«Forbes»-Liste

10. März 2011 00:00; Akt: 10.03.2011 08:31 Print

Bill Gates zu wohltätig für den Spitzenplatz

Die Liste der reichsten Menschen der Welt bringt auch dieses Jahr wenig Überraschungen. Allerdings trügt eine Spenden-Aktion die Rangliste.

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Gut zwei Jahre nach der Finanzkrise ist die Zahl der Milliardäre rasant gestiegen und so hoch wie noch nie: Laut der «Forbes»-Liste gibt es neu 1210 Dollarmilliardäre weltweit - fast 200 mehr als vor einem Jahr. Reichster Mann der Welt bleibt der Mexikaner Carlos Slim Helú.

Der 71-jährige mexikanische Telekommunikations-Unternehmer führt die am Mittwoch veröffentlichte Liste der reichsten Personen der Welt mit mehr als 74 Milliarden Dollar an. Mit einem Zuwachs von mehr als 20 Milliarden Dollar innerhalb eines Jahres ist Slim zugleich der grösste Verdiener unter den 1210 Milliardären.

Das US-Wirtschaftsmaganzin «Forbes» hatte die Liste 2011 zum 25. Mal erstellt. Auch auf Platz zwei und drei hat sich im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert: Hinter Slim folgen der Microsoft-Gründer Bill Gates mit 56 Milliarden Dollar und der Investor Warren Buffett mit 50 Milliarden Dollar.

Humanitäres Engagement von Gates

Bill Gates hat seinen zweiten Platz auf der «Forbes»-Liste «selber verschuldet». Einen grossen Teil seines Vermögens hat er nämlich für wohltätige Zwecke ausgegeben. Der Gründer und langjährige Chief Software Architect von Microsoft hatte sich bereits 2008 von der Spitze des Unternehmens zurückgezogen, um sich stärker der Bill & Melinda Gates Foundation zu widmen, über die er gemeinsam mit seiner Frau gegen Hunger und Seuchen kämpft.

Milliarden des Vermögens des einst reichsten Mannes der Welt gingen über die Stiftung an Entwicklungshilfe in armen Ländern und an medizinische Forschung für die Bekämpfung von Krankheiten wie Malaria.

Mehr Milliardäre in Asien

Reichster Europäer ist wie im Vorjahr der Franzose Bernard Arnault, Chef des Luxusgüterkonzerns LVMH. Er belegt mit einem Vermögen von 41 Milliarden Dollar Rang vier. In den Top Ten befinden sich auch zwei Inder und ein Brasilianer.

«Die Liste repräsentiert die Weltwirtschaft: Es geht aufwärts, aber nicht überall», sagte Steve Forbes. Noch nie seien so viele Milliardäre auf der Liste gewesen. «Zusammen besitzen sie 4,5 Billionen Dollar - das ist mehr als die Wirtschaftskraft von Deutschland.» Allerdings sei der Trend klar: «Vor zehn Jahren kam die Hälfte der Milliardäre aus den USA, heute ist es noch ein Drittel.» Asien habe jetzt mehr Milliardäre als Europa. Und die Hauptstadt der Superreichen ist nicht mehr New York, sondern Moskau.

Frauen sind in der Liste deutlich unterrepräsentiert. Mit Christy Walton und ihren 26,5 Milliarden Dollar landete jedoch immerhin eine Frau unter den ersten Zehn. Wie die Walmart-Erbin haben die meisten Frauen ihr Vermögen geerbt. Weibliche «Selfmade-Milliardärinnen» finden sich fast nur in Asien.

Schweizer ältester Milliardär

Der Älteste auf der Liste ist der Schweizer AMAG-Gründer Walter Haefner (268./4 Milliarden). Er wurde im September 100 Jahre alt. Jüngster Superreicher ist nicht mehr der 26-jährige Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (52./13,5 Milliarden), sondern sein acht Tage jüngerer Kompagnon Dustin Moskovitz (420./2,7 Milliarden).

Reichster Schweizer ist Ernesto Bertarelli, der frühere Besitzer des Biotech-Unternehmens Serono (10 Milliarden Dollar). Er belegt den 81. Rang. 2010 hatte er - mit dem gleichen Betrag - noch den 64. Platz inne.

Nächster Schweizer auf der Liste ist auf Platz 154 Hansjörg Wyss, der mit dem Medizintechnik-Unternehmen Synthes reich geworden ist. Er wird mit 6,4 Milliarden geführt. Insgesamt nannte Forbes neun Schweizer Milliardäre und Milliardärinnen, im Vorjahr waren es es noch elf gewesen.

Facebook hat für gleich sechs Milliardäre in der Liste gesorgt. Beim Vermögen liegt Moskovitz gleichauf mit Donald Trump und Oprah Winfrey.

(sda)