Milliardärs-Club

09. März 2011 18:51; Akt: 09.03.2011 20:06 Print

Bill Gates wäre der Reichste

von S. Spaeth - Heute Nacht präsentiert «Forbes» die neuste Liste der Reichsten. Um die Spitzenplätze kämpfen Vorjahressieger Carlos Slim Helú, Bill Gates und Warren Buffett.

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Seit einem Jahr stammt der Reichste Mann der Welt nicht mehr aus der Wirtschaftsmacht Amerika. Nach 15 Jahren verdrängte Mexikos Telekom-Tycoon Carlos Slim Helú den Microsoft-Gründer von der Spitzenposition im «Forbes»-Ranking der Milliardäre. Den Unterschied machten 500 Millionen Dollar. Bei Vermögen von 53,5 Milliarden Dollar (Helú) und 53 Milliarden (Gates) fast eine Kleinigkeit.

Diesmal dürfte die Entscheidung wieder zu Ungunsten der Amerikaner ausfallen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird zuoberst auf der jüngsten World’s-Billionairs-List des US-Wirtschaftsmagazin «Forbes» erneut der Name Carlos Slim Helú auftauchen. David Lincoln von der Vermögensberatungsfirma X-Wealth schätzt Helús aktuelles Vermögen laut «Huffingtonpost» auf 60 Milliarden Dollar. Bill Gates kommt laut des Experten auf 49 Milliarden, Warren Buffett auf 47 Milliarden.

29 Milliarden gespendet

Lincoln relativiert das Ranking aber im Sinne der Amerikaner: Hätte sich Bill Gates nie philanthropisch engagiert, läge er mit grossem Vorsprung an der Spitze. Für diesen Fall schätzt der Experte Gates Vermögen auf 88 Milliarden Dollar. «Es gäbe also gar keinen Kampf um die Spitzenposition», betont Lincoln.

Der Microsoft-Gründer und seine Frau Melinda spendeten bisher den gigantischen Betrag von 29 Milliarden Dollar für wohltätige Zwecke. Der Grossteil davon floss in die 1994 gegründete Bill & Melinda Gates Foundation, die sich hauptsächlich für Gesundheitsprojekte in Asien und Afrika engagiert. Zudem forderten Bill und Melinda Gates andere Milliardäre auf, zu Lebzeiten ebenfalls die Hälfte ihrer Vermögen für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung zu stellen. Erhört würde diese Bitte von Investorenlegende Warren Buffett. Seit 2006 liess er der Gates Foundation sechs Milliarden Dollar zukommen.

Weniger spendabel als Gates und Buffet ist Carlos Slim Helú. Der Mexikaner lästert über die Philanthropen: Die Wohltätigkeit der Geschäftsmänner bestehe darin Jobs zu schaffen indem sie in Firmen investieren, nicht beim Weihnachtsmann spielen.

Bertarelli, Kamprad, Haefner

Aus Schweizer Sicht dürfte in den Top 100 der aktuellsten «Forbes»-Liste der Superreichen erneut Ernesto Bertarelli auftauchen. Das Vermögen des Alinghi-Gründer und Erbe des Biotechkonzerns Serono schätzte «Forbes» 2010 auf 10 Milliarden Dollar (Rang 64). Der Reichste mit Wohnsitz in der Schweiz war vor Jahresfrist Ikea Gründer Ingvar Kamprad. (23 Mrd./Rang 11). Die Ehre des ältesten Superreichen dürfte erneut an den über hundert jährigen Schweizer Walter Haefner gehen. Sein auf 3,3 Milliarden Dollar geschätztes Vermögen macht er u.a. mit der Autohandelsfirma AMAG.