Beschattungsskandal

08. Januar 2020 09:37; Akt: 08.01.2020 10:16 Print

Jetzt zeigen die Detektive Khan an

Der Credit-Suisse-Beschattungsfall rund um Iqbal Khan geht in die nächste Runde: Die Detektive, die Khan beschatteten, erstatten nun Anzeige gegen den Banker.

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Nötigung, falsche Anschuldigung, Freiheitsberaubung und Irreführung der Rechtspflege: Das alles wird dem ehemaligen Chef der Vermögensverwaltung der Credit Suisse Iqbal Khan vorgeworfen. Anklägerin sind die Detektive von Investigo, wie der Tages-Anzeiger (Bezahlartikel) schreibt.

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Sie hatten Khan im letzten September im Auftrag der Credit Suisse beschattet. Denn Khan wechselte zur Konkurrentin UBS. Mit der Überwachung wollte die CS sicherstellen, dass Khan keine Mitarbeiter und Kunden von der CS zur Konkurrentin mitnimmt. Doch der Banker bemerkte seine Verfolger und reichte eine Strafanzeige gegen die Detektive ein. Aber jetzt wehrt sich die Detektei und erstattet Gegenanzeige.

Aussage gegen Aussage

Ausgangspunkt ist die Autofahrt des Ehepaars Khan am 17. September. Iqbal Khan fuhr mit seiner Frau von Herrliberg ins Zentrum der Stadt Zürich. Dabei wurden die beiden von einem der Detektive beschattet. Das bemerkte Khan: Es kam zu einem Zusammentreffen.

Gemäss dem Banker sei der Detektiv auf ihn zugekommen in einer «sehr aggressiven, angriffigen Haltung». Dies habe ihn in Todesangst versetzt. Khan gibt weiter an, dass er um Hilfe geschrien habe.

Die Detektei gibt hingegen an, dass Khan von sich aus auf den Mitarbeiter zugegangen sei. Der Banker habe den Detektiv beschimpft uns fotografiert. Diese Fotos tauchen laut «Tages-Anzeiger» in den Akten auf: Der Detektiv sei mit einem Lautsprecher im Ohr zu sehen und er schaue in die Kamera. Eine körperliche Drohgebärde sei nicht zu erkennen. Es steht also Aussage gegen Aussage.

Weitere Anzeige gegen Polizei

Nicht nur Iqbal Khan wird von den Detektiven angezeigt: Auch eine Reihe von Zürcher Kantonspolizisten wurde angezeigt. Ihnen wird Amtsmissbrauch, Sachentziehung und Urkundenfälschung im Amt vorgeworfen.

Ein Team der Kantonspolizei nahm drei Detektive an ihrem Wohnort fest. Laut Protokoll nahmen die Polizisten aber bei einem der Detektive auch das iPhone, die Schlüssel und die Bankkarte mit. Das wäre nur mit einem Durchsuchungsbefehl erlaubt gewesen, es lag aber gemäss Akten nur ein mündlicher Vorführbefehl der Staatsanwaltschaft vor.

So gibt die Polizei in einem Protokoll an, sie habe das Handy erst auf dem Posten sichergestellt. Das widerspricht den Polizeiakten, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Deshalb werfen die Detektive der Kantonspolizei Urkundenfälschung vor.

(bsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sehnsucht 6 7 am 08.01.2020 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten für Erwachsene.

    Und die Kindergartenrunde geht weiter.

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  • Tamara Brand am 08.01.2020 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal mehr Managment Bonus

    Jeder andere UBS Angestellter bei dem ein Strafverfahren läuft wird per sofort freigestellt, aber eben natürlich zählt das nicht für das Managment.

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  • Freddy am 08.01.2020 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Erschreckend!

    Irgendwie wird immer mehr offenbar, wie seriös Banken wirklich sind - in den letzten Jahren immer mehr geworden sind, verkommen sind. Erschreckend!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mickey House am 09.01.2020 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Dass sich Swiss Banking...

    ...so was leistet, ist doch eine Peinlichkeit. Ausmisten, bei CS und UBS wär dringend nötig. Auch die UBS tut sich mit Khan keinen Gefallen.

  • Guschti am 09.01.2020 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das mit der KaPo ZH

    glaube ich sofort. Es wird gemauschelt, gelogen und getrickst. Selbst auch schon mehr als einmal erlebt. Die Damen und Herren sehen sich gerne auch mal über dem Gesetz. Das Corps 'schützt' sich und seine Mitglieder wies grad passt.

    • Kari am 09.01.2020 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Guschti

      Ich kann Ihre Aussage nicht beurteilen,wenn dem aber so ist,ist das bedenklich und beängstigend!

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  • Rico Subito am 09.01.2020 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Schande !

    Die CS hat an Vertrauen verloren,die CS wird lange brauchen um den guten Ruf den sie mal hatte wieder herzustellen und das wird sie mit komplett neuer Führung tun müssen!Ein umdenken ist nötig,wer Respekt erwartet muss auch Respektvoll und mit Anstand handeln,das gilt auch für Banker!

    • D.G am 09.01.2020 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rico Subito

      Sorry aber solche Leute gehören nicht auf solche Posten. Die sind nicht tragbar.

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  • Blasius am 09.01.2020 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stärkste

    Mein Gott was ist nur aus unserem einst stärksten Wirtschaftszweig geworden?!

  • Mariah am 09.01.2020 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Die Welt der Reichen

    Harvey Weinstein ist immer noch der schlimmste mit seinem Skandal. Niemand würde sich getrauen das zutun was Harvey Weinstein und seine Leute in Hollywood und der gesamten USA seit Jahren herumtreiben. Berichtet bitte wieder vom Skandal Weinstein das ist viel interessanter als dieses Kindergarten Detektivspiel!

    • Gruss aus Olten am 09.01.2020 08:22 Report Diesen Beitrag melden

      es geht um viel Macht und viel Geld

      Wenn es um Geld und Macht geht werde alle Menschen böse. Viele Menschen sind bereit für Macht und Geld alles zutun und das ist sehr gefährlich.

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