide..

    Bern ist ein schöner, grosser Kanton mit vielen netten Leuten wie Beamten und Bauern. Da gibt's auch viele Beizen, Bauernhöfe und Büros. Alles gut und recht. Nur leider lässt sich damit nicht viel Geld verdienen. Entsprechend hoch sind die Steuern. Und wenn man dann noch zusehen muss, für was die Regierung das wenige Geld ausgibt, so könnte man bim Donner einisch ranzig wärde!

  • simon meier am 02.07.2013 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Systemfehler

    Der NFA ist und bleibt ein grosser Systemfehler. Der Anreiz zum Sparen ist so für die Nehmer - allen voran die Griechen der Schweiz (Bern) - unattraktiv. Es gibt ja jedes Jahr mehr. Die Berechnung muss dringendst überarbeitet werden, aber da es immer mehr Nehmer als Geber Kantone gibt - lassen sich vorallem die Politiker der Profiteuren-Kantone (grosse Kammer) auch nicht umstimmen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thorsten Breitenmoser am 03.07.2013 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit dem Skandal NFA

    Der NFA gehört sofort abgeschafft. Das ist ein Riesenskandal. Toll ein ander bezahlt. Das darf nicht sein. Jeder muss selber wirtschaftlich handeln. Alle Empfänger sind wie Griechenland-Kantone. Ueber Griechenland ärgern wir uns. Aber über unsere unfahigen Kanton nicht. Es ist noch viel schlimmer als mit Griechenland. Griechenland muss das Geld zurückzahlen.

  • FiFa Fairplay am 02.07.2013 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Von den Reichen lernt man sparen

    Zürich ist mit der neusten (linken) Entwicklung auf dem besten Weg zu einem Nehmer zu werden. Sorry wer's noch nicht geschnallt hat: Die Welt ist nicht gerecht - ich find es auch nicht gut, ist aber nun mal so. Darum lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Oder anders gesagt: Von den "Reichen" prozentual etwas weniger abziehen als vom Normalo, ist aber immer noch mehr als nichts, oder.

  • aargauer am 02.07.2013 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung...

    Ich denke der NFA ist in seinen Grundgedanken gut, jedoch kann es nicht sein, dass "Nehmer"-Kantone nur dürftig Reformen in die Wege leiten. Es tut mir leid, ich habe nichts gegen Berner oder so, aber der Kanton Bern (und wohlverstanden, der Kanton Graubünden ist der grösste Kanton / schwierige geographische Voraussetzung)und wirtschaftet besser als BE. Ich kann mich an einen Arena-Auftritt erinnern, wo es um den NFA ging. Ich Frage mich, was das Defizit von über 1 Milliarde verursacht ? - trotz hoher Steuerbelastung ?

  • Basler Bebbi am 02.07.2013 21:43 Report Diesen Beitrag melden

    Dass die Zürcher zahlen müssen...

    finde ich absolut korrekt.

  • Urs Schöner am 02.07.2013 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird Zeit

    den Kanton Bern aufzulösen. Die Gebiete sollte man unter den Nachbarkantonen aufteilen.

    • Staatenbund am 02.07.2013 23:03 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      besser, wir lösen uns von der Schweiz. Nix aufteilen!

    • Elmas Lento am 03.07.2013 06:59 Report Diesen Beitrag melden

      und dann?

      Was denkst du, was passiert danach, alle Probleme behoben? Falsch gedacht. Das Wallis übernimmt das BE-Oberland und geht daran zu Grunde, dasselbe mit Luzern und dem Emmental. Schon heute fliesst recht viel Geld von der Stadt Bern und Umgebung (Mittelland) in die genannten Regionen und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Es gibt dafür sogar extra eine Bezeichnung: "Strukturschwache Regionen". Es ist nun mal eine Tatsache das die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten dieser Regionen beschränkt sind.

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