Auflagezahlen

01. Oktober 2011 09:05; Akt: 01.10.2011 11:28 Print

Bezahl-Zeitungen verlieren weiter

Der Auflageschwund bei den bezahlten Tageszeitungen geht weiter. Auch der «Blick am Abend» und die meisten Sonntagszeitungen verlieren an Boden. «20 Minuten» legt erneut zu.

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Die bezahlten Tageszeitungen in der Schweiz haben im laufenden Jahr weiter an Auflage verloren. Dafür legte die Pendlerzeitung «20 Minuten» erneut leicht zu und liegt bei der Tagespresse unangefochten an der Spitze. Eine Delle gab es beim «Blick am Abend».

«20 Minuten» als auflagenstärkste Tageszeitung der Schweiz legte noch einmal um 0,4 Prozent zu und kommt nun täglich mit 496 205 Exemplaren in die Verteilkästen, wie die WEMF AG für Werbemittelforschung in ihren am Samstag veröffentlichten Zahlen ausweist.

Das Gratisblatt «Blick am Abend» konnte beim Auflagenwachstum nicht mithalten. Es verlor 2,5 Prozent und kam noch auf 321 095 Exemplare. Allerdings hatte die Zeitung 2009 wegen einer Ausweitung des Verteilgebiets stark zugelegt. Vom französischsprachigen «20 minutes» gelangten 203 407 Stück oder 1,7 Prozent weniger in die Auslieferung.

Stärkster Rückgang bei der «BaZ»

Einbussen mussten durchs Band die bezahlte Tagespresse hinnehmen. An Auflage zulegen konnte einzig das «St. Galler Tagblatt», und zwar um 12,6 Prozent auf 118 420 Exemplare. Zustande kam das Wachstum durch die Übernahme der «Thurgauer Zeitung».

Ringiers «Blick» als grösste Bezahlzeitung der Schweiz büsste 3,1 Prozent ein und setzte noch 208 360 Blätter ab. Der «Tages- Anzeiger», das Flaggschiff des Zürcher Tamedia Konzerns, verlor 4 Prozent seiner Auflage und setzt noch 195 618 Stück ab. Die Lokalkonkurrentin «Neue Zürcher Zeitung» büsste 3,1 Prozent der Auflage ein und kam noch auf 132 670 Exemplare.

Die Berner Tamedia-Blätter «Der Bund» und «Berner Zeitung» blieben ebenfalls nicht ungeschoren; letztere verlor 4,2 Prozent auf 174 162, «Der Bund» verlor 1,9 Prozent auf 50 231 Stück.

Den deutlichsten Rückgang bei den Bezahlzeitungen musste die «Basler Zeitung» hinnehmen. Sie verlor wegen des Wirbels um Chefredaktion und Besitzverhältnisse im Jahresvergleich 7,4 Prozent ihrer Auflage und erscheint noch in 77 619 Exemplaren.

Die «Aargauer Zeitung» schrumpfte auf 178 854 Stück oder um 4,5 Prozent. Die «Südostschweiz» - Lokalmatadorin in ihren Regionen - erschien täglich mit 122 470 Zeitungen, 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die «Neue Luzerner Zeitung» und ihre Zentralschweizer Kopfblätter brachten 121 371 Zeitungen heraus, ebenfalls leicht weniger als vor einem Jahr.

«NZZ am Sonntag» legt leicht zu

Bei den Sonntagszeitungen meldet die WEMF nur für die «NZZ am Sonntag» einen minimen Zuwachs auf 130 133 Stück. Die grösste Zeitung am Ruhetag, der «SonntagsBlick», büsste 3,4 Prozent auf 230 180 Exemplare ein, die «SonntagsZeitung» verlor 3,5 Prozent und kam noch auf 182'129 Exemplare.

Die Auflagen der Zentralschweiz am Sonntag» (106 894) und des «Sonntag» (158 115) gaben um 2,2 respektive 7,2 Prozent nach. Die «Südostschweiz am Sonntag» (51 545) büsste 1,5 Prozent ein.

Dasselbe Phänomen ennet dem Röstigraben

Ähnlich präsentiert sich die Lage in der Romandie. Die auflagenstärkste Tageszeitung «24 Heures» verlor 4 Prozent auf 75 796 Exemplare. «Le Matin» (57 107) musste einen Rückgang um 1,3 Prozent einstecken.

«Le Temps» gab 42 433 Exemplare heraus, was einem Minus von 4,5 Prozent gleichkommt. Einzig die Freiburger Publikation «La Liberté» gewann 0,3 Prozent und kam auf 39 086 Stück. Das einzige Westschweizer Sonntagsblatt, «Le Matin dimanche», brach um 6,4 Prozent auf 175 951 Exemplare ein.

Die Tessiner Presse konnte die Stellung in etwa halten. Am meisten verlor der «Corriere del Ticino» mit 2,2 Prozent auf 36 274 Exemplare. Praktisch stabil hielten sich «La Regione» (32 379) und «Giornale del Popolo» (16 301).

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • E. Wig-Gestriger am 01.10.2011 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grossformat vs iPad

    Was gibt es älteres als die Zeitung von heute? Die sind nur noch gut, um damit das Porzellan einzupacken! Zeitung und Internet machen die gleiche Entwicklung durch wie der Schriftsatz zu Computer. Folgendes kann die Zeitung nicht bieten: update, zeitnah, Aktualität, überall und immer verfügbar, Soud, Interaktivität... Und ich muss die das Altpapier nicht bündeln.

  • Heiri Zürcher am 01.10.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Steter Serviceabbau der Zeitungsbranche

    1. Der Tagi hat das wöchentliche TV-Magazin, welches mich immer interessiert hat, sang-und-klanglos gestrichen. 2. Als Ersatz dafür liegt nun in der Montagsausgabe die NY Times im Kleinformat bei, welches mich absolut nicht interessiert, obwohl ich des Englischen mächtig bin. 3. Viele Leistungen im Kundenservice können nur noch via Internet bearbeitet werden. Aber es gibt halt heutzutage immer noch Kunden, die kein Internet haben. 4. Als jahrzehntelanger Kunde merke ich, dass der Tagi mehr und mehr Kundenservice abbaut anstatt aufbaut. Und da fragt sich die Zeitungsbranche noch, warum ihre Kunden keine gedruckten Zeitungen mehr wollen!

  • Lucky am 01.10.2011 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    1% vom Einkommen ist mir zuviel für ...

    Fr. 435.- für ein Abo. der Aargauerzeitung, das ist mir zuviel... mehr als 40 Jahre lang war ich TREUER Leser der Aargauer Zeitung. An dem Tag als der Abo-Preis die Fr. 400.- überschritten hat, habe ich gekündigt, denn wenn man fast 1% vom Einkommen für eine Zeitung bezahlt das finde ich zuviel. Bis Heute habe sie noch nie vermisst, denn alles was ich HEUTE im Internet lesen kann würde ich ja erst MORGEN in der Zeitung lesen. Was ich jetzt dazu sagen möchte ....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Aschi Be am 02.10.2011 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Flaute auch in den Redaktionen

    Es gibt sie nicht mehr, jene Journalisten, die Missstände aufdecken und dranbleiben. Das Geld regiert auch in den Reaktionen. Schon die Praktikanten wissen, wer ihren kärglichen Lohn zahlt.

  • Hugo Müller am 02.10.2011 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Es braucht nicht mehr.

    20 Minuten am Morgen und Blick am Abend ergänzen sich hervorragend. Internet news zwischendurch lesen, was braucht es mehr an Informationen? Eben, da wäre ein Bezahltabo nur rausgeschmissenes Geld

  • Roger am 01.10.2011 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Mangelnde Qualität -> Weniger Leser

    Eine Berichterstattung, die nur eine Seite eines Geschehen zeigt hat mangelnde Qualität und wird verworfen. Das zeigt sich bei allen Mainstream - Medien. Die alternativen Medien schliessen diese Lücke in der Berichterstattung und ich wette, dass die vielen 100'000 verlorenen Lesern sich als Zuwachs bei alternativen Medien zeigen.

  • Diego am 01.10.2011 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch logisch

    Ist doch logisch. Ich habe mein Zeitungsabo auch gekündigt. Warum? Weil, was kreige ich für mein Geld. Hauptsächlich Kommentare, Meinungen, und vorgefertigte Berichte. Aber das was ich will. Aktuelle Informationen - trocken ohne Polemik. Fehlanzeige. Eine Meinung habe ich selber, und die Kommentare sind mir zuwider. Also warum ein Abo haben?

  • Heiri Zürcher am 01.10.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Steter Serviceabbau der Zeitungsbranche

    1. Der Tagi hat das wöchentliche TV-Magazin, welches mich immer interessiert hat, sang-und-klanglos gestrichen. 2. Als Ersatz dafür liegt nun in der Montagsausgabe die NY Times im Kleinformat bei, welches mich absolut nicht interessiert, obwohl ich des Englischen mächtig bin. 3. Viele Leistungen im Kundenservice können nur noch via Internet bearbeitet werden. Aber es gibt halt heutzutage immer noch Kunden, die kein Internet haben. 4. Als jahrzehntelanger Kunde merke ich, dass der Tagi mehr und mehr Kundenservice abbaut anstatt aufbaut. Und da fragt sich die Zeitungsbranche noch, warum ihre Kunden keine gedruckten Zeitungen mehr wollen!