Einkaufszentren

31. Januar 2011 22:39; Akt: 31.01.2011 20:43 Print

Bessere Chancen in Innenstädten

von Elisabeth Rizzi - Shoppingtempel auf der grünen Wiese dürften es schwer haben. Das zeigt die neuste Retail-Marktstudie.

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Gleich drei neue grosse Shoppingcenter wurden in der Schweiz seit 2007 eröffnet: das Einkaufszentrum Sihlcity in ­Zürich, das Berner Westside und das Basler Stücki. Weitere Zent­ren mit einer Fläche von ast­ro­nomischen 510 000 Quadratmetern Verkaufsfläche sind für die kommenden Jahre geplant; ein Grossteil ebenso wie die genannten Projekte in der Peripherie.

Davor warnt Marc-Christian Riebe. In der Retail-Marktstudie 2011 hat er die Situation der Shopping Malls analysiert. «Auf der grünen Wiese wird kaum ein Projekt mehr Erfolg haben. Dazu ist der Schweizer Markt
zu gesättigt.» Eine Ausnahme sei das Glattzentrum. Es zieht bei den Umsätzen pro Quadratmeter mit europäischen Spitzenreitern in Paris (Les Halles) oder London (Westfield, White City) gleich. Grund ist laut Riebe nebst dem über dreissig­jährigen Bestehen die einmalig ­direkte Anbindung an die Autobahn und die schweizweit zweitgrösste Anzahl Parkplätze (nach dem Airport-Shopping am Flughafen Zürich). «Neue Einkaufszentren haben dagegen nur noch in den Innenstädten eine Perspektive», so Riebe. Im Gegensatz zu den ­anderen europäischen Ländern gäbe es hierzulande noch grossen Nachholbedarf. Einzig Lausanne habe eine echte Shopping Mall im Zentrum.

Vor allem die Reduktion von Bank-Schalterhallen liesse sich laut Riebe für die Schaffung solcher Einkaufszentren nutzen. Ihm schweben Shopping-Galerien in den Schalterhallen der Banken rund um den Zürcher Paradeplatz oder im Erdgeschoss der Nationalbank vor.