Gefälschte Lebensmittel

07. Dezember 2011 16:18; Akt: 08.12.2011 09:33 Print

Bio Suisse zieht nach Skandal die Notbremse

Nach der Verhaftung mutmasslicher Bio-Fälscher in Italien handelt Bio Suisse und sperrt sämtliche Produkte der betroffenen Firma Sunny Land.

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Bio Suisse geht derzeit nicht davon aus, dass mit dem Knospe-Label versehene Ware von den Fälschungen betroffen ist. (Bild: Keystone)

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In Italien deckte die Polizei mutmassliche Fälscher von Bio- Lebensmitteln auf. Eine Bande soll über mehrere Jahre über 700 000 Tonnen angebliche Bio-Produkte im Wert von insgesamt 220 Millionen Euro in mehrere europäische Länder verkauft haben, darunter die Schweiz. Bio Suisse hat reagiert und sperrt seit Dienstag sowohl künftige Importe als auch bereits importierte Güter des Unternehmens.

Bio Suisse gehe derzeit nicht davon aus, dass mit dem Knospe-Label versehene Ware von den Fälschungen betroffen sei, teilte die Schweizer Biolandbau-Organisation am Mittwoch mit.

Untersuchung auf Pestizide

Zudem ordnete Bio Suisse an, dass sämtliche Lagerware der Firma auf Pestizidrückstände untersucht wird. Dazu nahm der Verband Kontakt zu den betroffenen Schweizer Importeuren sowie den hiesigen und italienischen Kontrollstellen auf.

Das italienische Handelsunternehmen Sunny Land verfügt über eine Labelanerkennung von Bio Suisse. Gemäss der Organisation erfüllte es bisher alle Voraussetzungen für den Handel mit Knospe-Produkten. Jedes Bio-Suisse-anerkannte Unternehmen müsse den Nachweis liefern, dass es allen Anforderungen der Verbandsrichtlinien genügt und die Warenflüsse streng trennt.

Bisher sei für die Lieferung von Knospe-Ware durch Sunny Land der Warenfluss bis zurück zum Knospe-konformen Anbauer überprüft und durch die Kontrollstelle bestätigt worden. Die Knospe-Anforderungen sind gemäss Bio Suisse höher als es die entsprechende eidgenössische und EU-Verordnung verlangen.

Riesiger Bio-Skandal

Die Polizei in der norditalienischen Stadt Verona hatte am Dienstag gemeldet, sie habe sieben Verdächtige in mehreren Städten verhaftet, darunter Chefs von Lebensmittelfirmen. Ausserdem seien 2500 Tonnen gefälschte Produkte - darunter Mehl, Soja und Trockenfrüchte - beschlagnahmt worden.

Die Grundbestandteile der Lebensmittel wurden den Angaben zufolge über Tarnfirmen in Rumänien und Italien gekauft. Die Produkte seien dann als «biologisch» deklariert und zu deutlich erhöhten Preisen über ein Grosshändlernetz in der Schweiz, Italien, Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Belgien, Ungarn und Österreich verkauft worden.

Unter den Festgenommenen sind den Angaben zufolge auch die Chefs der Lebensmittelkonzerne Sunny Land, Sona und Bioecoitalia sowie der Direktor der Zertifizierungsstelle der italienischen Region Marken. Die Polizei hatte bei rund 30 Firmen ermittelt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sabi am 07.12.2011 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist so

    Nicht überall wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin.

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  • manu am 07.12.2011 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    ich weiss wieso ich

    die label grundsätzlich meide. bei uns auf dem land kriegt man zum glück fast alles frisch ab hof, da weiss ich selber woher es kommt. den kontrollieren können die soviel sie wollen, den mit der kontrolle haben andere schon bei mir persönlich versucht (RS oder WK) und sind kläglich gescheitert.

  • Inglin Beat Trachslau am 07.12.2011 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Grün ist Gut und teuer.

    Die Grünen sollen doch jetzt endlich ihre Wünsche erfüllen und möglichst viele Früchte und Gemüse essen. Diese Umwelt-Stündeler können sich jetzt mit den Lieferanten solidarisch zusammentun und mit teuren Lebensmittel eindecken. En Guetä denn !!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc am 11.12.2011 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Kontrolle in der Schweiz?!?

    Das Problem wurde von der italienischen Finanz-Polizei entdeckt. Das heisst, dass die Kontrollen in Italien gut funktionieren. Dazu habe ich eine Frage: gibt es in der Schweiz keine zusätzliche Kontrolle auf ausländischen oder sogar örtlichen Produkten (siehe gefälschtes Bio-Fleisch von Migros und Coop)? Bio-Swiss Produkte sind nur eine Illusion!!!

  • Daniela am 08.12.2011 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder...

    Mich wundert das nicht- soviel Biolebensmittel wie die Welt "braucht" können ja gar nicht Bio produziert werden...

  • Silver am 08.12.2011 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    War schon immer so - wird noch schlimmer

    Gepanschte, verseuchte, verunreinigte, abgelaufene und subventionierte Lebensmittel mit falscher Herkunfts- und Herstellungsangaben, Milliarden Subentionen in der EU und Schweiz, kaum Kontrollen, gebetsmühlenartig wiederholte falsche Anpreisungen für Bio, kaum ein Mehrwert aber enorme Mehrkosten, Hunderttausende subventionierte Produzenten und Labelorganisation, die sich ins Fäustchen lachen usw usw. Willkommen in der Realität. Es gibt nur Eines: alle Subventionen streichen, dann besteht kein Anreiz zum Betrug mehr!

  • Sabi am 07.12.2011 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist so

    Nicht überall wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin.

    • Bio(strassen)bauer am 08.12.2011 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bio! Wo?

      Den Regen den wir haben hat auch zu viele Schadstoffe drin, da fragt sich was dann noch Bio ist, deswegen meine Wahlempfehlung BIO Nein, Alles andere Ja!

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  • kblog am 07.12.2011 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Vorteil teurer

    Den einzigen Vorteil den BIO hat, ist dass es teurer ist! Leute wacht auf, ihr bezahlt mehr, für etwas dass nicht gesünder ist und in vielen Fällen auch nicht so Produziert wird.

    • Anna Meyer am 08.12.2011 17:00 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht nur teurer!

      Ich kaufe Bio auch nicht, weil es gesünder sein sollte! Aber dass es ökologisch nachhaltiger ist, oder, im Falle von Tierhaltung, den Bedürfnissen der Tiere besser nachkommt, ist bewiesen!

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